Es beginnt mit einem country/rockabilly shuffle beat zu dem ein leicht psychdelischer Gesang einsetzt der dazwischen von fast punkig klingenden Schreien zerschnitten wird. ,Rockin` Around` zeigt schon ganz gut, dass im Musikuniversum der Heartbreakers auf ihrem Debut alles möglich war. Der mitllerweile schon Klassiker ,Breakdown` hat einen gemächlichen, aber fast schwarzen und swingenden Groove, der von einem dynamischen Rock-Refrain durchschnitten wird. Auf dem von einem 60s Motown beat unterlegten ,Hometown Blues` hört man auch schon ein bisschen den Dylan Einfluss raus - eigenartig das, als ob Dylan eine Temptations Nummer interpretieren würde - aber es funktioniert.
Noch deutlicher wird der Folkeinfluss bei dem an die Byrds erinnernden ,The Wild One Forever`, bevor's mit dem simplen aber infektiösen ,Anything That's Rock'n'Roll` ziemlich rockig und in die Beine gehend weitergeht. Unverständlich eigentlich, dass das kein großer Hit wurde. Der Titel dieses songs ist auch Programm beim nächsten track ,Strangered In The Night`; auch der pusht den Hörer vorwärts und gerade hier (und natürlich dem Hit dieses Albums ,American Girl`) kann man noch am ehesten nachvollziehen warum den Heartbreakers damals gern das Label ,Punk` umgehängt wurde, dabei war auf dieser Debutscheibe stilistisch schon viel mehr enthalten.
Das etwas sperrige ,Fooled Again` ist der vielleicht beste track hier drauf. Die Band schafft es eine spannungsgeladene, aber völlig pathosfreie Dramatik zu erzeugen und Petty keucht die lyrics zu den immer ausklingende Akkorden fast ins Mikro.
Die versöhnlichen Country Klänge von ,Mystery Man` überraschen dann wieder, so wie Petty's raunzender und gemütlicher Gesang auf diesem song. Gerade seine - nicht unbedingt volle - Stimme macht aber auch jeden einzelnen dieser tracks hier zu einem Erlebnis. Manchmal greint er wie Dylan, dann schreit er, stöhnt andernorts fast und all das ergibt eine ungeheure Intensität. Und auch das Flehen auf ,Luna` ist stimmig, weil der song eine Atmosphäre versprüht die zwischen unheilsschwanger und traurig liegt.
Das schnell gespielte und fetzende ,American Girl` bildet den Abschluss eines Debutalbums, dass mehr als nur vielversprechend war. Die Heartbreakers waren schon damals eine hervorragende Band, die Arrangements kommen ohne Kinkerlitzchen aus, die Dynamik des Zusammenspiels sitzt perfekt und Petty's songwriting war schon auf sehr hohem Niveau. Aber am beeindruckendsten ist die Frische dieses Materials (auch heute noch) und die Rotzigkeit mit der das alles vorgetragen wird und da kommt man in Anbetracht der vielen hier verwurschtelten Stile im nachhinein zu der Ansicht, dass Petty damals eigentlich ein Americana Rebel war.