Als ich letztens auf der Suche nach einem netten Taktikshooter war, musste ich an die alten Zeiten von Rainbow Six Ravenshield denken und habe mir deshalb gleich das letzte Spiel aus der Rainbow Six Reihe besorgt. Da ich also nur Vegas 2 besitze, kann ich auf den ersten Teil der Vegas Serie keinen Bezug nehmen...
Positives: Grafik ist meiner Meinung nach ganz okay. Waffenarsenal ist sehr nett, wobei man bei älteren Rainbowserien (vor Vegas) größere Auswahl hat. Sehr gut gefällt mir das individuelle Gestalten der Spielerfigur. Im Gegensatz zu älteren Rainbowserien verhalten sich sowohl Gegner als auch deine Teamkameraden durchaus intelligent.
Negatives: Taktik wird in diesem Spiel nicht wirklich groß geschrieben. Das Vorgehen mit Schalldämpfer bringt nur wenig, da der Verlauf der Handlung weitgehend gescriptet ist und selbst bei leisem Vorgehen plötzlich 10 Gegner vor dir stehen (einfach weil du mit Überschreiten bestimmter Wegpunkte das Script auslöst und Gegner plötzlich aus dem Nichts auftauchen). Aufgrund der vielen Scripts und dem vorgegebenen Weg (man kann sich auf den Karten sicher nicht verlaufen, da es immer nur einen möglichen Weg gibt) ist das Potential des Spieles auch schnell aufgebraucht. Das war bei Ravenshield wesentlich besser, wo es meist Karten mit vielen verschiedenen Möglichkeiten zum Vorgehen gab und der Spieler v.a. selbst entscheiden durfte, wie er vorgeht.
Damit reiht sich Rainbow Six Vegas 2 für mich unter die sogenannten "Ballerspiele" ein und hat mit Taktik nur sehr wenig zu tun.
Anmerkung: Gegner mit einer sogenannten Snake-Cam zu markieren und danach mein Team in den Raum zu schicken, ist für mich nicht taktisches Vorgehen! Taktisches Vorgehen verlangt mehr und ist für mich immer auch mit dem Entwickeln eines Plans verbunden bzw. mit der Suche nach dem besten Vorgehen. All das gibt es bei Vegas 2 nicht oder nur sehr, sehr beschränkt.
Würde es nun einen guten Einzelspielermodus als Abwechslung zur Kampagne geben, könnte das für mich vieles vom oben genannten wieder gut machen. Tatsächlich gibt es dann auch die sogenannte "Terroristenjagd", wo man auf verschiedenen Maps alleine oder mit Team gegen die Gegner vorrückt. Das Problem: Meist sind alle Gegner auf der Karte alarmiert sobald der erste Schuss fällt und die nächsten 5 Minuten bist du damit beschäftigt hereinstürmende Gegner zu eliminieren. Dann ist das Spiel vorbei und von der Map selbst hast du gerade mal den Startpunkt gesehen. Also auch hier wieder null Taktik möglich.
Der Mehrspieler hat mir auch nicht gefallen, da werde ich wohl eher bei den Battlefield Reihen bleiben.
Fazit: Für Freunde des einfachen "Ballerspiels" sicher sehr nett, wobei das Spiel für diese Sorte Spieler taktisch sogar sehr anspruchsvoll sein mag. Für Leute die einen wirklichen Taktikshooter (im Polizei- bzw. Spezialeinheitenmilieu) suchen, eher nicht geeignet.