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Produktinformation
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Tony Takitani von Haruki Murakami ist ein großartiges Buch. Und das aus zwei ganz unterschiedlichen Gründen. Tony Takitani ist nämlich nicht nur eine wundervolle Erzählung. Tony Takitani ist darüber hinaus auch noch ein wundervoll gestaltetes Buch, das von seinem in sanfte grau-blaue Töne getauchtes Layout mit seiner klugen Seitenteilung und dem großzügig-edlen Satz ebenso ruhig fließend daherkommt wie das Leben seines Helden -- und ebenso edel aussieht wie die noblen Designer-Kleider von dessen Frau. Das liegt unter anderem auch an den melancholischen Filmbildern aus der gleichnamigen Verfilmung der Erzählung durch Jun Ichikawa (Regie) und Taishi Hirokawa (Kamera). Buch und Film sollte man sich nicht entgehen lassen. Denn ein derart schönes, verstörendes -- und rätselhaftes -- Kleinod wie Tony Takitani bekommt man als Leser und Kinogeher nicht alle Tage zu Gesicht. --Thomas Köster
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Tony Takitani selbst ist eine äußerst gelungene Erzählung. Viele der Motive, die sich durch Murakamis Werk ziehen, kommen hier wieder zu tragen.
Schön wäre es aber gewesen, wenn der Herausgeber vielleicht noch ein paar andere unveröffentlichte Kurzgeschichten von Haruki Murakami für den Preis von 16 Euro hinzugelegt hätte. Denn so ist die Ausgabe zwar höchst edel gesataltet, jedoch im Hinblick auf das Verhältnis Preis-Lesezeit nicht wirklich konkurrenzfähig.
Der kurze Text liest sich mitunter wie ein Märchen. Und ist ‚fantastisch' im besten Sinne des Wortes. Murakami kann das: unwahrscheinliche Dinge auf glaubwürdige Fundamente stellen. Und er selbst hat gesagt: "Ich glaube an die Kraft einer Geschichte und wenn wir das Gebiet der Fantasie betreten, können wir etwas Wichtiges in uns berühren, das es im täglichen Leben nicht gibt." Der Leser ist verzaubert. Oder leicht entrückt. Und fühlt eine Träne im Knopfloch.
Über jeden Zweifel erhaben ist dagegen der eigentliche Inhalt des Buches. Murakami erzählt wieder mal eine Geschichte über Zwischenmenschliches - über Nähe und Isolation, über Liebe, Einsamkeit und Verlust. "Tony Takitani" ist eine Geschichte, die einem so schnell nicht aus dem Kopf geht und somit ein typischer Murakami. Murakami ist ein Meister im Erzählen von Geschichten, die einem nicht aus dem Kopf gehen und so steht "Tony Takitani" in bester Murakami-Tradition.
Schon nach wenigen Zeilen nimmt einen die Geschichte gefangen. Haruki Murakamis Erzählstil wird von einer merkwürdigen Poesie getragen. Seine Geschichten haben etwas Magisches. Er fesselt durch seine Art zu erzählen, durch seinen bedachten Umgang mit Worten, durch die Bilder, die er im Kopf erzeugt. Seine Erzählweise, die auf den ersten Blick ein wenig kühl und distanziert wirken mag, ist bei näherer Betrachtung das genaue Gegenteil: eindringlich und emotionsgeladen - aber eben auf seine ganz eigene Art und immer wieder auch ein wenig verstörend.
Auch "Tony Takitani" zeigt deutlich diese Mischung. Auf der einen Seite Distanz und deutlich spürbare Kühle. Auf der anderen Seite ein tiefer Einblick in Emotionales. Tony Takitanis Frau bekommt nicht einmal einen Namen, man erfährt nichts über ihr Leben, weiß nur um ihre Kleiderbesessenheit. Ihr Tod kommt plötzlich und unerwartet, geradezu beiläufig und gerade darin liegt bei Murakami so viel Wucht: "In diesem Moment raste ein Lastwagen, der noch bei Gelb über die Kreuzung fahren wollte, mit voller Geschwindigkeit in ihren Renault Cinque. Ihr blieb nicht einmal Zeit, etwas zu spüren."
"Tony Takitani" ist in zweifacher Hinsicht ein Kunstwerk - literarisch und visuell. Das Buch mit dem dicken, schlichten Pappeinband ist angereichert mit Bildern aus der gleichnamigen Verfilmung von Jun Ichikawa. Bilder, die Lust auf den Film machen. Bilder, die all die Emotionen wiederspiegeln, die auch Murakami auf erzählerische Art vermittelt.
¤ 16,- für eine 64-seitige Kurzgeschichte mögen schon sehr teuer sein, aber zweifelsohne bekommt man dafür auch ein ungewöhnliches Buch geboten. Ein Murakami zieht nicht spurlos an einem vorbei - auch dieser nicht. Ein Autor, der Eindruck macht und eine Erzählung, die im Gedächtnis haften bleibt.
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