Nachdem ich jetzt Ubisofts GRAW 2 im Einzelspieler und die Multiplayer KOOP Maps durchgespielt habe möchte ich ein kleines Fazit geben.
Gleich vorweg, GRAW 2 ist sein Geld wert und hat riesigen Spaß gemacht.
Der Einzelspielermodus
Die Story selber ist nichts weltbewegendes, daß der Held nicht zur Ruhe kommt und gleich wieder in den Einsatz nach seiner 'heldenhaften' Mission (GRAW 1) geschickt wird, und sich am Ende von GRAW 2 heldenhaft opfert ist typisch amerikanisch und oft kopiert. Zumindestens wirkt sie nicht so, wie wenn erst die Levels erstellt und dann die Story drumrumgebastelt worden wäre. Das Ende ist mir allerdings ein wenig zu amerikanisch stereotyp gehalten.
Grafisch ist das Spiel sehr gut gelungen. Es gefällt mir teilweise sogar besser wie ein indizierter Shooter von Epic, welcher die Unreal 3 Engine verwendet. Schönes volumetrisches Licht, daß vor allem in Abendstimmungen mit Staub und Nebel stimmungsvoll zur Geltung kommt. Die Charaktere sind detailreich modelliert und realistisch animiert. Auch gefällt mir der Nachtsichtmodus besser als in GRAW 1, da er schärfer und übersichtlicher ist. Ob er realistisch ist, ist die Frage, aber man sieht im Gegensatz zur reinen Wärmesicht aus GRAW 1 die Umgebung besser.
Die Texturen sind scharf und Detailreich, einzig und allein strören diverse Clippingfehler das Gesamtbild. Sehr oft passiert es daß der eigene Gewehrlauf aus dem Rücken des gegenüberstehenden Gegners heraussieht und man dadurch nicht trifft. Dies passiert wenn man um die Ecke läuft an der ein Gegner steht. Da dies auch im Singleplayer passiert ist dies definitiv allein kein Synchronisationsproblem zwischen Host und Client.
Insgesamt ist die Grafik aber wirklich gelungen, stimmig und sehr realistisch. Ich habe es einer Bekannten gezeigt, ihr Kommentar war, daß es ihr schon zu realistisch ist.
Steuerungstechnisch geht es meiner Meinung nach flüssiger von der Hand als im Vorgänger. Auch die neue Funktion sich in die Helmkamera der KI gesteuerten Teamkollegen schalten und aus dieser Sicht die Befehle geben zu können hat mir sehr gut gefallen und betont den taktischen Charakter. Es verführt allerdings dazu sich einfach aus der Deckung seine KI Kollegen ins Feuer zu schicken und sicher im Hintergrund zu bleiben. Sehr stark ist die Scharfschützin, die wirklich mit fast jedem Schuß einen Gegner ins virtuelle Nirvana schickt.
Diese Faktoren sind, mit der Tatsache, daß die Gegnermengen gegenüber dem Vorgänger deutlich reduziert sind, der Grund, daß der Schwierigkeitsgrad sogar auf erhöhtem Risiko sehr moderat ist.
Kritikpunkt ist für mich der Mule. Er ist für mich ein schönes Feature, eine mobile Munitionskiste zu haben, aber man kann nicht immer die Waffe wechseln, Munition reicht bei der Gegneranzahl eigentlich immer aus und er hält nichts aus, kann also nur bedingt als Deckung verwendet werden. also läßt man ihn hinter den linien stehen. Läßt man Ihn dann per Tastenkommando zu sich kommen, hatte ich es sehr oft, daß er sich dermaßen in irgendwelche Hindernisse festgefahren hat, daß man ihn nicht mehr rausbringen konnte. Schöne Idee aber noch nicht ausgereift.
Der Einzelspieler Modus ist mit einer Nettospielzeit von vielleicht 6 bis 7 Stunden relativ kurz, hinterläßt aber nicht den Eindruck daß etwas fehlen würde.
Der Multiplayer Modus ist im großen und ganzen sehr gut gelungen, auch ist es das erste Spiel, das ich kenne, welche eine direkte Clanunterstützung eingebaut hat. Diese bietet zum Beispiel die Option den Clan zu erstellen, ihm ein Logo zu verpassen und die Mitglieder einzuladen.
Allerdings gibt es hier auch Kritikpunkte.
Die Tatsache daß für bis zu 8 Spielern gleichzeitig der Host eine 6MBit Leitung benötigt, ab 8 Spielern schon eine 16MBit Leitung unabdingbar ist, würde eigentlich dedizierte Server auf Xbox Live erfordern. Ich denke daß aufgrund der ziemlich strengen Kriterien an die Leitungsqualität seitens der Anbieter für 6 oder 16 MBit Leitungen, die wenigsten Spieler diese Bandbreite zur Verfügung haben. Es ist schon
frustrierend wenn man seine Buddies zusammengeladen hat und dann die Hälfte aus der Verbindung geworfen wird, weil die Bandbreite nicht ausreicht.
Es gibt wieder eine sechs spannende und gegnerreiche Maps beinhaltende Koop Kampagne die gegenüber dem Singleplayer wesentlich schwerer sind. Ein großes Manko ist daß wenn mehr wie 4 Spieler zusammenkommen, es bald sehr schwierig ist zu kommunizieren und sich zu koordinieren Hier wäre es sinnvoll Teams bilden zu können, welche einen eigenen Funkkanal zur Verfügung haben. Mit einer Taste könnte dann einfach zwischen Teamfunk und allen geschalten werden. Auch wäre pro Team eine Drohne erforderlich, der dauernde "Streit" um die Drohne wäre dann Vergangenheit.
Der langweiligste Koop Modus ist die Verteidigung, unendliche Gegnerhorden abzuballern macht vielleicht 5-10 min Spaß aber nicht länger.
Ausser dem Koop gibt es noch viele weitere PvP und TvT Modi
Die Drohnen im Teamdeathmatch sind überflüssig. Sind die Drohnen im Spiel und ein oder beide Teams raffen es nicht die gegnerische Drohne zu zerstören, verkommt das Spiel zum Tontaubenschiessen. Rauchgranate werfen und gemütlich auf die Markierungen schiessen ist die Folge.
Aber insgesamt hat mir der Multiplayerpart gut gefallen und viele kurzweilige Stunden bereitet.
Nun abschließend noch zu den Erfolgen, den Achievements.
Die Verteilung von 500 zu 500 Punkten für jeweils Single und Multiplayer ist auf den ersten Blick ausgewogen, bedenkt man aber den niedrigen Schwierigkeitsgrad der Singleplayerkampagne liegt die Sachlage ein wenig anders.
Die Multiplayerachievments sind meiner Meinung nach eher ungünstig gewählt und stellen eigentlich bis auf die Koopkampagne keinen wirklichen Erfolg dar. Ein Team mit 5 Mann, kann die meisten Achievements an einem oder zwei Abenden "herspielen" wie zum Beispiel den "TeamStar". Ein Achievement sollte in meinen Augen eine Herrausforderung sein und nicht stundenlanges stupides sich hinstellen und abballern lassen, damit der Buddy die Punkte bekommt.
Mein letzendliches Fazit zu GRAW 2 ist ein insgesamt stimmiges und spaßiges Spiel mit guten Single und Multiplayerinhalten, daß zwar an manchen Stellen nicht ganz rund ist aber doch Spaß und Kurzweil bereitet.
Vor allem in Punkto Grafik setzt es wieder einen Meilenstein, an dem sich andere Spiele messen lassen müssen.