Für den 6. Band der Temeraire Reihe braucht man Durchhaltevermögen.
Obwohl die Welt am Ende von TONGES OF SERPENTS ganz anders aussieht als zu Beginn, passiert in den 288 Seiten nicht viel. Zum Teil liegt das daran, dass sich die Welt ohne Zutun von Laurence und seinen Freunden verändert und sie lediglich als Beobachter fungieren. Selbst wenn sie die Möglichkeit zum Eingreifen hätten, zögern sie und halten sich zurück. Laurence sucht den Weg des geringsten Widerstandes und weil er weiß, dass er es niemandem recht machen kann, tut er am liebsten nichts.
Die Verfolgungsjagd quer durch den Australischen Kontinent dominiert die Handlung. Sie erinnert mich ein wenig an die Reise nach China in
Throne of Jade, nur dass noch weniger passiert.
Ehrlich gesagt habe ich diese Herumreiserei langsam satt. Ich verstehe, was Novik damit bezweckt. Sie möchte die Napoleonischen Kriege zu einem Weltkrieg ausdehnen und stellt dafür die verschiedenen Schauplätze vor und wie sie darin verwickelt werden. Doch sie macht dabei zu wenige Fortschritte und gibt Laurence und Temeraire zu wenig Gelegenheit die Geschehnisse aktiv zu beeinflussen. Nur so können Hauptfiguren glänzen. Selbst die Interaktionen zwischen Laurence und Temeraire verlieren langsam die Anziehungskraft. Nach 6 Bänden hat man alles bereits einmal gesehen und Novik liefert zu wenig neues Material.