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Tomboy: Roman (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Thomas Meinecke
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

23. Mai 2000 suhrkamp taschenbuch (Buch 3118)
Ein Mädchen, das sich - entgegen gängigen Rollenklischees - wie ein Junge benimmt, wird im Amerikanischen "Tomboy" genannt. Aber ist ein Tom nicht auch immer schon ein Boy und der Begriff damit verräterisch tautologisch? Warum wird dieser doppelt männliche Ausdruck ausschließlich für Mädchen verwendet? Und warum kann ein Mann nicht lesbisch sein? Thomas Meineckes Roman ist ein bizarres Kabinett der gender troubles. Da ist die "zwangsheterosexuelle" Vivian Atkinson, damit beschäftigt, in ihrer Magisterarbeit die Philosophie der amerikanischen Feministin Judith Butler und die Irrtümer Otto Weiningers über Geschlecht und Charakter in Verbindung zu bringen. Da sind der feministische Gelegenheitsarzthelfer Hans Mühlenkamm, die bisexuelle Tennisspielerin Korinna Kohn und die lesbische Doktorandin Frauke Stöver, die mit Vivian Bücher und Platten tauschen. Und da ist Fraukes "phallische Verlobte" Angela, ehemals Angelo, die das katholische Frauenmagazin abonniert hat, weil sie "ganz einfach F rau" sein will.

Wird oft zusammen gekauft

Tomboy: Roman (suhrkamp taschenbuch) + Hellblau: Roman (suhrkamp taschenbuch) + Feldforschung: Erzählungen (edition suhrkamp)
Preis für alle drei: EUR 29,49

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 5 (23. Mai 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518396188
  • ISBN-13: 978-3518396186
  • Größe und/oder Gewicht: 17,9 x 10,9 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 149.526 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Bücher wie Tomboy oder Hellblau erscheinen...wie eine Antwort auf Musils Versuch, die Welt hinter den uferlosen Diskursen wiederzuerlangen: als stellten sie die Frage, wie eine lebendige Welt inmitten der Diskurse zu gewinnen sei, nachdem Dilettantismus zum Schicksal geworden ist.«

(Michael Adrian Frankfurter Allgemeine Zeitung )

Über den Autor

Thomas Meinecke wurde am 25.08.1955 in Hamburg geboren. Ab 1977 in München lebend, war er dort von 1978 bis 1986 Mitherausgeber und Redakteur der Avantgarde-Zeitschrift Mode & Verzweiflung.
In den 80er Jahren erschienen in unregelmäßigen Abständen in der ZEIT Kolumnen von ihm, 1986 der Kurzgeschichten-Band Mit der Kirche ums Dorf. Es folgten die Erzählung Holz (1988) und die Romane The Church of John F. Kennedy (1996), Tomboy (1998), Hellblau (2001) und Musik (2004).
Thomas Meinecke ist außerdem Musiker in der 1980 von ihm mitgegründeten Band Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) und Radio-DJ in seiner Sendung Zündfunk (BR 2).
1994 zog er mit Frau und Tochter in ein oberbayrisches Dorf.


Auszeichnungen:

1987
Literarisches Colloquium Berlin

1997
Förderpreis zum Heimito von Doderer-Literaturpreis

1997
Rheingau-Literaturpreis

1998
Literaturpreis "Kranich mit dem Stein" des Deutschen Literaturfonds Darmstadt

1998/1999
"poet in residence" an der Universität/GH Essen

2003
d.lit - Literaturpreis der Stadtsparkasse Düsseldorf

2004
Tukan-Preis der Landeshauptstadt München

2004/2005
Dozentur "Manuskriptum" an der Ludwig-Maximilians-Universität München

2005
Stipendium der niedersächsischen Literaturbüros

2008
Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst

 

 


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial 22. Mai 2000
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Meineckes Meisterstück: Witzig, intelligent, informativ u n d unterhaltsam. Wer ein Schlagwort braucht: "Faction" at its best. Thomas Meinecke gelingt es mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit, die sogenannten Gender Studies auf ihren ironischen Kern zu bringen. Daß er dabei den reichlich abstrusen Theorien Otto Weiningers vielleicht etwas (zu) viel Raum gibt, ist wohl eher ein etwas geschmäcklerischer Einwand angesichts einer literarischen Leistung, die ihresgleichen sucht: Thomas Meinecke verbindet Erzählkunst und Reflexion so miteinander, daß das Erzählen zur Reflexion und die Reflexion zur Erzählung wird. Dabei schert er sich sympathischerweise genauso wenig um tatsächliche oder nur behauptete Leseerwartungen wie um narrative "Erfolgsrezepte", sondern vertraut offenbar einzig und allein auf sein eigenes Interesse - das man dann auch tatsächlich gern mit ihm teilt. Bei einer Veranstaltung in München im Frühjahr 2000 meinte Thomas Meinecke, sein Ziel sei es, einmal eine Erzählung zu schreiben, in der gar nichts "geschieht" und die trotzdem spannend ist. Und wenn dies jemandem gelingen kann, dann ihm. Robert Fischer
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eins meiner liebsten 27. Juli 2006
Format:Taschenbuch
Muss man, um dieses Buch zu mögen, Gender Studies studiert haben? Das kann ich nicht beantworten, denn ich hatte Vorwissen, als ich es las. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass man auch ohne Vorwissen die Lektüre genießen kann, sofern man sich auf Meineckes Schreibstil einlassen kann. Manche mögen ihn umständlich nennen, ich sage lieber anspruchsvoll - und unterhaltsam.

Ich mochte und mag dies Buch, weil es so schön einzelne Dilemmata umsetzt, die eine/n auf der Identitätssuche umtreiben. Es liefert Denkanstöße ohne Ende und ist gespickt mit kleinen (z.T. geschichtlichen) Exkursen, die sich u.a. auch mit einem Aspekt der Kriegs/Nazi/Besatzungs-Vergangenheit auseinandersetzen. Gerade das macht die Lektüre so wertvoll. Ehrlich gesagt, ist es nun schon ein Weilchen her, dass ich dies Buch las, aber ich bekomme gerade große Lust, es noch einmal zu lesen.

Kleines Fazit: wer sich ein wenig in der Genderdiskussion auskennt, findet hier gute Unterhaltung. Wer sich nicht auskennt, findet bestimmt den einen oder anderen Anstoß, sich mit Identitäten auseinanderzusetzen.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Adult Pop?!? 20. April 2003
Von Nabo Anon
Format:Taschenbuch
Etwas seltsam mutet es schon an, wenn man sich bedenkt, daß Thomas Meinecke trotz seines fortgeschrittenen Alters im Zusammenhang mit den jungen Wilden der deutschen Gegenwartsliteratur genannt und diskutiert wird. Insbesondere wenn man seinen `98er Roman „Tomboy" im Vergleich zu „Soloalbum" oder gar „Faserland" betrachtet, der diese weitaus populäreren Werke jedoch mehr als blaß aussehen läßt, denn, auch wenn „Tomboy" nicht handlungsreicher als die der Konkurrenz gestaltet ist, so ist ein Unterschied frappant: Meineckes Charaktere denken. Sie sprechen, rekapitulieren, reflektieren, diskutieren. Erfrischend und beruhigend ist das Gefühl beim Lesen, etwas vermittelt zu bekommen, Denkansätze und -anstöße, Einblicke in fremde, entlegene Welten (so z.B. die Feminismustheorien Judith Butlers, die Psychologie des kranken Geistes, d.h. Otto Weiningers, sowie weiterhin der Riot Grrrl-Szene, der BASF-Firmen-Geschichte und -struktur, Odenwälder-Regionalpatriotismus etc.) gewonnen zu haben, die einem sonst womöglich ewig vorenthalten geblieben wären.

Einen Punkt Abzug gibt es dennoch für die (zu) zahlreichen und manchmal leicht enervierenden Exkurse im Bereich der „gender studies".

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