Muss man, um dieses Buch zu mögen, Gender Studies studiert haben? Das kann ich nicht beantworten, denn ich hatte Vorwissen, als ich es las. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass man auch ohne Vorwissen die Lektüre genießen kann, sofern man sich auf Meineckes Schreibstil einlassen kann. Manche mögen ihn umständlich nennen, ich sage lieber anspruchsvoll - und unterhaltsam.
Ich mochte und mag dies Buch, weil es so schön einzelne Dilemmata umsetzt, die eine/n auf der Identitätssuche umtreiben. Es liefert Denkanstöße ohne Ende und ist gespickt mit kleinen (z.T. geschichtlichen) Exkursen, die sich u.a. auch mit einem Aspekt der Kriegs/Nazi/Besatzungs-Vergangenheit auseinandersetzen. Gerade das macht die Lektüre so wertvoll. Ehrlich gesagt, ist es nun schon ein Weilchen her, dass ich dies Buch las, aber ich bekomme gerade große Lust, es noch einmal zu lesen.
Kleines Fazit: wer sich ein wenig in der Genderdiskussion auskennt, findet hier gute Unterhaltung. Wer sich nicht auskennt, findet bestimmt den einen oder anderen Anstoß, sich mit Identitäten auseinanderzusetzen.