'Topaz' ist ein reinrassiger Spionagefilm vor dem Hintergrund der Kubakrise im Jahre 1962. Russland begann in diesem Jahr, Raketenbasen auf der Insel zu errichten. Zu Beginn von 'Topaz' ist diese Aufrüstung vor der Küste Amerikas noch Geheimnis der Russen und Kubaner. Der amerikanische Geheimndienst erhält im Film den ersten Hinweis vom einem Überläufer des KGB, General Kusenov (Per-Axel Arosenius), dem in einer etwas umständlichen Aktion in Kopenhagen, zu sehen in der Eröffnungssequenz des Films, die Flucht ermöglicht wurde. Doch leider können die Amerikaner nicht selbst handeln, denn die einzige käufliche Quelle auf kubanischer Seite würde nie mit den ihnen verhandeln. Sie wenden sich daher über den CIA Agenten Nordstrom (John Forsythe) and den Franzosen André Devereaux (Frederick Stafford). Diesem gelingt es, geheime Papiere zu entwenden, die Hinweise auf die Machenschaften der Russen auf Kuba geben. Doch muss Devereux, um ein wirkliches Bild der Lage zu bekommen, selbst nach Kuba reisen. Dort trifft er sich mit dem Kopf des klandestinen Widerstands, der Tochter eines Revolutionshelden, Juanita de Cordoba (Karin Dor). Über sie gelangt er an die notwendigen Aufnahmen, doch als er bereits wieder abgereist ist, wird die Verschwörung entdeckt, der Kreis um Juanita gerät in die Fänge der kubanischen Schergen. Der Widersacher als strammer Vertreter des kubanischen Militärs ist Rico Parra (John Vernon), dessen kaltblaue Augen die ganze Gefahr ausdrücken, unter der der Widerstand operiert. Doch Devereux ist nicht am Ende: Zurück in Washington wird er von den Franzosen zurückberufen. Von Kusenov erfährt er, dass es in Frankreich nicht nur einen Maulwurf der Russen, sondern einen an höchster Stelle operierenden Spionagering gibt. Diesen muss Devereux sprengen. Seine ohnehin bereits strapazierte Ehe zu der sehr blonden Nicole (Dany Robin) wird hier erneut auf die Probe gestellt, zumal er seinen eigenen Schwiegersohn mit in die Sache hineinzieht. Der Preis, den Deveeux schliesslich zahlt, ist ein menschlich hoher. Am Ende des Films ist die Kubakrise überwunden, doch wenn man im Abspann nochmals die Bilder der Gefolterten und Toten des Films sieht, weiss man, dass die Erfolge der hohen Politik durch ungesehene und ungenannte Opfer von Menschen aus Fleisch und Blut gebracht werden.
'Topaz' ist ein Spionagefilm, der sich formell auf der Höhe des Genres bewegt. Der sehr charmante und gutausehende Spion Devereux befriedigt alle Klisches, ebenso wie sein Widersacher auf Kuba, der stahlharte, finstere Rico Parra. Dass der Film doch nicht vollkommen zu überzeugen vermag, hat seinen Grund in nicht immer befriedigenden Personenkonstellationen. Die Freundschaft zwischen Devereux und Nordstrom bleibt, trotz ihrer Bedeutung für den Film, kühl und unterbelichtet, auch das persönliche Umfeld von Devereux in Paris, in dem sich schliesslich der Verräter findet, bleibt im Schematischen. Sehr unglücklich schliesslich ist, dass die gespannte Beziehung von Devereux zu seiner Frau Nicole nicht ausgelotet wird, obwohl sie im Film eine wichtige Rolle spielt. 'Topaz' ist damit ein in der Form vollendeter Spuionagefilm, dem aber das Herz in Form von glaubhaften Personenbeziehungen fehlt. Daher kann der Film ein wenig zu kühl wirken, was sich merklich auf den Spannungsbogen auswirkt.
Hitchcock-Fans werden sich dieses Spionagestück nicht entgehen lassen können. Mehr als andere Filme Hitchcocks ist er auch ein Zeitdokument einer der heissesten Phasen des kalten Krieges. Liebhaber spannungsgeladener Spionagefilme werden jedoch den eher flachen Spannungsbogen beklagen. Und wer gar auf James-Bond-artige Action spekuliert, die in diesem Film durchaus manchmal greifbare Möglichkeit ist, muss enttäuscht werden - jegliche Action findet fast ausschliesslich ausserhalb des Kamerablickwinkels statt.