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Moviemans Kommentar zur DVD: Eine alles in allem schöne Veröffentlichung eines modernen Westernklassikers. Schade nur, dass es beim Bonus nicht so ganz mit der Wahrhaftigkeit klappt.
Bild: Die Bildqualität ist gut. Die Farben sind etwas übersättigt, was sich vor allem bei Rottönen zeigt (00:46:27). Gerade Western wirken mit starken Farben aber immer besonders gut. Rauschen ist erkennbar, allerdings nur bei homogenen Flächen störend. Während schwarze Kleidungsstücke schon mal mit dem Hintergrund verschmelzen können, sind Gesichter im Dunkeln gut konturiert. Die Schärfe ist gut, hat aber Aussetzer nach unten zu verzeichnen. Außerdem wurde mit einem Kantenfilter nachgeholten, was zu mal leichter, mal stärker auftretenden Halos geführt hat (00:26:05 oder 00:56:48). Vereinzelt fallen Drop-outs auf.
Ton: Die Direktionalität des Tons wird gut ausgespielt. Das sieht man immer wieder bei Gesprächen, wenn Leute rechts und links im Bild stehen. Die Umgebungsgeräusche wie Saloongerede oder Vogelzwitschern sind sehr schön ausgearbeitet. Effekte wie die nachhallenden Schüsse bei den Actionsequenzen sind durchdringend und basshaltig.
Extras: Schade sowohl am Audiokommentar als auch am Making Of ist, dass die Schwierigkeiten kaum angeschnitten werden. So ist es ein offenes Geheimnis, dass Kurt Russell praktisch durch George Pan Cosmatos inszeniert hat. Hier wird dies nicht angesprochen. Stattdessen versucht Cosmatos den Anschein zu erwecken, er sei vollverantwortlich gewesen. Neben dem Trailer gibt es sieben TV-Spots und eine Storyboardsequenz. --movieman.de
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State (allgemein):
Gradliniger, logisch aufgebauter, durchaus spannender Western nach dem Schwarz/Weiß Prinzip. Exzellente Darsteller - gute Regie und Kameraarbeit.
State (historisch gesehen):
Erst mal das Positive: Das eigentliche Duell am O.K.Corral (26.10.1881) wurde (zumindest bis zur Flucht von Ike Clanton) - entsprechend der historischen Lehrmeinung - exakt und detailliert (Kleidung, Bewaffnung, Wortlaut und Handlung aller 9 beteiligter Personen) rekonstruiert. Auch die Darstellung des Doc Holliday, bei dem man sich nie sicher sein konnte ob er in der nächsten Sekunde einen seiner meist makabren Witze macht oder lieber schießt, dürfte sehr nah an der Realität sein. Löblich auch, dass die Frauen bekannter Revolvermänner einmal in einem Film nähere Beachtung finden. Doch hier fangen die Probleme an. Während einige der im Film gezeigten Szenen zu Katherine Elder (Neben Belle Starr die wohl berühmteste "wilde" Frau der damaligen Zeit. Ihre Bekanntheit wurde später für einem John Wayne Film genutzt - "Die vier Söhne der...") - der Freundin Doc Hollidays - historisch verbürgt sind...
und nun kommt das Negative:
...war z. B. die Frau von Wyatt Earp tatsächlich tablettensüchtig, trennte sich aber nicht einvernehmlich von ihm, sondern wurde verstoßen und endete 6 Jahre nach den Geschehnissen in Tombstone nicht durch Krankheit, sondern - nachdem sie zuletzt als Prostituierte arbeitete - durch Selbstmord. Auch waren die Gebrüder Earp alles andere als die im Film dargestellten historischen Lichtgestalten. Tatsächlich begann ihre Fehde mit den Clantons und deren Anhang, den "Cowboys" bereits lange vorher. Dabei ging es um einen vermutlich von Wyatt Earp durchgeführten Pferdediebstahl. Nach Tombstone kamen sie auch nicht, um ihren "Frieden" zu finden, sondern schlicht um die Stadt zu "übernehmen". Warren (ein vierter Bruder, der im Film unterschlagen wird, 1900 bei einer Saloonschießerei getötet, nachdem er angetrunken einen Mann zum Duell forderte und erst dann bemerkte, dass er seine Waffe gar nicht dabei hatte), Morgan und Virgil übernahmen sofort nach ihrer nicht zeitgleichen Ankunft Gesetzeshüterjobs, während sich Wyatt Earp erst als Postkutschenbegleiter betätigte und später mit Doc Holliday unter zwielichtigen Umständen Teileigner des größten Amüsierbetriebes der Stadt, dem Oriental Saloon, wurde. Sie betätigten sich als Zuhälter, erhoben diverse Schutzgebühren und sollen sogar mit 3 Kumpanen (die im Film fälschlicherweise erst mal den "Cowboys" zugerechnet werden) einige Raubüberfälle verübt haben. Trotzdem wurde auch er - fast ein Jahr vor dem Duell - zum Gesetzeshüter.
Eine vollständige Liste aller Unzulänglichkeiten würde den hier vorgegebenen Rahmen sprengen, daher nur noch 3 Beispiele:
Die Anschläge auf die Earps fanden nicht alle in einer Nacht, sondern in einem ca. 2-Monats-Zeitraum statt.
Am Anfang des Films überfallen die "Cowboys" ein mexikanisches Dorf (verbürgt). Dabei lässt sich einer der Anführer (Curly Bill Brocious) die Sprache übersetzen. Das dürfte nicht notwendig gewesen sein - er war Halbmexikaner.
Johnny Ringo galt tatsächlich als einer der gefährlichsten Revolvermänner seiner Zeit. Getötet wurde er aber keinesfalls durch die im Film genannte Person, sondern entweder von einem Spieler namens O'Rourke oder einem üblen Burschen namens Buckskin Frank Leslie.
Anmerkung:
Josephine Sarah Marcus, im Film die Geliebte von Wyatt Earp (eine ausnehmend schöne Frau, wie eine historische Aktaufnahme beweist - heute Jugendfrei zu bewundern bei der sehr informativen Westernseite a-nation-a-history ) heirate ihn später und blieb bis zu seinem Tode bei ihm.
Die Darsteller:
Die Besetzungsliste liest sich wie ein "Who is Who" Hollywoods:
Kurt Russell, Sam Elliot, Bill Paxton, Powers Boothe, Michael Biehn, Charlton Heston, Michael Rooker, Billy Bob Thornton, Billy Zane
Neben den o. G. agieren viele Schauspieler aus der "2. Reihe", von denen uns eher die Gesichter und weniger die Namen bekannt sind.
Entsprechend könnte ich mich jetzt in berechtigten Lobpreisungen zu jeder Einzelperson ergehen, beschränke mich aber platzeshalber auf Val Kilmer, der sich vor dem Dreh intensiv mit den bekannten Fakten zu Doc Holliday auseinander setzte. Wie bereits bei der Darstellung von Jim Morrison (The Doors) verwandelt er sich 100%tig in seinen Charakter, stellt den psychopathischen, alkoholabhängigen, selbstzerstörerischen und trotz oder gerade wegen seiner Krankheit immer gefährlichen Revolvermann und Spieler in absoluter Perfektion dar.
Die DVD:
Bild (Widescreen 1.85:1) und Ton (DD 5.1) sind keine Referenz aber durchaus in Ordnung. Doch die Extras können einem Fan der DVD die Galle steigen lassen. O-Ton, Trailer, States der Schauspieler, Outtakes, geschnittene Szenen - all das sucht man Vergebens. Die Bios sind ein Witz und die angeblich korrekten Hintergrundinfos wurden tatsächlich dem Film angepasst, jedenfalls habe ich fast keine der dortigen Angaben in deutscher oder amerikanischer (Fach)Literatur wieder finden können.
Fazit:
Als reiner Unterhaltungswestern ist "Tombstone" wirklich zu empfehlen - 4 Sterne
Historisch gesehen aber ein fast 100%tiger Ausfall - 2 Sterne.
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