Steven Spielberg, einer der großen Geschichtenerzähler unserer Zeit, hat einmal gesagt, man müsse den Inhalt jeder guten Geschichte in einem oder wenigstens ganz wenigen Sätzen zusammenfassen können. Nun denn: Die Geschichte dieses 1600-seitigen Buches handelt von einem perfekten jungen Liebespaar, dessen Heirat aber von verschiedenen Seiten Hindernisse wie Standesdünkel, Egoismus und Eifersucht entgegengesetzt werden. Spannung und Komik sorgen dafür, dass sich "Tom Jones" seit über 250 Jahren als Meilenstein der Romanliteratur frisch und lebendig erhalten hat. Henry Fielding zeichnet die Stärken und Schwächen seiner Figuren mit ebenso viel Liebe und Anschaulichkeit wie Menschenkenntnis, wodurch sie allesamt sehr lebensnah wirken. Zudem sind die Konflikte, denen sich der mit dem Makel des unehelichen Kindes behaftete Tom Jones und die engelhafte Sophia Western ausgesetzt sehen, nicht nur emotionaler Natur. Sie entspringen auch den Vorurteilen einer dünkelhaften, heuchlerischen und habgierigen Gesellschaft. Auch sie wird in ihren Verhaltens- und Denkweisen sofort greifbar, wenn Fielding ihr mit großer Weltkenntnis, jedoch ohne jede Polemik den Spiegel vorhält. "Tom Jones" ist mit Sicherheit einer der unterhaltsamsten Romane der Weltliteratur.