Ich habe mir das Gerät als Nachfolger für die (mittlerweile hoffnungslos veraltete)
TomTom-Software auf meinem Palm TX geholt.
Da ich relativ wenig fahre, suchte ich nach einem Gerät für höchstens 200 Euro. Spurassistent und TMC waren Kaufbedingung, auf zusätzlichen Schnickschnack wie MP3-Player oder Bluetooth kann ich jedoch verzichten. Bisher hatte TomTom hier nichts im Angebot. Mit der IQ Routes Edition wurde diese Lücke endlich gefüllt.
Im Lieferumfang ist neben dem TomTom und der EasyPort-Halterung noch die TMC-Antenne, ein USB-Kabel und ein Ladekabel für den Zigarettenanzünder. Ein Steckernetzteil wird nicht mitgeliefert, hier reicht aber jedes handelsübliche USB-Steckernetzteil oder zur Not auch der PC. Es fehlt leider eine Ladekontrollanzeige, man weiß also nicht, wann der Akku voll aufgeladen ist. Mit im Karton ist außerdem eine Anleitung, allerdings verdient dieses Heftchen den Namen kaum.
Die Benutzerführung ist wie für TomTom üblich schnörkellos, die 3D-Ansicht ist eher schlicht gehalten. Zugegeben, die animierten Menüs und kunterbunten 3D-Ansichten der Konkurrenz machen im Laden mehr her, aber während der Fahrt reicht mir beim TomTom ein kurzer Blick, um die Grafik zu erfassen und die gewünschte Information zu finden. Ein wenig Voreingenommen bin ich hier aber auch sicherlich, weil ich schon vorher jahrelang einen TomTom hatte. Ein wenig merkwürdig ist allerdings, dass die Bildschirmtastatur dieses Geräts das englische QWERTY-Format hat, die Tasten Y und Z also vertauscht sind.
Im Vergleich zum Palm TX ist das Display schön hell und die Stimme laut und gut verständlich. Die Computerstimme klingt zwar ein wenig verzerrt, aber selbst die ist im Vergleich zum Palm TX ein Fortschritt.
Der GPS-Empfänger ist sehr empfangsstark, sogar in einem Dachzimmer hatte ich Empfang. Das hat bisher sonst nur mein SiRF-III-Empfänger geschafft, den ich mit dem Palm TX betrieben hatte. Damit bricht auch in Wäldern und Straßenschluchten der Empfang nicht ab.
Das EasyPort ist schnell an der Scheibe angebracht und hält sicher. Das Kugelgelenk geht allerdings sehr schwer, beim Verstellen wie bei einem Rückspiegel rupft man das Gerät aus der Halterung heraus und muss es dann mit zwei Händen wieder in den Haltering einrasten. Fatal, wenn das während der Fahrt passiert. Überhaupt bin ich mal gespannt, wie viele Ab- und Andockaktionen der doch recht filigran wirkende Haltering vom EasyPort mitmacht.
Die zugehörige Software "TomTom Home" befindet sich als Installationsdatei im Gerät selbst, was mich positiv überraschte. Statt sie erst mal aus dem Internet herunterladen zu müssen, steckt man sein TomTom ein und installiert sie sich von dort. Leider ist es eine reine Windows-Software, die allerdings auch auf Linux unter Wine laufen soll - getestet habe ich das noch nicht. Die Software kann einiges, viele Funktionen sind aber ein wenig versteckt, zum Beispiel die Möglichkeit, ein Backup des Gerätes anzufertigen. Ein wenig merkwürdig ist es, dass ein Kartenupdate angeboten wird, welches allerdings so groß ist, dass es nicht auf dem Gerät installiert werden kann. Um den Platz zu schaffen, hätte ich die bereits installierte Karte löschen müssen, welche allerdings (zumindest von der Dateigröße her) wesentlich umfangreicher ist. Ich habe es dann doch lieber sein gelassen.
Das Kartenmaterial der vorinstallierten Karte ist nicht ganz aktuell. Ein vor mehreren Monaten hier in der Nähe fertiggestellter großer Kreisverkehr ist noch nicht in der Karte sichtbar. Zum Glück kann man aber selbst kleine Korrekturen vornehmen. Eine Abkürzung, die sich durch die Verkehrsführung im neuen Kreisverkehr bietet, konnte ich durch das Entfernen einer vorher dort vorhandenen Einbahnstraße in den Navi füttern.
Fazit: Wer nicht gerade Berufsfahrer ist und einen leicht bedienbaren Navi mit allen wichtigen Details, aber ohne Schnickschnack sucht, wird an dem TomTom XL IQ Routes seine Freude haben.
Zum Schluss noch ein Tipp für Autonavi-Anfänger: Lassen Sie sich zuerst mit dem Navi durch Strecken lotsen, die Sie bereits gut kennen, damit Sie sich an die Bedeutung der Anweisungen und die Anzeigen im Display gewöhnen können. Die erste wirklich vom Navi geführte Fahrt wird dann viel entspannter.