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Wenige Platten landen bei mir mindestens einmal im Monat auf dem Plattenteller, diese ist so eine. Die Knaller sind selbst Ska-Banausen wohlbekannt: "Too much too young", der Opener, "Rude Boys Outta jail", die Hymne der 'Rudies', "Monkey Man", die Coverversion "Rat Race" oder der All-Time-Favorite "A Message to you Ruudie" sind Perlen des Ska.
Fuer alle die mit Ska nichts anfangen koennen, folgende Kurzumschreibung des Musikstils: Ska ist eng mit dem Reggae verwandt, in seinen Frühformen dem Reggae zum Verwechseln ähnlich, jedoch temporeicher und rhytmischer, daher auch tanzbarer. Der UK-Ska der 80er besticht durch konsequente Betonung der "Off"beats, also dem 2. und 4. Zähler im Viertakt. Die Harmonien sind einfach, die Tonart meist Dur, die Texte sozialkritisch oder einfach nur lustig. Hauptinstrumente sind Schlagzeug, Bass, Orgel, Bläser (sehr wichtig!), Gitarre und Stimme, letztere oft als Rhythmusinstrument gebraucht. Die hier besprochene Platte sei als Einstiegsdroge jedem Neuling in Sachen Ska wärmstens empfohlen.
Oft umweht den Ska der Ruf der Fascho-Musik. Es gibt tatsächlich rechte Ska-Bands, doch sind die in der verschwindenden Minderheit. Viele Ska-Fans sind Skins, doch sind diese nicht rechts, was man allzuleicht vergisst. Das soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die unpolitischen oder gar linken Skins durchaus gewaltbereit und auf der Suche nach einer deftigen Schlägerei sein koennen. Der Großteil der Ska-Fans ist jedoch friedlich, die Gruppe der Fans eh sehr heterogen, was den Reiz dieser Musik für mich nur noch weiter verstärkt.
Natürlich hat sich auf dem Feld des Ska viel getan in den letzten Jahren, gerade in den USA, wo sich an der Ostküste rund um Boston ein eigener Stil etabliert hat, der äußerst reizvoll ist (Toasters, Bim Skala Bim, Skeletones, Mighty Mighty Bosstones...). Auch Kalifornien hat eine lebendige Szene.
Auch in Deutschland gibt es hervorragende Bands. Mein Favorit ist - trotz ihrer gerade vollzogenen Auflösung - weiterhin Mother's Pride, zu nennen sind noch Skaos und die Busters, Bluekilla und und und...
Dennoch schauen alle mit Freude auf die Specials zurück, die den 'modernen' Ska mitbegründet haben. Auch die etwas verspielteren Madness sind Heroen dieser Zeit. Wer auf Frauenstimmen steht, der sollte mal The Selecter probieren, die lassen einen schwer wieder los.
Zurück zur Platte: Tanzbarer und besser kann kein Ska sein. Die Stimmung der frühen 80er, die ja auch zur Entstehung des Punk und der Wave/NDW gefuehrt hat, findet sich in diesem Album der Extraklasse wieder. Der niedrige Preis sollte es denjenigen, die dieses Album nicht besitzen, zudem erleichtern, sich mal mit dem Phänomen Ska näher zu befassen. Gerade auch in Zeiten, in denen Dancehall (Shaggy, Sizzla, Seeed, Jan Delay) immer populärer wird, in denen gar eigene Dancehall-Magazine auf den Markt kommen, sollten wir die gute alte Tante Ska nicht vergessen. Skank it!
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