Der französische Spielentwickler Ubi Soft (Prince of Persia-Reihe, Rayman) hat als einziger die Exklusivrechte an der Versoftung diverser Romane, oder Figuren aus diesen, des Polit-Thriller Spezialisten Tom Clancy (Jagd auf roter Oktober, Das Kartell). So kommt es nicht von ungefähr, dass einige, der erfolgreichsten Videospiel-Reihen, aus der französischen Softwareschmiede stammen. Die Tom Clancy-Reihen "Splinter Cell" und "Rainbow Six" erfreuen sich größter Beliebtheit. Einzig die Ghost Recon" - Spiele schafften es bislang noch nicht, in voller Linie, zu überzeugen. Das soll sich nun mit Ghost Recon 3 - Advanced Warfighter" ganz schnell ändern und der Taktik-Shooter bringt eine ganze Menge mit sich:
Mexico City, im Jahre 2013. Aufständische Rebellen planen einen Putsch gegen die mexikanische Regierung. Sie sind Sgt. Mitchell, ein Anti-Terror-Spezialist des amerikanischen Geheimdienstes. Ihr Auftrag ist es, mit Hilfe ihres dreiköpfigen Teams, den Widerstand zu zerstören und den Putsch-Versuch niederzuschlagen.
Das gestaltet sich allerdings etwas schwieriger, als man vielleicht glauben mag, denn das ist nur der Grundbaustein einer sehr guten Story. Ich möchte nur nicht zu viel verraten, um nicht zu spoilern und dadurch einige Überraschungsmomente vorweg zu nehmen.
Das Spiel beginnt mit einer umfangreichen Trainingskampagne. Hier kann sich der Spieler erst einmal mit der komplexen, aber auch sehr gut gelösten und nicht zu überladenen, Steuerung vertraut machen. Vor allem die Team-Steuerung ist vorbildlich gelöst. Das Training ist kein Pflichtprogramm und kann jeder Zeit übersprungen werden, aber Ihr solltet Euch auf jeden Fall die Zeit hierfür nehmen und die Steuerung erlernen.
Habt Ihr das Training beendet, geht es direkt ins Kampfgeschehen. Mit einem Helikopter werdet Ihr ins erste Einsatzgebiet, einem Industriegebiet, am Rande von Mexico City geflogen. Den Helikopterflug verfolgt Ihr aus der Sicht von Mitchell, wahlweise aus der automatisch voreingestellten Third-Person-Perspektive (die Kamera befindet sich, je nach eigenem Belieben, entweder hinter der linken oder rechten Schulter von Mitchell) oder aus der Ego-Perspektive (auch wenn es in diversen Previews hieß, dass die 360er-Version ohne Ego-Perspektive auskommen muss, lässt sich diese im Optionsmenü einstellen). Hier kommt dann auch zum ersten mal das sogenannte Cross-Com zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um zwei kleine Bildschirme, die sich oben rechts und oben links, im Visier des Schutzhelms befinden. Über den rechten Bildschirm erhaltet Ihr Befehle, Informationen, etc. von Vorgesetzten, bzw. Personen, die nicht direkt am Kampfgeschehen teilnehmen. Über das linke Bild habt Ihr jederzeit Euer Team in Auge und könnt dieses dann auch koordinieren.
Ist man im Kampfgebiet angekommen, ist das Erste, was auffällt, natürlich die sensationelle Grafik. Superdetaillierte Charaktere, Gebäude, Pflanzen, Gegenstände, eine kilometerweite Weitsicht, sowie Licht-, Schatten- und Expolsions-Effekte in Echtzeit. Grafisch ist Ghost Recon 3" ein wahrer Augenöffner. Auch der authentische und realistische Sound weiß ebenso gut zu gefallen, wie die dramatisch untermalte Musik. Von der technischen Seite her gibt es nichts auszusetzen.
Wie sieht's spielerisch aus? Ghost Recon ist ungemein motivierend. Der Schwierigkeitsgrad ist zwar recht hoch angesiedelt, aber mal ganz ehrlich: Wer will schon durch einen Taktik-Shooter durchspazieren, ohne dabei den spielerischen Tiefgang mitzuerleben. Die großen, offenen Level bieten nämlich sehr viel Platz und Spielraum, um die taktischen Möglichkeiten des Teams voll auszuspielen. Schon im ersten Level wird man vor die Wahl gestellt, einen feindlichen Konvoi anzugreifen, oder diesen zu umgehen. Entschließt man sich für ersteres, platziert man seine Teamkameraden auf einer Highway-Brücke hinter einer sicheren Deckung. Man selber kann dann den Konvoi von anderer Seite aus angreifen. Wenn man in Position ist, markiert man die gewünschten Ziele, erteilt seinem Team den Angriffsbefehl und innerhalb kürzester Zeit lässt sich diese kleine Herausforderung unbeschadet meistern. Apropos Schaden: Auf normalem Schwierigkeitsgrad, der allerdings schon recht happig ist, können die Charaktere etwa 5 oder 6 Körpertreffer einstecken, bevor sie das zeitliche segnen. Bei Kopftreffern beißt man, realistischer weise, sofort ins Gras. Verwundete Teammitglieder können übrigens geheilt werden, Sgt. Mitchell leider nicht. Deshalb bietet es sich, in kniffeligen Situation an, das Team vorauszuschicken und selber aus sicherer Deckung, mit dem Sniper-Gewehr einzugreifen.
Das Waffenarsenal kann sich auch sehen lassen: Von aktuellen Maschinengewehren, über RPG's bis hin zu Prototypen, wie einem Sniper-Gewehr, mit dem man Gegner, via Wärmebild, ausmachen und durch dünne Wände hindurch erlegen kann, wird einiges geboten.
So, genug geschwärmt. Zwei Kritikpunkte müssen auch noch erwähnt werden: Zum Einen ist, für Profi-Zocker, die Spielzeit, mit ca. 10-12 Stunden doch etwas kurz geraten. Allerdings ist der Wiederspielwert, auf Grund der tollen Grafik und der famosen Präsentation sehr hoch. Zum Anderen ist der Schwierigkeitsgrad, gerade für Anfänger doch recht hoch. Auch wenn es pro Level einige Checkpoints gibt, an denen das Spiel dann auch neu gestartet werden kann, könnten Anfänger doch recht schnell verzweifeln.
Fazit: Ghost Recon 3" ist ein Fest für die Augen. Wer sich von hohen Schwierigkeitsgrad nicht abschrecken lässt, bekommt einen Taktik-Shooter, mit toller Präsentation, spielerischen Tiefgang und einer sehr spannenden Story geboten. Ich würde sagen: Kauft Euch das Teil.
Positiv
- Große, weitläufige Level
- Superbe Grafik und Präsentation
- Variantenreiche Shooter-Action, mit spielerischem Tiefgang
- Fordernder Schwierigkeitsgrad,
Negativ
- der mitunter etwas zu hoch ausgefallen ist
- Etwas zu kurze Spielzeit
Grafik: 9/10
Sound: 10/10
Gameplay: 9/10
Steuerung: 9/10
Umfang 7/10
Spielspaß: 90%