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Tom Waits: Ein Leben am Straßenrand
 
 
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Tom Waits: Ein Leben am Straßenrand [Gebundene Ausgabe]

Barney Hoskyns , Stephan Glietsch
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 704 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (14. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453266331
  • ISBN-13: 978-3453266339
  • Originaltitel: Lowside of the Road: The Life of Tom Waits
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,6 x 4,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 70.955 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Barney Hoskyns
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Mit unautorisierten Biographien ist es immer so eine Sache. Einerseits bieten sie noch die beste Gewähr dafür, nicht irgendeiner wohl kalkulierten Selbstlegendenbildung aufzusitzen, andererseits weiß man nie ganz genau, wo die Fakten aufhören und die Spekulationen anfangen. Umso mehr, wenn sich der Protagonist, wie es hier offenbar der Fall war, mit Händen und Füßen dagegen sträubte, porträtiert zu werden. Dies ging sogar so weit, dass Tom Waits versucht haben soll, Freunden und Bekannten einen Maulkorb zu verpassen, damit ja kein Jota aus seinem Privatleben preisgegeben wird. Dass sich der Musikjournalist Barney Hoskyns davon nicht verdrießen ließ und trotz der widrigen Umstände an seinem Projekt festhielt, kündet von einem starken Charakter und einer gehörigen Portion Hartnäckigkeit.

Zum Glück haben sich nicht alle aus der Entourage des Musikers, Schauspielers und Theaterregisseurs an die Anweisung gehalten. So kommen doch etliche prominente Weggefährten des Exzentrikers zu Wort. Dass sich darunter aber auch der bereits 1993 verstorbene Frank Zappa befindet, weist darauf hin, dass nicht alles, was bei Hoskyns zu lesen ist, immer ganz taufrisch ist. Wie sollte es auch? Neben vielen schönen Anekdoten ergeht sich der Autor über weite Strecken erkennbar in der Kolportage von Gerüchten, die er irgendwo aufgeschnappt hat, oder in der Dramatisierung allerlei Äußerungen, die Waits irgendwann einmal in irgendwelchen Interviews gegeben hat. Das Problem ist gerade in diesem Fall, dass man nicht immer für bare Münze nehmen kann, was da gesagt wurde. Denn gleich hinter Bob Dylan rangiert Tom Waits, wenn es um die Meisterschaft in der Verstellung und um die Vernebelung alles Privaten geht.

Dennoch kann man nicht umhin, Hoskyns Respekt dafür zu zollen, aus dem wenigen Substanziellen einen über 700 Seiten langen Wälzer fabriziert zu haben. Wozu freilich unzählige detailreiche Rezensionen beigetragen haben über scheinbar jeden Song, den der Kultstar jemals zum Besten gegeben hat. Dass Tom Waits aus Rache für seinen Boykott bei Hoskyns zu schlecht weggekommen ist, wie eingefleischte Fans monieren, lässt sich nicht verifizieren – nicht zuletzt aus Ermangelung einer autorisierten Biographie zu Vergleichszwecken. – Franz Klotz

Pressestimmen

»Die wichtigste und gelungenste Künstlerbiografie, die ich je gelesen habe. Absolut herausragend!« (Danny Baker, BBC )

"Hoskyns Buch operiert mit dem Besteck eines Neuro-Chirurgen: fein, vorsichtig, Fasern freilegend." (Süddeutsche Zeitung )

"Journalist Barney Hoskyns lässt in seiner Biografie über Tom Waits Personen und Orte, die das Leben des Musiker ausmachten, lebendig werden." (ARD, Morgenmagazin )

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Waits bleibt ein Rätsel 28. Januar 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Das Beste an diesem Buch: Man erfährt, wie Tom Waits' Musik entsteht, wie er sie mit welchem Personal entwickelt und umsetzt. Viele Leser werden Waits auch erst seit "Swordfishtrombones" kennen. Die alten Platten, die ich mir nachgekauft hatte, höre ich nun mit Hoskyns' Erläuterungen noch mal ganz neu. Linien und Verbindungen zwischen den Platten und Werkphasen werden deutlich und offen dargestellt. Dabei muss man seiner Meinung nicht folgen, dass er viele der alten Sachen stärker findet. Über Leben und Persönlichkeit von Tom Waits können wir nach der Lektüre weiterhin nur mutmaßen. Die interpretierfähigen Informationen werden rarer, je näher wir zur Gegenwart kommen. Waits bleibt ein Rätsel. Aber er will es so. Hier kommt auch nichts Neues dazu. Ansatzweise verfällt Barney Hoskyns in misogyne Deutungsmuster, die wir aus den abschätzigen Meinungen über Yoko Ono, Linda McCartney, oder auch Gabi Schuster kennen. Über die Rolle von Kathleen Brennan in Waits Leben kommt der Autor nicht hinweg. Rock'n'Roll wie Fußball sind offenbar immer noch reine Männersache. Sprachlich ist Hoskyns oft sehr salopp. Hin und wieder vergaloppiert er sich in seiner Musikzeitungssprache: "Johansson und Sitek begannen zunächst in einem eher werkgetreuen Lo-Fi-Stil, bevor sie die Songs durch eine Indie-Rock-Sensibilität filterten, die sich zu gleichen Teilen aus Postpunk-Gothic, verträumtem 4AD-Pop, Shoegazer-Lärm und der epischen Breite von TV on the Radio speiste." Bemängeln ließe sich auch die Qualität der Abbildungen, dafür ist der umfangreiche Anhang sehr brauchbar. Hauptsache aber insgesamt war: Die Lektüre hat Spaß gemacht.
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40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Den zwanzigseitigen Prolog sollte man auf keinen Fall überblättern, wenn man diese Biografie richtig einordnen will. Denn Tom Waits schottet sein Privatleben so ab, dass er alles anderes als begeistert ist, wenn sich jemand an den Schreibtisch setzt, um eine Tom Waits-Biographie zu verfassen. Und deshalb mag er es auch nicht, wenn sich jemand trotzdem ans Werk macht und sein privates Umfeld befragt. Unautorisiert ist also zu wenig gesagt. Wer einem Biographen Auskunft gibt, riskiert offenbar laut Barney Hoskyns Liebesentzug, Ärger oder Ausschluss. Aber wir erfahren im Prolog nicht nur, wie widerspenstig sich der Porträtierte gegenüber Biographen gibt, sondern warum der Autor den Wunsch von Tom Waits nicht erfüllt, welches persönliche Verhältnis er zu diesem Multitalent hat und wie er bei seinen Recherchen vorgegangen ist.

Es ist klar, dass ein Bewunderer mehr Kooperation erhofft. Doch von einigen wenigen Stellen abgesehen, spürt man keinen Groll und keine große Enttäuschung mehr über das klare Verdikt von Tom Waits. Möglich, dass Barney Hoskyns von seiner zweijährigen, aufwändigen, Recherchearbeit, dem Sichten unzählige Sekundärquellen und der schriftstellerischen Komprimierung so stark in Anspruch genommen wurde, dass die alte Geschichte langsam verblasste. Wie auch immer, das zusammengetragene und ausgewertete Material ist beeindruckend. Doch Stofffülle allein ist noch keine Garantie, dass der Leser ein spannendes Buch erhält. Um ihn während 600 Seiten fesseln zu können, muss ein tragendes Konzept gefunden und der Inhalt gestaltet werden. Und genau das, scheint mir angesichts der schwierigen Umstände gut gelungen. Zwar hat sich Barney Hoskyns für ein chronologisches Vorgehen entschieden, reiht aber nicht einfach Fakten aneinander. Der Autor taucht selber so in die Welt von Tom Waits ein, in seine durchlebten Zeiten und sein künstlerischen Laufbahn, dass man als Leser oft das Gefühl hat, der Star selber sei auch physisch präsent. Und wenn Barney Hoskyns Vermutungen anstellt, so formuliert er dies auch. Schließlich könnte es auch anders gewesen sein. Damit muss man bei einem Menschen wie Tom Waits ohnehin rechnen.

Was ist Rolle, was echt? Diese Frage wird vor allem auf den ersten zweihundert Seiten immer wieder gestellt. Und Barney Hoskyns versucht sie auch zu beantworten, indem er die Texte der Songs genau studiert und in Beziehung zur jeweiligen Lebensphase von Tom Waits setzt. Allein dieses Konzept sorgt für Abwechslung und Rhythmenwechsel. Ich teile die Ansicht des Biografen, dass Tom Waits oft in selber Schwierigkeiten käme, wenn er sich Auskunft darüber geben müsste, wo er seine Kunst zum Leben macht und wo sein Leben zur Kunst. Wer unter anderem vom Outsider Image lebt, Freundinnen nicht in sein Messie-Zimmer eines Motels einlädt und von der Presse als unnahbarer, genialer Sonderling beschrieben wird, kann sich nicht einfach in einer gestreckten Limousine vor ein Fünfsternhotel chauffieren lassen und Journalisten am Pool empfangen.

Sicher ist, dass Tom Waits polarisiert und zu den Künstlern gehört, die sich nicht jeder Modeströmung anpassen und Songs ohne schlechtes Gewissen auf die Verkaufszahlen ausrichten. Es ist deshalb doppelt spannend, mehr über die Helden zu erfahren, die Tom Waits prägten. Und darunter findet sich Bob Dylan, Randy Newman, Ray Charles, aber auch Frank Sinatra. Barney Hoskyns ist als Musikjournalist schon so lange im Business, dass sein Beziehungsnetz stark genug ist, Insider-Informationen zu erhalten, die dem Leser einen Einblick in das amerikanische Musikbusiness geben. Klar, mit vielen Namen wird der Leser in Europa nicht viel anfangen können. Aber sie sind für das Verständnis auch nicht unbedingt notwendig, da Barney Hoskyns sie in ein Umfeld einbettet, zu dem zumindest die Fans von Tom Waits einen Zugang haben.

Ab Seite 599 beginnt der umfangreiche Anhang. Zuerst die persönliche Einschätzung der Autors, welches die 40 besten Songs sind, dann folgen Einblicke in Mailverkehr, nach den Danksagungen das Werkverzeichnis, die Filmografie, das Quellenverzeichnis und ein Index. Im Textteil selber finden sich erstaunlich viele Bilder, wobei man sich über die Qualität nicht schon zum vornherein sehr freuen sollte. Da ich jedoch Fotografien bevorzuge, die eine Stimmung einfangen, störte mich auch die Druckqualität nicht besonders.

Mein Fazit: Ein Mammutwerk für die Fans von Tom Waits. Geschrieben gegen den Willen des Porträtierten und mit viel Aufwand recherchiert. Barney Hoskyns hat wohl das Beste aus der nicht eben einfachen Lage gemacht. Zu den zahlreichen Highlights gehörte für mich, wie der Biograf das künstlerische Werk mit den verschiedenen Rollen von Tom Waits verbindet. so weit ich das beurteilen kann, ohne das Original zu kennen, scheint mir auch die Übersetzung gelungen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Teufel auch... 25. August 2011
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Zuvorderst: Ich bin Tom-Waits-Fan. Aber diese Rezension muß nun halt mindestens 20 Worte enthalten. Also.
So manche Biographie habe ich gelesen in meinem langen Leserleben. Dafür , daß Waits noch lebt (und das möge er noch lange tun), ist es halt schwierig eine Biografie zu schreiben, wenn das Sujet sich derart abschottet. Chapeau für Hoskyns, es ist ihm gelungen, und zwar sehr gut. Er versteht es, anhand der Biografie den Zugang zu der nicht immer einfachen Musik Waits' zu ermöglichen ('s ist halt nicht alles Tom Traubert's Blues..). Mir gelang es, durch Hoskyns' Buch, Etliches besser zu verstehen, die musikalische Entwicklung besser zu begreifen. Is' natürlich ein mächtiger Wälzer, mit Allem, was dazu gehört. Alleine der Anhang ist großartig...
Ich habe, wie einer der Vor-Rezensenten es beschrieb, mich gefühlt, als säße ich daneben, so eindringlich ist Hoskyns Stil.
Die Gründe warum ich keine 5 Sterne gebe, sind folgende: Ich habe eine ernsthafte Abneigung gegen zu viel name-dropping, weniger wäre da wahrscheinlich mehr gewesen; auch so wäre glaubhaft gewesen, daß Mr. Hoskyns sich auskennt.
Zum zweiten kann ich nur wenig damit anfangen, wenn er in seinen Albumkritiken schreibt: "klingt wie X" oder "klingt wie eine Mischungaus X und Y" - hätte man da nicht auch anders formulieren können? Muß man voraussetzen, daß der geneigte Leser ebenso musik"belesen" ist wie ein Musikkritiker?
Vielleicht ist das zu mäkelig, aber es ist mir halt aufgestoßen.
Aber alles in allem: ein sehr hervorragend recherchiertes Buch mit viel Eindringlichkeit und Einfühlsamkeit geschrieben, daß einem die Musik (und villeicht auch die Person) Tom Waits näherbringt.
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