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Toppler. Ein Mordfall im Mittelalter [Gebundene Ausgabe]

Ernst W Heine
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

1990
Heinrich Toppler ist eine historische Figur: Geboren um 1340, war er ein reicher Kaufmann und Bürgermeister der Stadt Rothenburg ob der Tauber, die unter seiner Führung im 14. Jahrhundert zu Ansehen und Wohlstand gelangte. Doch Topplers Glück hielt nicht an: 1408 fand er unter mysteriösen Umständen im Kerker seiner eigenen Stadt den Tod, und noch heute hält sich hartnäckig das Gerücht, er sei enthauptet worden. Doch warum sollte die Stadt ihren erfolgreichsten und hochverehrten Bürgermeister hinrichten? Ging der Hinrichtung überhaupt eine gerichtliche Verurteilung voraus? Oder war es ein Mord aus Habgier?
Vordergründig in Form einer gerichtlichen Untersuchung inszeniert E.W. Heine sein hoch spannendes Buch über das Leben und Sterben eines großen Mannes. Dabei beschränkt er sich nicht auf die Rekonstruktion dieser einen Lebensgeschichte, sondern stellt ihr die Rekonstruktion einer ganzen Epoche an die Seite: Vor den Augen des Lesers entfaltet sich das ausgehende Mittelalter, die Zeit der Hungersnöte, der Kriege, des Verfalls der Kirche, des aufstrebenden Bürgertums ... – eine Zeit der großen Umbrüche und Wandlungen, die immer wieder zu faszinieren vermag. Und obwohl E.W. Heine für „Toppler“ genau recherchiert hat und sich streng an die Fakten hält, liest sich sein Buch wie eine äußerst gelungene Mischung aus historischen Roman und spannendem Krimi: Wer ermordete Heinrich Toppler?

-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 280 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 325701774X
  • ISBN-13: 978-3257017748
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 749.848 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"E. W. Heine, bekannt durch seine entdeckungsreichen, hintergründigen, originellen und gescheiten Bücher, wie 'New York liegt im Neandertal' und 'Der Neue Nomade' überrascht uns hier mit einer akribischen Erforschung des Lebens dieses großen Mannes; er stöberte in Archiven von Rothenburg ob der Tauber, Würzburg, Nürnberg und Prag und schenkt uns ein ganz erlesenes Stück Zeitgeschichte." (Tagblatt der Stadt Zürich)
"Das gekonnt in die Geschichte der Zeit eingebettete und äußerst flott und farbig erzählte Lebensbild nimmt es an Spannung mit jedem erdachten Krimi auf." (Main-Echo)
"Dies ist kein Roman, sondern spannende Geschichte. Heine hält sich an die Fakten und vermeidet penibel jede romanhafte Ausschmückung. Was er bietet, ist ein profunder Rückblick auf ein aufregendes Stück Geschichte, in dem die Weichen gestellt wurden für eine bürgerliche Lebensform. Und zumindest mit unseren Volksweisheiten wurzeln wir immer noch im Mittelalter. Heine zeigt uns diese Zeit anders, als sie Umberto Eco in seinem berühmten Roman 'Der Name der Rose' präsentiert. Die Ära Toppler ist geprägt von nüchternem Geschäftssinn, von aufkommendem Bürgerstolz, vom Niedergang des Rittertums, von adligen Intrigen und kirchlichen Machtbestrebungen. Von ein paar Ungenauigkeiten abgesehen ist das Buch geradezu ein Lehrstück in lebendiger Geschichtsschreibung. So lassen sich selbst Geschichtsmuffel bekehren." (Augsburger Allgemeine Zeitung) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Klappentext

"Der erfahrene Geschichts-Detektiv Heine nimmt sich des bis heute ungeklärten Falls Toppler an, forschte in den verschiedensten Archiven, fand viele 'Fingerabdrücke' vom Opfer und den Tätern und führt einen lückenlosen Indizienprozeß gegen den Stadtrat von Rothenburg. Eine aufregende, von Seite zu Seite spannender werdende Lektüre."
Abendzeitung

"Ein profunder Rückblick auf ein aufregendes Stück Geschichte, in dem die Weichen gestellt wurden für eine bürgerliche Lebensform. ... Das Buch ist geradezu ein Lehrstück in lebendiger Geschichtsschreibung. So lassen sich sogar Geschichtsmuffel bekehren."
Augsburger Allgemeine

"Das gekonnt in die Geschichte eingebettete und äußerst flott und farbig erzählte Lebensbild nimmt es an Spannung mit jedem erdachten Krimi auf und ist darüber hinaus ein Lehrstück dafür, wie man an der eigenen Macht zugrunde gehen kann."
Main-Echo -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Broschiert
Endlich mal wieder ein anständiger historischer Roman! Das heißt, eigentlich ist das ja gar kein historischer Roman, sondern eher eine Art Ermittlungsprotokoll. Allerdings ein Ermittlungsprotokoll, das sich liest wie ein Krimi allerbester Qualität. -- Krimi? Dochdoch. Krimi. Krimis beginnen schließlich normalerweise mit einer Leiche, und zwar idealerweise der eines Ermordeten, und dann werden die Mörder gesucht. Den Mörder wiederum findet man in einem ordentlichen Krimi, indem man das Umfeld unter die Lupe nimmt, sodann jedem Hinweis nachgeht, und bei der Gelegenheit natürlich alle nur irgend denkbaren Motive einsammelt. So auch hier. Ein Krimi also; so deutet es ja auch der Untertitel "Ein Mordfall im Mittelalter" an.
Aber andererseits auch wieder kein Krimi, denn erst einmal ist das spätere Mordopfer quietschlebendig und zieht in Lokal- und Großpolitik jahrzehntelang die Fäden. Genau genommen ist E.W. Heines Roman "Toppler" nämlich eine Geschichtslektion des besonderen Art, die ganz unschuldig daherkommt als anschauliche Rothenburger Lokalgeschichte im ausgehenden Mittelalter, einer Zeit also, in dem nicht nur hier die Weichen entscheidend gestellt wurden.
Und dennoch befindet man sich in einer ganz anderen, fremden Zeit, die man nicht ohne weiteres versteht: Zeitrechnung und Raumbegriff von der heutigen grundverschieden, da nach ganz anderen Kriterien "geordnet"; grundverschieden von den heutigen auch sittliche Maßstäbe und Rechtsauffassung (nicht das Unrecht gegen andere Menschen war zu ahnden, sondern der Verstoß gegen Gottes Gesetz). Ideelle und materielle Werte keine gegensätzliche Begriffe, sondern oft ineinander verwoben -- und die Gesellschaftsordnung erstens sowieso anders als heute, und zweitens im Umbruch begriffen: Die Städte begannen "aufsässig" zu werden, derweil das Rittertum die Neuerungen und deren Auswirkungen nicht so recht mitbekam und u.a. auch deswegen oft verarmte, mit ritterlichen Reaktionen, für die den Rittern heute "lebenslänglich" blühte. Obendrein eine diplomatische Finesse quer durch die Instanzen, die heutige Politiker schwindlig umranken würde...
Und neben Burgruinen und einigen spektakulären Stadtansichten hat das Mittelalter vor allem in der Sprache erstaunlich viele Spuren hinterlassen, und gerade ihre Erwähnung verdeutlicht nicht nur vieles, sondern lässt es auch in Lesers Gedächtnis haften. E.W. Heine erweist sich damit nicht nur als sachkundiger und fesselnder Erzähler, sondern auch als guter Didaktiker.
All das unterscheidet "Toppler" angenehm von so manch geschichtsheimelndem Bestseller und hebt den Roman weit über das Gros des Genres hinaus.

Mit dieser lebendigen Schilderung spätmittelalterlichen Lebens im Detail und spätmittelalterlicher Großpolitik im Großen verknüpft E.W. Heine nun Heinrich Topplers Biographie. Dass er sich Toppler als zentrale Gestalt gewählt hat, dürfte kein Zufall sein -- dieser unglaublich wohlhabende Rothenburger Kaufmann und politische Senkrechtstarter zeigt sich einerseits noch ganz dem mittelalterlichen Weltbild verpflichtet, mit allen oft befremdlichen und skurrilen bis grausamen Konsequenzen. Andererseits wirkt er in Heines Schilderung fast schon wie ein Renaissance-Fürst, in all seiner Weitsicht und politischem Geschick, und in seiner Gewandtheit, wenn's um gewieftes diplomatisches Fädenziehen geht, quer durch Fürstenhöfe, Städtebünde und Bischofsresidenzen seiner Zeit (falls sich jemand wundert: Damalige hohe Geistliche waren oft um alles mögliche besorgt, nur nicht ums Seelenheil der ihnen Anbefohlenen). So ganz nebenbei taucht man beim Lesen hinein ins oft erstaunlich fremde mittelalterliche Leben: "Wichtiger als die Wirklichkeit getreu wiederzugeben war es, die ideelle Existenz widerzuspiegeln" -- das galt nicht nur für bildende Kunst und Ständeordnung. Von so manchem, seit dem 19. Jahrhundert verklärten Mittelalterklischee wird die güldene Patina gründlich weggeschrubbt.

Dabei widersteht Heine durchweg der Versuchung, seine Leser vom Katheder herab zu belehren; die Lektüre erfordert keine Vorkenntnisse. Jedes der vielen Kapitel widmet sich einem besonderen Aspekt damaligen Lebens, oft anschaulich gemacht mithilfe signifikanter Anekdoten und Details: Der "Verkauf" von Hinrichtungen stadteigener Missetäter an andere Städte war ein lukratives Geschäft, und bei den ach so sagenumwobenen Ritterturnieren ging's viel prosaischer zu als in den König-Artus-Filmen. Kaiserliche Politik konnte die Staatsfinanzen arg strapazieren; ein Wormser Metzger wehrte anno1348 dem bankrotten Kaiser solange die Abreise, bis er die Rechnung beglichen hatte -- er hatte triftige Gründe für sein Vorgehen... Wer sich das nicht süffisant und detailliert vorstellt, wie der Metzger den Kaiser ausschimpft, weil der seine Knackwurstsemmel (mit Senf?) nicht bezahlt hat -- also, der lügt.

Aber zurück zur Mordakte Heinrich Toppler, denn dessen Spur verliert Heine nie, bei aller akribischen kriminalistischen Recherche und Rekonstruktion spätmittelalterlichen Lebens. Zunächst einmal gibt sich jedes spektakuläre Mordopfer irgendwann einmal eine Blöße; Toppler bildet keine Ausnahme. Und dass einem allzu Erfolgreichen schonmal allzu viel Ruhm erst zu Kopf steigt und ihn dann stolpern lässt, das hat man öfter, zumal wenn irgendwann sich ein wenig Altersstarrsinn einstellt. Wie sich das jedoch bei Toppler ausnahm und was da im Einzelnen ablief und zusammenkam, das rekonstruiert Heine auf beste Kriminalisten-Art.

Das Leben des ehedem hochgeachteten Bürgermeisters, ohne dessen Weitsicht und Arbeit Rothenburg heute wohl anders aussähe (und vermutlich auch kaum einen Touristen interessierte), endete schmählich, soviel war schon vorher bekannt. Dass, warum und wie Topplers Ableben jedoch beschleunigt wurde -- nun, auch das legt Kommissar Heine im 33. und letzten Kapitel dar, nicht minder scharfsinnig kombiniert wie all das Vorangehende. Dochdoch. Das IST ein Krimi. Und zwar ein guter.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Toppler lässt einen vergessen, dass man eine Dokumentation liest. Die Schilderungen und Rückschlüsse auf das mittelalterliche Leben und die politischen Verhältnisse lesen sich dank des erzählenden Stils über die Person und das Leben Topplers so spannend wie ein Roman.
Trotzdem schafft es Heine die Fakten (also zumindest das was anhand historischer Quellen rekonstruierbar ist) von den Spekulationen zu trennen. Anders als in einem historischen Roman legt der Autor offen, welche Erkenntnis als gesichert gilt und welches Indiz zu folgender Mutmaßung führt.
Ein rundum gelungener Lesegnuß der einem nebenbei ein authentisches Bild des Aufstiegs und der Lebensverhältnisse des Bürgertum im Mittelalter vermittelt. HÖCHST EMPFEHLENSWERT!!!
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Ernst W. Heine hat hier einen hervorragenden Roman ueber Rothenburg ob der Tauber im Mittelalter geschrieben. Er beschreibt Aufstieg und Fall des maechtigen Buergermeisters Toppler und schildert genau das Alltagsleben es mittelalterlichen Menschen. Ich habe außer Barbara Tuchmann und Maurice Druon noch keine so spannende Darstellung des Mittelalters gelesen.

Allerdings hat fuer mich das Buch einen Nachteil und deshalb vergebe ich "nur" vier Punkte: Die Hauptfigur, Toppler, kommt mir etwas zu kurz. Bei aller Begeisterung des Autors ueber das Alltagsleben des Mittelalters wird die Biographie Topplers zu wenig herausgearbeitet. Die Umstaende seines Sturzes und seiner Ermordung werden am Ende fuer mich nicht klar genug dargestellt. Zwar werden Selbstueberschaetzung im Kampf gegen seine Feinde, insbesondere den hohenzollerischen Burggrafen von Nuernberg benannt (der offenbar die Feinde Topplers im Rat bestochen hatte und seine Absetzung und seinen Tod herbeifuehrte) und auch zunehmende autokratisch-diktatorische Neigungen Topplers erwaehnt.Warum jedoch seine Freunde und Verbuendeten im Rat ihn verrieten, wird dem Leser nicht deutlich gemacht. Sonst aber: hervorragend, auch im Stil. Auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch ueber das Mittelalter

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