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3.0 von 5 Sternen
Kurzweiliger Endzeit-Trash mit Metal-Faktor, 29. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Tooth and Nail - Die letzten Tage der Menschheit [Blu-ray] (Blu-ray)
Tja, fangen wir mal mit dem positiven an, und da hätten wir gleich mal den wirklich genial gemachten Vorspann. Musik, Schnitt und Szenenwahl stimmen hervorragend auf den selbstverschuldeten Untergang der Menschheit ein und sorgen für ein authentisches Endzeit-Feeling. Das mal wieder nur das Erdöl schuld ist, stört auch nicht weiter. Das ist man als Endzeitfan ja gewohnt.
Allerdings scheint dieser Film von drastischen Budgetbeschränkungen belegt worden zu sein, denn gefühlte 90% spielen in derselben Etage eines verlassenen Krankenhauses, wo sich eine Handvoll Überlebender mit Rot-Kreuz-Notnahrungen über Wasser hält. Das zeigt auch, dass der Untergang noch nicht lange her sein kann.
Ab hier macht der Film oder bzw. die Figuren des Films leider alles falsch, was man in einer postapokalyptischen Welt falsch machen kann:
- sie denken gar nicht daran, die Großstadt zu verlassen, obwohl Ballungszentren in jedem Krisengebiet in dem Anarchie herrscht schnell zur Todesfalle werden
- sie werden von einem Theoretiker und Wissenschaftler, dem "Professor", angeführt, was ziemlicher Blödsinn ist, da in einer Endzeitwelt nur mit militärischer Effizienz oder archaisch-brutaler Psychose eine Überlebenschance besteht, Pazifisten sind in so einer Welt nur Opferlämmer
- sie nehmen eine Fremde völlig gedankenlos in ihrer Mitte auf, ohne auch nur die geringste Wachsamkeit walten zu lassen
- sie denken permanent über die Trennung voneinander nach und ziehen das im Laufe des Films auch durch, während in einer postapokalyptischen Welt nur zahlenmäßige Überlegenheit oder zumindest Teamgeist eine Überlebenschance bietet
- nur ganz am Anfang des Films sieht man sie auf einem kurzen Erkundungsgang zur Materialbeschaffung, den Rest über hat man das Gefühl, als würden sie seit Wochen/Monaten nur im Krankenhaus herumsitzen
- sie haben sich keinerlei Waffen zur Verteidigung gebaut, reden zwar von "Befestigungen", die bekommt man aber nie zu Gesicht
- der Zutritt zur bewohnten Etage ist nicht mal mit einem Fahrradschloss gesichert, es steht alles offen
- sie verfügen über einen Bogen mit ein paar lustigen grünen Pfeilen, die aber nie wieder eingesammelt werden
- es gibt keine Verteidigungsstrategie, obwohl schon vor dem Auftauchen der "Bösewichter" über die Wichtigkeit der Defensive philosophiert wird
- keiner von ihnen scheint über medizinische Kenntnisse zu verfügen, wenngleich das Krankenhaus relativ gut bestückt ist, trotzdem hat sich wohl nirgendwo ein medizinisches Lexikon o.ä. angefunden, obwohl sowas neben Waffen und Munition immer oberste Priorität hat
- sich selbst die Zähne mit einer Holzfeile spitz zu schleifen ist auch ein Brüller, mal davon abgesehen, dass das enorm schmerzen würde (dauerhaft, weil Schmelz weg), wären die Zähne nach ein paar Wochen durch Karies zerfressen und böten im spitzen Zustand auch keinerlei Vorteile beim Kannibalismus, Raubtiere haben generell nur 4 Fangzähne, der Rest ist zum Schneiden da
Die Liste könnte man sicherlich noch lange fortsetzen, aber das sollte erstmal genügen, um die Unlogik des Films offenzulegen. Trotzdem bietet der Streifen 90 Minuten blutige Unterhaltung und zeigt auf beeindruckende Weise, warum Nietzsche mit seiner "Might Makes Right"-Philosophie eben doch Recht hatte, denn erst, nach dem die Überlebenden ihre Waffen auch benutzen und strategisch vorgehen, wendet sich das Blatt. Der Film vermittelt trotz allem Trash eine ernste Botschaft, nämlich, dass sehr viele Menschen ohne Einschränkungen durch Staatsorgane oder eine stabile Gesellschaftsordnung sehr schnell in derart tiefe Abgründe sinken, die sie sich vorher selbst nicht hätten vorstellen können. Da braucht man gar nicht erst an die anarchistischen Zustände auf Sri Lanka nach dem Erdbeben oder die Wasserkriege in Afrika zu denken, ein Blick in manche deutsche Fußballstadien reicht völlig aus.
Ach ja, der Metal-Faktor. Die Bösewichter sehen irgendwie alle aus, als wären sie direkt auf dem letzten Wacken-Konzert gecastet worden. Das hat mir persönlich aber nichts ausgemacht und bietet eher einen hervorragenden Kontrast zu ihren pazifistischen Opfern.
Generell können Endzeitfans bedenkenlos zugreifen. Filme wie 28 Days/Weeks Later bieten aber ein realistischeres Umfeld, von den Zombies mal abgesehen, die aber im Grunde genommen auch nichts anderes als psychopatische Gangs sind.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Erwartungen erfüllt?, 16. September 2009
Wie man den Film beurteilt, hängt wohl v.a. davon ab, mit welchen Erwartungen man an ihn herangeht.
Der Titel ist Schrott, genauso wie das Cover. Beide passen nicht wirklich zum Film.
Wer einen Horrorfilm oder gar Splattermovie sucht, ist hier an der falschen Adresse. Natürlich kommen hier einige Menschen auf unnatürliche Weise ums Leben. Doch sinnfreies, dafür aber umso deutlicher dargestelltes Morden und Ermordetwerden gibt es anderswo in Hochglanz und "besser" inszeniert.
Nach wenigen Sekunden ist eigentlich klar: Das ist ein Lowbudget-Film und ein What-If-Film. Nach all den Endzeitfilmen, die entweder auf Splatterei getrimmt waren (28 *** later, Resident Evil, Doomsday etc.) oder im großen Hollywoodstil den Mensch als bemitleidenswerten Spielball der Naturkräfte sentimentalisiert haben (Day After Tomorrow u.ä.), kommt hier ein Film mit einem ganz simplen und unspektakulären Szenario daher, das ev. noch den größten Realitätsbezug von den bisher gesehenen hat. Keine Monster, Aliens, Krankheit oder Naturkatastrophe sondern einfach das Fehlen von Rohölreserven. Kein Öl, keine Energie, weil selbst für Atomstrom Lastwagen benötigt werden und auf Dauer dann eben (gut, hier werden halt keine Alternativentwicklungen bis zum völligen Öl-Ende angenommen) nichts mehr geht. Das ist die Einleitung des Films.
Interessant ist eben, wie kommen die Menschen unter diesen Bedingungen über die Runden. Gezeigt werden zwei Gruppen. Die eine hält sich mit allem haltbaren Essen in einem großen Gebäudekomplex, der praktischerweise einmal ein Krankenhaus war, über Wasser. Die andere Gruppe sind Kannibalen, die durch die Stadt ziehen und des Nachts auf Nahrungssuche gehen und dabei noch nebenbei ihre Mordgelüste befriedigen.
Wie gesagt, ein Horrorfilm im eigentlichen Sinne ist das irgendwie nicht. Kein Wunder, daß in anderen Rezensionen das Wort "langweilig" fällt. Unter dem Gesichtspunkt atemlose Spannung und Blutschocker trifft das wohl ohne Einschränkung zu.
Aber wenn man sich darauf einläßt und die Prämissen akzeptiert, wird einem ein - wie ich finde durchaus realitätsnahes - mögliches Szenario präsentiert, wie sich Menschen unter den vorgegebenen Verhältnissen verhalten würden. Und unter dem Gesichtspunkt ist der Film gar nicht mal schlecht gemacht, weil die Nüchternheit (mancher wird das auch als Langweiligkeit hinstellen), mit der der Film daherkommt, den unvoreingenommenen Zuschauer durchaus mit dem Gedanken zurückläßt "Ja, so könnte es sein. So könnte es aussehen, wenn - aus welchem Grund auch immer - die Gesellschaft auseinanderfällt". Survival of the fittest. Unspektakulär, aber echt und nicht wie in irgendeinem surrealen Splattermovie mit Bodycount und zig verschiedenen Todesarten, der noch einen ganz tollen Twist am Ende haben muß, um hipp zu sein und ein Klassiker zu werden.
Dieser Film sagt einfach unter den gegebenen Bedingungen: "Willkommen im Leben! Träumen war gestern."
Und so ist der Film eigentlich wie im richtigen Leben. Wie man ihn beurteilt, hängt davon ab, mit welchen Erwartungen man an ihn herangeht.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Hier stimmt nur die Menu-Musik, 22. Dezember 2008
zu erst: ich hab mir den film glücklicherweise nur ausgeliehen für 3¤.
mag ja sein das es filme gibt für die nur knapp 100¤ als budget zur verfügung stehen, aber das kann man nun nicht als ausrede dafür nehmen, dass der film so ein flopp ist. das cover wirkt recht viel versprechend und auch die menu-muisk hat was, aber schon nach 15 min stellt sich eine "oh was wird wohl nun passieren" spannung ein.
die idee, dass der menschheit das öl ausgeht ist ja ganz okay aber, dass deshalb ca 14 männer, wie krieger bekleidet,angeführt von einer frau die überhaupt nicht in die rolle passt,eine kleine gruppe von menschen in einem krankenhaus verspeißen muss??? es kommt während der 91 min
0 Spannung auf, das geschehen ist zu vorhersehbar, charaktere bringen ihre rolle nicht gut rüber und so könnte man die liste immer weiter führen.
abschließend 2 dinge: 1. ich hab den film nach 70 min ausgemacht und 2. überlegt euch 3,4,5x ob ihr diesen film wirklich sehen wollt
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