"Räven och Tomten", deutsch "Tomte und der Fuchs", erschien erstmals 1966. Sechs Jahre nach dem wunderschönen Märchenband "Tomte Tummetott" schrieb Astrid Lindgren dieses zweite Abenteuer rund um den kleinen Wichtel, wieder illustriert von Harald Wiberg.
Wer Tomte kennt muss einfach auch dieses Bilderbuch erstehen. Es ist so wundervoll poetisch wie eindeutig. Lindgren vermag dieser kargen Landschaft, den einfachen Menschen und dem mythischen Wesen Leben einzuhauchen. Auch vierzig Jahre nach seiner Entstehung ist "Tomte und der Fuchs" eines der schönsten Bilderbücher, die es gibt. Mit fast sechzig Jahren gelingt der Autorin eine Geschichte, die sie wie viele andere Abenteuer aus ihrer Feder unsterblich macht.
Doch auch wenn Astrid Lindgren hier ein Meisterstück abgeliefert hat, wird dies weit übertroffen von Harald Wiberg. Seine realistischen, traumhaft schönen Bilder einer versunkenen Welt sind unbestritten das Highlight dieser Ausgabe. Nicht umsonst wird die bei Oetinger erschienene Fassung ohne jede Änderung seit vier Jahrzehnten neu aufgelegt. Was kann man auch verbessern an einem Buch, dass prachtvoll ausgestattet, wunderschön illustriert und wunderschön getextet daherkommt. Und zudem zu einem Preis zu kaufen ist, der weit unter vergleichbaren modernen Produkten angesiedelt ist.
"Tomte Tummetott" ist mir bereits vor dreißig Jahren von meinem Vater vorgelesen worden und hat meinen Alltag verzaubert und mich in eine Traumwelt entführt, die ich nie freiwillig wieder verlassen wollte. Auch meine Kinder erliegen der Faszination dieses Bilderbuches, ja Kunstwerkes, immer wieder. Und ich denke, auch deren Kinder werden dieses Buch in ihr Herz schließen - kann es ein schöneres Schicksal für ein Buch geben?