Ich muß zugeben: entdeckt habe ich MC erst sehr spät. So ungefähr erst vor ca. 6 Monaten und noch hinzu kommt: nicht mit einem Album aus der klassischen Phase der 80er. Mein Einstieg war der bandbetitelte 94er Output. Den Tip bekam ich vor einiger Zeit von einem Kumpel, der selbst Musik macht (Drummer der Stereopilots). Das Album, fett produziert von Bob Rock, inmitten der Hochphase des Grunge, ist schlicht der Hammer. Aber das ist eine andere Geschichte...
Das Debüt, "Too fast for Love", ist ein Album aus einem Guß, was die Band damals zurecht für einen Major-Deal interessant machte. Roh und wild gehts zu und dabei kann ich beim besten Willen nicht erkennen, daß hier nur Glam-Rock Klischees runtergeritten werden. Ähnlich wie Kiss auf ihrem Debüt schaffte die MC einen harten Punch zu landen. Mick Mars röhrender Gitarrensound, eine straffe Rhythmus-Abteilung und Vince Neils cool-lasziver Gesang liefern die Zutaten für eine neue Trademark anfang der 80er. Ach es macht einfach Spaß und es groovt wie Sau!
Der Sound der Scheibe ist leider nicht so ganz sauber. Wie unlängst bekannt, hatten die Jungs damals keine Kohle und mussten die Produktion fast im Alleingang stemmen. Daher ist es kaum verwunderlich, das auch jetzt mit einem zeitgemäßen Remaster wohl nicht mehr alles möglich war. Die 2003er Version, die ich hier bewerte, hat einen etwas schrammeligen Sound. Aber keinesfalls schlecht! Irgendwie finde ich so nach einigen Durchläufen den Sound geradezu charmant für diese Scheibe.
Fast bedauerlich ist nur, daß ich solang gebraucht habe die MC zu entdecken. Manchmal gehen Bands und deren Musik einfach so an einem vorbei. Ist halt so. Passiert sogar dem Rockarchiv.