Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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56 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
freiwillige selbstkopiewehr, 21. Januar 2009
wieder einmal waren die vorausberichte ein unsinn. weder sind ff (franz ferdinand, nicht freiwillige feuerwehr) jetzt eine elktronikband (sieht man vom zweiten teil von "lucid dreams" ab), noch folgen sie ihren genre-kollegen the killers unter die discokugel.
auch wenn dieses album "anders" klingt, sind ff immer noch ganz eindeutig ff, also zum tanzen gebrachter rock. was sie getan haben, war vermutlich die notwehrreaktion einer band, die keine lust hat, sich zu kopieren, weil das nämlich eh alle anderen tun. ff standen am anfang der gigantischen newnew wave, welche seit 2005 alles überrollte: pumpende 1-2-1-2-bässe, zappelige gitarren, zum rock verschärfte dance-beats vom schlagzeug, dazu schluchzender, knapp vorm überschnappen befindlicher gesang. sehr, sehr lässig, das ganze!
all das ist auf dem neuen album auch da, aber es ist weniger vordergründig, weniger auffällig, verschliffener, zerfranster. im soundbild treiben sich diverse alte synthesizer herum, die gitarren schweifen ab, da und dort zeigt sich ein echo-effekt oder ein lustiges percussion-geräusch. ff klingen dadurch künstlerisch wertvoller, aber auch weniger prägnant, weniger zupackend.
die single "ulysses" - ein herrlich aufgeregter track - könnte ganz großes disco-kino sein, dazu schiebt der bass aber zuwenig. so ist es halt ganz großes indie-rock-kino. dieses stück ist sehr typisch für das ganze album. die nächsten stücke sind ähnlich aufgelegt: da bauen sich immer wieder hitmelodien und hitgrooves auf, um dann plötzlich links abzubiegen, sich zu verbremsen oder etwas anderes unvorhergesehenes zu machen. "twilight omens" könnte ebenfalls der große partyhit sein, ist dazu aber schlicht zu mysteriös - und eine spur zu langsam. "live alone" beginnt als superhit - nur um dann zu subtil für einen solchen zu werden. "lucid dreams" ist zur hälfte nett blubbernder indie-disco-rock - und zur anderen überdrückventil für sich aufgestaut habende elektronik-spieltriebe. lustig, aber auch ein bisschen länglich. danach geht das album mit zwei ruhigen, scheinromantischen stücken untypisch, aber interessant zu ende.
dieses album spielt, so scheints, mit erwartungshaltungen - die werden aufgebaut und umgehend enttäuscht, oft aber auf das allerangenehmste. oft, aber nicht immer - bei manchen songs habe ich den eindruck, die sind schlicht nicht ganz so gut, sprich zwingend, sprich auch inspiriert, wie früheres.
was ff mit diesem album gelungen ist: sie klingen anders - und trotzdem ausschließlich wie sie selbst. anders als bei anderen new new wave acts kommt man hier kaum auf die idee, die üblichen postpunk-verdächtigen als referenzen aufzuzählen. die nächstliegende benchmark bei ff ist immer ff.
das ist definitiv kein album, das beim ersten hören packt, niederzwingt, widerstand zwecklos macht. man muss sich damit schon öfter und genauer befassen, bis es abzuheben beginnt.
langfristig wird es entweder bis zum meisterwerk wachsen - oder zur randnotiz verkümmern. ich hoffe auf ersteres und befürchte zweiteres.
für den moment einmal ist es: faszinierend.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
gut, aber nicht so gut wie die Vorgänger!, 26. Januar 2009
Um es gleich vorweg zu sagen, das neue Album der schottischen Britpopper enthält gewohnt gutes Songmaterial, kann aber von der Hitdichte her den beiden Vorgängern nicht das Wasser reichen. Es gibt sehr schöne eingängige Songs wie man sie von Franz Ferdinand gewohnt ist (meine absoluten Favoriten: Twillight Omens, Ulysses und Live Alone) und daneben Songs, denen meines Erachtens einfach das gewisse Etwas fehlt, bspw. Turn it on und No you Girls. Ferner gibt es Songs wie das überlange Lucid Dreams, bei denen die Jungs einen ziemlich progressiven Ansatz verfolgen und die deshalb gewöhnungsbedürtig sind und nicht leicht ins Ohr gehen. Die hier an den Tag gelegte Progressivität ist neu bei Franz Ferdinand, enthielten ihre ersten beiden Alben doch fast ausnahmslos eingängige Hits. Man merkt, dass die Jungs sich weiterentwickeln wollen. Dies ist ja grundsätzlich positiv zu bewerten. Allerdings muss die Band m. E. aufpassen, dass sie sich dabei nicht verzettelt. z. B. nervt mich sehr die sich ständig wiederholende Synthesizer-Brumm-Melodie bei Lucid Dreams, die sich anhört wie ein Furzkissen auf Dauerbetrieb.
Schließlich sei noch gesagt, dass die Standardversion des Albums völlig ausreichend ist. Ich habe mich sehr geärgert, die Doppel-CD gekauft zu haben. Denn bei den zusätzlichen Songs handelt es sich um unnötige ausschließlich vom Synthesizer generierte Remixe mit ein paar sich nervig wiederholenden Gesangsfetzen. Diese Katzenmusik hat mit dem Stil der Band absolut nichts zu tun und gehört daher nicht auf ein FF-Album, nicht einmal auf einer Bonus-CD.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Weiterentwicklung auf hohem Niveau !!, 15. Januar 2009
Lange haben wir darauf gewartet. Jetzt ist es endlich soweit. Einer der neuen Indie Helden dieses Jahrzehnts und eigentlich die Referenzband der letzten Jahre hat ihr neues Album rausgebracht.
Mein erster Eindruck: Respekt! Der Sound etwas slicker als zuvor, alles auch ein wenig elektronischer, aber in Maßen. Alex Kapranos' Stimme ist nicht immer sofort zu erkennen. Und die Hits drängen sich nicht unbedingt auf, sind aber ohne weiteres vorhanden. Stellvertretend für diese Weiterentwicklung steht wohl der Song "Lucid Dreams" der mit über 7 Minuten Spielzeit das Normalmaß eines FF-Songs um Längen übertrifft und am Ende wähnt man sich eher auf einer Electro House Party als bei Franz Ferdinand.
Zu Hause fühlt man sich gleich bei "No you Girls" welches wohl den eingängigsten und FF-typischsten Refrain hat. Für die ruhigeren Momente wird auch wieder die Akustik Gitarre hervorgeholt. Leute denen auf dem letzten Album "Eleanor Put Your Boots On" zugesagt hat, werden hier zugreifen.
Fazit: Franz Ferdinand sind nicht für den schnellen Hit zu haben, den dann alle in ein paar Monaten vergessen haben . Sie setzen auf Progressivität und Nachhaltigkeit und werden deshalb mit aller Wahrscheinlichkeit wieder in allen Jahresbestenlisten zu finden sein.
Ein Grower!!!!
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