Machen wir uns nichts vor. Es gibt nicht viele gute Coop-Spiele für den PC. Erst vor gut einem Jahr schienen Entwickler und Publisher überhaupt begriffen zu haben, wieviel Spaß ein organisiertes Miteinander gegen den Computer vielen Zockern eigentlich machen kann. Seitdem boomt der Modus, wenn auch häufig nur auf der PlayStation 3 und der Xbox 360. Sowohl Army of Two als auch Gears of War 2 erschienen exklusiv für die Next Gen-Konsolen, selbiges wird bis auf weiteres für Resident Evil 5 gelten. Unter anderem deshalb sind die wenigen guten Coop-Titel für den PC noch immer Gold wert. Und Rainbow Six Vegas 2 zählt zweifelsfrei dazu ...
Ich beziehe mich sowohl in der Wertung als auch in dieser Rezension ausschließlich auf den kooperativen Story-Modus des Spiels und spare den Singleplayer nicht zuletzt aufgrund meiner ausführlichen Vorgänger aus.
1. Zu zweit auf Terroristenjagd
Eine Empfehlung wert ist RSV2 vor allem für zwei, die sich gut absprechen und tatsächlich als Team agieren können. Einer übernimmt dabei die Rolle des Squadleaders Bishop, der andere die des Soldaten Knight. Die Aufgaben des Squadleaders unterscheiden sich dabei nur unwesentlich von denen des Mitläufers. In bestimmten Situationen (wie beim Entschärfen einer Bombe oder beim Sprengen einer Tür) muss er die beiden übrigen Mitglieder des Trupps, die vom Computer gesteuert werden und sich vorwiegend im Hintergrund halten, an die entsprechenden Orte kommandieren. So oder so scheint es ratsam, das Gros der Arbeit zu zweit zu erledigen und die verbliebenen beiden zurückzulassen, bis man ihrer wirklich bedarf.
2. Das Rollenspiel-Extra als Zünglein an der Waage
Damit man nicht nur durch die Einsatzorte stiefelt und unterwegs alles umlegt, was sich bewegt, bietet das Spiel auch in der Coop-Kampagne verschiedene Aufgaben und dafür fällige Erfahrungspunkte, die vornehmlich für Kleidung und Panzerung wichtig sind. Mit steigendem Rang lassen sich bessere Rüstungen und neue Accessoires anlegen. Ein Umstand, der durchaus dazu veranlassen kann, sich auf verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu versuchen, da beim regulären Durchspielen im normalen Modus kaum alle Ränge erreicht werden können.
Die Vielzahl an Waffen und Rüstungen erlauben zudem eine echte Aufgabenteilung und Spezialisierung. Ich hatte mich mit einem Bekannten beispielsweise so abgestimmt, dass er die schweren Panzerungen und Kanonen trägt und damit Kugelfang spielt, während ich mit dem Scharfschützengewehr und deutlich weniger Schutz (dafür aber mehr Mobilität) aus dem Hintergrund für Stimmung sorgte. Daran hielten wir uns vor allem in den heiklen Situationen. Sah er aus der Deckung einen weit entfernten Scharfschützen, gab er mir die Position durch und ich schoss ihn weg. Befanden wir uns in Gebäuden, öffnete ich seitlich die Tür, während er schon mit der dicken Wumme im Anschlag wartete. So macht Rainbow Six Vegas 2 besonders viel Spaß.
3. Zur Stabilität und Kompatibilität
Das Spiel läuft entgegen wilder Gerüchte auch auf meinem DualCore 64-Bit Rechner und Windows Vista wie geschmiert. Es laggt online nur selten und die human verteilten Checkpoints erlauben es, jederzeit zu pausieren und problemlos ein anderes Mal weiterzumachen. Es war nicht einmal eine Konfiguration des Routers nötig, was nicht viele Online-Spiele von sich behaupten können.
Wichtig ist die in vorherigen Rezensionen bereits angesprochene Kompatibilität verschiedener Versionen des Spiels. Um es kurz zu machen: Es gibt keine! Beide Spieler sollten entweder die geschnittene oder die ungeschnittene Ausgabe besitzen, ansonsten finden sie sich online nicht und können somit auch nicht miteinander spielen. Ein wichtiger Hinweis eines Vorgängers, für den ich mich noch einmal bedanken möchte.
4. Fazit
Coop-Fans dürfen sich schließlich ausdrücklich zum Kauf des Spiels ermutigt fühlen. 12 Stunden Spielzeit (CoD 5 bietet in seinem kooperativen Part allenfalls die Hälfe) auf "normalem" Schwierigkeitsgrad und sicher noch einmal so viele auf "realistischem" sind das Geld allemal wert, zumal Alternativen noch immer rar sind.