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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hut ab!,
Rezension bezieht sich auf: Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen. (DVD)
"Tom meets Zizou" dreht sich um die bewegte Karriere von Thomas Broich, der als junger, hochtalentierter Fußballer zu Borussia Mönchengladbach kam, als Heilbringer des deutschen Fußballes gefeiert wurde und schliesslich - zumindest aus rein fußballerischer Sicht - eine ziemliche Bauchlandung erlebte, bevor er in Brisbane schliesslich seinen Platz und auch den Erfolg fand.Das klingt nicht besonders außergewöhnlich und in den ersten 20-30 Minuten stellt sich Tom meets Zizou wie ein relativ belangloses, gut gefilmtes Porträt eines talentierten jungen Mannes dar. Doch im Verlauf der Karriere von Thomas Broich gewinnt auch der Film zunehmend an Intensität und Tiefe. Das liegt einerseits am Protagonisten, der verzweifelt versucht, als vielseitig interessierter, charakterstarker und ohne Scheuklappen versehener, neugieriger Mensch seinen Platz in der oft dümmlichen, engstirnigen Fußballwelt zu finden; andererseits an der Qualität des Filmes, der Thomas Broich immer wieder entspannt am Lagerfeuer in Australien sitzend seinen Karriereverlauf kommentieren lässt. Statt auf dem "bösen" Geschäft, daß ihn einsog, zerkaute und wieder ausspuckte, rumzuhacken, spart Thomas Broich hierbei nicht an Selbstkritik und -ironie, sieht seine eigene Arroganz und Leichtgläubigkeit: alleine diese Charaktereigenschaft ist vorbildhafter als jeder Solo-Lauf von Messi oder jede Strafraumgebärde von Oliver Kahn. So formiert sich langsam im Verlauf das Streifens das Bild einer Karriere, die nun doch ein Happy-End erfuhr; aber auch das Bild eines Menschen, der fast daran kaputt geht, daß er nicht zum fußballerischen Fachidioten mutieren will, sondern schlicht und ergreifend ein gutes, erfülltes und authentisches Leben mit vielseitig zu sammelnden Erfahrungen leben will, statt sich zum Held der Massen stilisieren zu lassen. Kurzum: man kann nicht drum herum, sich im Verlauf zunehmend mit diesem Thomas Broich zu identifizieren, sozusagen auf der Suche nach dem Sandkörnchen Ehrlichkeit und Tiefgang in einem fußballerischen Kunstprodukt - man kann dies übrigens in meinen Augen beliebig durch einen Großteil von "Karrieren", die heutzutage gemacht werden sollen, ersetzen. Das Verdienst von Thomas Broich ist es im weiteren, zu zeigen, daß es Alternativen gibt, wie seine erfolgreichen Australien-"Flucht" zeigt: er kann seinen Job auf einem hohen Niveau ausüben, ohne sich dabei verkaufen und verbiegen zu müssen; aber er zeigt auch, daß dies nicht funktionieren kann, ohne daß man als Mensch die richtigen Lehren zieht. "Tom meets Zizou" handelt zwar "nur" von einem Fußballer - aber es ist ein Film, den man auch als Nicht-Fußballinteressierter ansehen und aus dem man Inspiration und Denkanstöße ziehen kann. Kurzum: Hut ab, Thomas Broich! Eine solche Karriere ist inspirierender und großartiger als die von manchem Nationalmannschaftskapitän. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klasse gemacht, guter Typ, interessante Themen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen. (DVD)
Regisseur Aljoscha Pause, früher Sportredakteur, ist wahrscheinlich der "Top-Profi" für Fußball-Dokus. Dabei arbeitet er nicht nur die sportlichen Eckdaten heraus, sondern durchleuchtet die Hintergründe, das Leben neben dem Sport, gesellschaftliche Themen, die damit im Zusammenhang stehen oder stehen könnten. Damit liefert er eine umfassende Doku über den Sportler bzw. das Thema, das er portraitiert.INHALT + MEINUNG Von 2003 bis 2011 begleitete Pause den Fußballer Thomas Broich. Auf dem Land in Bayern aufgewachsen, hatte Broich gerade seine erste Zweitligasaison bei Wacker Burghausen hinter sich gebracht. Dies erfolgreich, er war ein spielbestimmender Akteur und mit damals 21 Jahren eines der großen Talente des deutschen Fußballs. Schon nach der Hinrunde seiner zweiten Zweitligasaison wechselte er zu Borussia Mönchengladbach, wo er zweieinhalb Jahre blieb. Danach folgten drei Jahre Köln und ein Jahr Nürnberg, bis er schließlich in Australien landete. Die einzelnen Stationen werden mit Bild-Eindrücken seines jetzigen Lebens sowie wichtigen, aufklärenden und selbst reflektierenden Interview-Kommentaren des heutigen Broichs zusammengefügt. Dazu kommen begleitende Personen (Trainer, Mitspieler) zu Wort. Mediale Berichterstattungen sorgen für den Roten Faden. Durch die Mischung all dieser Sequenzen ergeben sich ein klares und differenziertes Bild über den Mensch und Sportler Thomas Broich, über seine Karriere, über Ursachen und Wirkungen, richtige und falsche Eindrücke und Entscheidungen und vor allem erhält man einen besseren Blick als sonst auf das Geschäft Bundesliga und das Leben eines Fußballprofis. Der Stil dieser Doku ist perfekt. Trotz mehrerer Sequenzen ohne Text, wird man des Zusehens nicht überdrüssig, wird man nie gelangweilt. Die ledigliche Bebilderungen vermittelt puzzleartige Aussagen ohne Wort, die das Gesamtprodukt vervollständigen. Eine passende Abrundung schafft die passgenaue, richtig gute Filmmusik. Somit enthält jede Sekunde Filmmaterial diverse Informationen, Thesen, Aussagen und Ergebnisse. Insbesondere aber hat Thomas Broich was zu sagen. Und da geht es nicht nur um seine oft beschriebene Andersartigkeit als Fußballer, seine musischen Talente oder seine Intellektualität. Es ist vor allem ein fühlender Mensch mit Tiefe, der - entgegen so ziemlich jedem Sportler - mit Selbstkritik und einer diffizileren Sichtweise nicht spart. Dies aber ohne sich zu peinigen, sondern eher um sich zu erklären, für sich und vor allem mal für die anderen. Dies war nötig, denn oft hat die breite Öffentlichkeit ihn und sein Produkt nicht verstanden, dies vor allem sportlich. Warum, wenn er doch alles kann, stimmen die Leistungen nicht oder sind für seine Möglichkeiten nicht genug? Dass diese Frage eben nicht nur mit Schwarz-Weiß-Parolen, die man im Fußball gerne benutzt, zu beantworten ist, wird hier eindrucksvoll dargelegt. Zu wünschen wäre, dass alle Beurteiler, ob jetzt Manager oder Trainer oder auch Medien und Fans, sich zumindest ansatzweise mal damit auseinandersetzen. Viele schon morgen wieder irrelevanten Aussagen und Kritiken, könnte man sich sparen. Gerade was die Beziehung zwischen Talent und Leistung angeht, kann man hier eine Menge lernen, mal seine Augen wirklich öffnen. Und dies sogar in der Form, dass man dann irgendwann nur die Leistung bewertet, ohne nach vermeintlichen Gründen zu suchen und halbwahre Urteile loszulassen. Ein Schmankerl am Rande ist das (arg gestellte?) Gespräch zwischen Horst Köppel, Udo Lattek und Berti Vogts über das Gladbacher Talent Broich. Während Köppel und Lattek durchaus was zu sagen haben, dachte Vogts wohl, er hätte wieder eine Nebenrolle im Tatort: Wie heißt der noch mal? Man ist der gut." Selbst in diesen wenigen Sekunden schafft es der kleine Verteidiger mal wieder eindrucksvoll zu beweisen, wie unnachgiebig er sich nach oben hangeln will und es leider nie gelingt. Eine so schonungslos offene Doku wie über Broich, die wäre auch Vogts zu wünschen. Dann könnte er seinen Frieden finden. Broich hat es nämlich allein durch Selbstreflektion und vielleicht auch diese Doku geschafft, all die Kritik an ihm, wirklich einzuordnen zu bewerten und ist daraus ein in sich ruhender authentischer Typ geworden, der er irgendwo immer schon war, aber jetzt verstehen es auch die anderen. Und wenn man dann Vogts filmt, sollte man Christoph Daum (köstliches, gemeinsames, aber getrennt von Broich gehaltenes Interview) gleich mitnehmen. Auch er hat da Nachholbedarf wie so viele im Fußballgeschäft. FAZIT Als Fußballfan sowieso, aber ggf. auch weniger Interessierter kann man über diesen Film noch lange schreiben und reden. Wenn man es auf den Fußball begrenzt, sicher eine der besten Dokus, die es bisher gab. Wertet man es unter dem Gesichtspunkt aller möglichen Film-Dokus, ebenfalls sicher eine der besten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Menschlich,
Rezension bezieht sich auf: Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen. (DVD)
Früher habe ich erfolgreiche Fußballer bewundern, nun bewundere ich Menschen wie Thomas Broich.Der Film lässt einen Blick hinter die Kulissen des Profifußballs zu und man lernt einen Menschen kennen, der anders denkt und fühlt. Tom meets Zizou ist eine Dokumentation, die nie langweilig wird und immer wieder neu überrascht. Sie eröffnete neue Denkansätze und schafft Impulse für neue Sichtweisen. Denn es gibt auch einen anderen Weg zum Glücklichsein als Meistertitel und Pokale. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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