Nach etlichen Bastellösungen habe ich mich kurz vor einer Motorradtour entschlossen, ein Urban Rider zu erwerben.
Warum das Urban Rider?
Als erstes wäre da die etwas schwierige Befestigungslage an meinem Motorrad, einer BMW R1200 ST. Die meissten Navi's haben eine Klemmschelle, die nur an einem normalen Rohrlenker angebracht werden können. Für Bikes mit Stummellenkern passen diese Halter nicht. Die schmale Schelle des RAM-Mount Systems hat jedoch ohne Probleme an der Klemmung der Stummel Platz gefunden, die Montage dauerte keine 10 Minuten.
Was ich vermisst habe, ist die Möglichkeit, am Halter gleich eine Verbindung zum Bordnetz der BMW herzustellen. Leider hat TomTom hier gespart; hier muß man noch mal nachbasteln. Ich hatte noch ein Standard-Ladekabel mit USB-Anschluß. Dass funktioniert; aber das Kabel baumelt halt noch in der Gegend herum. Das ginge schöner.
Der Akku hat auf dieser Tour die "bis zu 8 Stunden" nicht ganz gehalten; nach etwa 6 Stunden war Schicht im Schacht.
Tomtom, fahrt ihr nie Touren? Entweder 12 Stunden Akku reinbauen oder die Stromversorgung beilegen.
Im Vergleich zu anderen Navis (aus Autos) ist das Display sehr hell und auch an einem sonnigen Tag gut erkennbar.
Leider hat das TomTom keinen Klinkenanschluß für normale Kopfhörer (ich habe das in irgendeiner Verkaufsbeschreibung gesehen); also ist der Kauf eines Bluetooth-Headsets ein Muß. Ich habe also eine Konstruktion aus einem Jabra-Adapter und einem Helm-Headset eingesetzt. Das funktioniert; wenn auch nicht perfekt. Die ersten Worte der Ansage werden leider immer abgeschnitten. Immerhin bekommt man die Durchsagen einigermaßen mit und wird daran erinnert, auf das Display zu sehen. Bei höherem Tempo geht die Ansage im Rauschen des Helmes unter; bei mir war das bei ca. 100 km/h nicht mer verständlich.
Nun zur Routenplanung: Für mich (als Biker) ist es wichtig, eine Route zusammenzustellen, die abseits der ökonomischsten oder scnellsten Route ist; ich möchte gezielt Nebenstrecken anfahren. Man kann diese Route direkt am Gerät planen; das ist jedoch einigermaßen umständlich, aber imerhin möglich. Mit dem Programm "TYRE" geht dies wunderbar auf einem Laptop mit Internetzugriff. Dort können auf Google Maps dementsprechende Routen erstellt werden und dann als .itn Files auf den TomTom geladen werden. Diese funktionieren weitestgehend gut; ich habe das an einer Tour rund um den Thüringer Rennsteig getestet.
In etwa 4 von 5 Fällen klappt das mit dem automatischen Weiterschalten auf den nächsten Wegpunkt. Die anderen Fällen leigen wohl in Detail-Unterschieden zwischen den TomTom-Karten und Google-Maps begründet. Das wäre kein Problem, wenn die "Wegpunkt besucht" Funktion aus dem Schnellmenu funktionieren würde. Leider führt dieser Aufruf reproduzierbar zum Aufhängen des Gerätes (das TomTom Hängt im Screen "Warte auf GPS Signal"). Schade, denn wenn man über das Optionsmenu geht, funktioniert es. Ich hoffe also, dass Tomtom diesen Bug bald behebt. Außerdem sollte so etwas wie TYRE eigentlich von TomTom kommen (dann gäbe es die Probleme mit den Navipunkten wahrscheinlich nicht).
Die Bedienung schliesslich mit Motorradhandschuhen: Naja, man langt schon eher öfters daneben. Schade, daß gerade die Wegpunktfunktion aus dem Schnellmenu nicht funktioniert - das ginge unter der Fahrt mit 2 Tappern. Für das Optionsmenu bin ich dann doch immer angehalten und hab meinen Handschuh kurz ausgezogen.
Also: Ich habe mich entschlossen das Gerät zu behalten, da es gut funktioniert und die Nachteile für mich erträglich sind bzw. vermutlich (hoffentlich) abgestellt werden. Ich bin im großen und ganzen zufrieden. Den fehlenden 5. Punkt hab ich erklärt.