Interview mit Tommy Jaud
Frage 1: Was heißt denn überhaupt "hummeldumm"?
Wie man eventuell schon ahnt, heißt das "dumm wie eine Hummel". Ob Hummeln wirklich dumm sind, weiß ich übrigens gar nicht. Ich finde aber, dass sie so aussehen, wenn sie fliegen.
Frage 2: Wie kann man die Hauptfigur von Hummeldumm, Matze Klein, in einem Satz charakterisieren?
Gar nicht. Ich bräuchte da mindestens zwei Sätze. Obwohl ... ich versuch das jetzt einfach mal: Matze Klein ist eigentlich ein ganz liebenswürdiger End-Dreißiger - was sich nur ändert, wenn man ihn in einen Kleinbus mit Vollspackos setzt und acht Stunden am Tag durch die Wüste rumpelt.
Frage 3: Und seine Freundin Sina?
Das Gegenteil. Sie bleibt liebenswürdig. Na ja ... fast.
Frage 4: In Resturlaub ging's ja auch um eine große Reise; man muss aber schon längere Zeit in Buenos Aires bzw. Namibia gewesen sein, um so darüber schreiben zu können, oder?
Die Rundreise durch Namibia hab ich tatsächlich gemacht. Und schon nach einem Kilometer im Bus wusste ich: Entweder du schlägst die Scheibe ein und rennst zurück zum Flughafen oder du holst dein Notizbuch raus, schreibst alles auf und machst einen Roman draus.
Frage 5: Und während der Arbeit an Hummeldumm lag dann eine Afrikakarte daneben?
Das ist jetzt aber lustig, dass Sie das fragen. Es lag tatsächlich eine Afrika-Karte daneben. Genau genommen eine von Namibia, weil ganz Afrika niemals auf meinen Schreibtisch gepasst hätte.
Frage 6: Ist eigentlich jeder Urlaub zu zweit ein Belastungstest für eine Beziehung?
Auf alle Fälle. Die meisten Paare sehen sich im Urlaub schließlich so oft wie sonst nie, die Fluchtmöglichkeiten sind begrenzt. Wenn man dann auch noch gezwungen ist, mit anderen Menschen auszukommen und sich nicht aussprechen kann, dann knallt's mit Sicherheit.
Frage 7: Wenn man viele Ideen für das jeweils nächste Buch hat, wann und wie fällt die Entscheidung für die Geschichte?
Da hab ich recht großes Glück, weil ich so viele Ideen nie habe. Das nächste Buch hat immer schon recht frühzeitig von innen an meine Schädeldecke geklopft und gerufen: "Ich! Ich! Ich!"
Frage 8: Wann ist es besonders einfach oder schwierig, lustig zu schreiben?
Genau jetzt!
Frage 9: Denkt man beim immerhin vierten Roman auch bei jeder Szene schon an die mögliche Verfilmung?
Schon beim Schreiben denke ich dran, ich benutze auch Software, mit der man eigentlich Filmszenen organisiert und ordnet. Ich mache das natürlich nicht, weil ich eigentlich gleich einen Film machen möchte, sondern weil ich finde, dass diese strukturierte Arbeit dem Buch gut tut. Einfach losschreiben kann ich nicht, da schreib ich jeden Stoff binnen fünfzig Seiten gegen die Wand.
Frage 10: Kommt als nächstes wieder ein Köln-Roman? Bzw. eine Vollidiot-Geschichte?
Also, irgendwie juckt es natürlich schon wieder. Und wenn ich mich nicht täusche, klopft es da auch schon wieder – und hat da nicht gerade jemand "Ich!" gerufen?