Nachdem ich Lara nach Tomb Raider 3 etwas gelangweilt den Rücken gekehrt habe und danach eigentlich nur noch kurz die Demos angespielt habe, dachte ich mir, bei dem niedrigen Preis könnte ich ihr mal wieder eine Chance geben und wurde positiv überrascht.
Die Grafik im Next-Gen Modus ist insgesamt ordentlich, wenngleich die NPCs nicht mehr zeitgemäß aussehen- ein Manko, über das man angesichts der zum Teil recht schönen Locations aber hinwegsehen kann.
Was mir am Spiel gefallen hat waren zum einen Laras Bewegungsmöglichkeiten, allen voran das für mich neue Seilschwingen bzw. der Magnethaken, mit dem man sich durch ganze Hallen schwingen kann- was einfach Spaß macht, und zum anderen schlicht die Herausforderung einen Raum durch das Lösen von Rätseln, oder Finden eines nicht ganz offensichtlichen Weges hinter sich zu lassen und weiterzukommen. Und weil ich eigentlich kein sehr geduldiger Spieler mehr bin und mich Rätsel generell nicht sonderlich begeistern, hatte ich zu Beginn des Spiels eigentlich damit gerechnet, dass ich relativ schnell eine Komplettlösung in Anspruch nehmen werde. Irgendwie haben die Macher von Crystal Dynamics es aber geschafft, dass ich das nicht getan habe und im Gegenteil sogar den Ergeiz entwickelt habe, das Spiel ohne Hilfe durchzuspielen. Zugegeben, keine wirklich große Leistung denn Legend enthält keine harten Kopfnüsse- diesbezüglich sollte man keine Bedenken haben, es gibt aber durchaus einige Stellen, die knifflig sind und etwas Ausdauer erfordern. Kurz um, das angenehme an Legend ist meiner Meinung nach, dass man hier ein gutes Gleichgewicht gefunden hat, den Spieler nicht unterfordert, ihm aber auch keine absurden Lösungen vorsetzt, wie man das aus manchen Adventures kennt. Für mich eindeutig der größte Pluspunkt des Spiels.
Weniger positiv ist die Story, die trotz einer spielbaren Rückblende in Laras Teenager-Zeit (immerhin eine nette Idee) oder der Aufarbeitung Laras Familiengeschichte, ziemlich farblos und klischeehaft bleibt. Das ist zwar schade, bei einem Spiel wie Tomb Raider aber auch kein Beinbruch wenn der Rest stimmt. -Immerhin, Laras Gespräche über Funk mit ihren beiden Helfern während der Missionen waren teilweise ganz unterhaltsam, was auch keine Selbstverständlichkeit ist.
Auch nicht besonders begeistert haben mich die beiden Motorrad-Passagen, die zwar Abwechslung bringen, leider aber etwas langatmig und abgesehen von der unvorteilhaften Kameraführung, wenig herausfordernd sind.
Weiters erwähnenswert sind die Quicktime-Events, bei denen man in selbst ablaufenden Sequenzen entweder schnell die vorgegebene Cursor-Taste drücken muss, oder kurze Aktionen mit sehr wenig zeitlichem Spielraum durchzuführen hat. In den meisten Fällen funktioniert das zwar problemlos beim ersten Anlauf, es gibt aber auch die eine oder andere Stelle, die man mangels Übersicht, Zeit oder Orientierung mehrmals durchspielen muss, was ärgerlich ist.
Als letzten Kritikpunkt könnte man noch die relativ kurze Spielzeit anführen (in meinem Fall ein Wochenende), die mit ein Grund ist warum ich nur 4 Punkte vergebe.
Trotzdem, als Fazit kann ich nur sagen, dass das Spiel Spaß macht, Lara sympathisch und nicht so staubtrocken wie manch anderer Held präsentiert wird, und einem insgesamt gute Unterhaltung geboten wird. Kurz um, ich bin gespannt auf Tomb Raider: Underworld!