Ghost Recon stand seit jeher für Taktik höchster Güte. Der Vorgänger 'Advanced War Fighter' kombinierte Taktik, Action und die Zusammenarbeit im Team zu einer fast perfekten Symbiose, weshalb Ghost Recon zu jener Zeit ein Meilenstein im Genre war. Nach langer Abstinenz veröffentlicht Ubisoft den langerwarteten Fanliebling. Diesmal werden die Ghosts im Jahre 2024 mit allerlei Gadgets aufwarten, um auch hier die Terroristen zur Strecke zu bringen. Doch kann der Titel die Erwartungen erfüllen?
Ein gewöhnlicher Arbeitstag bei den Ghosts
Kozak, 30K, Pepper und Ghost Lead: Alles harte Hunde und vom Charakter her sehr unterschiedlich. Darum sind die Konversationen sehr interessant und zeigen nicht den typisch, generischen Faktor. Genau diese vier Männer bilden das Ghost-Team und werden dann immer gebraucht, wenn andere versagen würden. So gilt es in Krisengebieten, wie Nigeria Geiseln zu befreien, und in Russland Aufständische zu bezwingen. Für Abwechslung ist in der rund zehnstündigen Kampagne also gesorgt. Schön, dass alles auch im Koop spielbar ist ' Nur leider nicht im Splitscreen.
Vorbereitung ist der Schlüssel zum Sieg
Wie in keinem anderen Spiel gehört die Vorbereitung zu einem wichtigen Faktor, der über Sieg, oder Niederlage entscheidet. Auf einer detaillierten Satellitenkarte wird die Mission erklärt. Dann dürft ihr nach verschiedenen Erklärungen und Ratschlägen des Ghost-Leaders eure Waffen und Gadgets auswählen. Möchte man mit großer Feuerkraft antreten, dann eignen sich Splittergranaten, sowie die tödliche LMG Stoner. Oder doch lieber inkognito?
Dann eben EMP, oder Sensorgranaten in Kombination mit einem präzisen Sturmgewehr inklusive Schalldämpfer. Super ' An allen Waffen könnt ihr beliebig rumschrauben, um so euer Visier, den Schaft, oder das Gasschusssystem zu modifizieren und damit eure eigene individuelle Waffe erstellen. Mit einem Klick kann man die Waffe zugleich am Schießstand ausprobieren. Eines fällt sofort auf: Alle Waffen besitzen einen realistischen, nicht zu verachtenden Rückstoß, weshalb präzise Schüsse die Schlüssel zum Sieg sind.
Des Weiteren gibt euch die UAV-Drohne weitere Vorteile, denn sie enttarnt gegnerische Feinde und lässt diese für euch, selbst durch Mauern hindurch, sichtbar werden. Dem Taktik-
Freak erfreut es, da die vielen Möglichkeiten verschiedene Herangehensweisen bilden. Diese sind gegen, schlechter ausgerüstete, aber in Überzahl vorhandene Feinde auch bitter nötig.
Vier Geister ' Ein Ziel ' Zusammenarbeit und Erfolg
Nach der umfangreichen Vorbereitung geht es auch schon in das Einsatzgebiet, dem Wüstengebiet Afrikas, in der ein wichtiger Informant gefangen gehalten wird. Dabei liegt die Vorgehensweise ganz bei dir, solange keine Einschränkungen, wie: 'Lass dich nicht von den Gegnern entdecken' gibt. Also geht es auch schon los. Möchtest du zuerst die Gegend auskundschaften, dann wäre die Drohne von Vorteil. Alle Feinde ausfindig gemacht, lassen sich bis zu vier von ihnen gleichzeitig umnieten. Mit der R2 Taste werden die Gegner markiert und wenn alle Ghosts bereit sind, kommt es zum Simultanschuss, bei dem die Terroristen das zeitliche Segnen. Dies ist besonders nützlich, wenn keiner von ihnen bemerken soll, dass überhaupt Ghosts in der Nähe sind. Wenn wir schon mal bei Geist sind. Mit einem speziellen, hochtechnisierten Anzug, kann man buchstäblich zum Geist werden. Solange ihr euch in gebückter Haltung bewegt und keinen Schuss abgebt, seit ihr fast unsichtbar. Damit lassen sich Feinde überraschen, um sie dann hinterrücks zu töten, aber Vorsicht: Seit ihr zu nah am Feind, so kann dieser euch entdecken. Die bereits erwähnten Sensorgranaten lassen Gegner durch Wände erscheinen und sind essentiell für ein geheimes Vorgehen. Leider mangelt es den Schauplätzen an Handlungsfreiheit und Größe, denn man hat zumeist nur ein paar verschiedene Wege, die zum Ziel führen. Wirkliches flankieren, oder Umgehen der Gegner funktioniert nur selten. Schade ' die sehr gute Grundbasis war gegeben.
Feuerkraft voraus ' Vor allem im Koop
Die Feuergefechte sind klasse inszeniert und gestalten sich äußerst knackig. Selbst auf niedrigem Schwierigkeitsgrad reichen wenige Schüsse aus, um euch zu töten. Genau diese Tatsache lässt euer Adrenalin sprudeln, denn nur gute Reflexe und präzise Schüsse führen zum Erfolg. In Kombination mit dem sehr guten Deckungssystem, lässt sich 'Future Soldier' sehr eingängig und flüssig spielen. Die Steuerung wirkt nie überladen und ist auch für Neulinge nach kurzer Zeit erlernbar.
Ghost Recon ist kein 'Call of Duty'. Wer in die Gegnermassen reinstürmt und um sich schießt wird schnell erfahren, was passiert. Somit ist Zusammenarbeit extrem wichtig und die KI dementsprechend auch. Diese vollführen einen bravourösen Job, indem sie dich decken, heilen und aktiv unterstützen. Leider agieren sie manchmal zu gut, sodass die eigene taktische Raffinesse nicht zu Zuge kommt.
Anders im Koop: Hier ist zusammenarbeiten Pflicht. Man bespricht die Taktik und versucht alles für sein Team zu tun und diese Kommunikation zwischen Spielern lässt 'Future Soldier' zu etwas besonderem werden, denn jeder hat eine umsetzbare Idee und wenn diese Idee auch noch von Erfolg gekrönt ist, so ist das wirklich befriedigende Gefühl des Sieges da: 'Hey! Meine Taktik hat funktioniert Leute.'
'Future Soldier': Viele Highlights ' technisch leider schwach
Obwohl dieser Titel auf Infiltration konzipiert worden ist, so gibt es doch 'Blockbusterreife' Szenen. Es gibt selten Kämpfe gegen Kampfhubschrauber, die so nervenzerreißend sind wie hier. Es kracht überall und die Effekte sind schön anzusehen. Bei all dem Trubel bleibt die Bildwiederholrate stabil ' lobenswert. Auch Rettungsaktionen von Geiseln lassen sich sehen. In Diamantformation versucht man die Geisel in Sicherheit zu bringen, während die Feinde euch verfolgen. In einem Arm schleppt ihr die Geisel, in der anderen eine Pistole, da jeder Schuss entscheidend ist, gehören diese Situationen mit zum Besten im Spiel. Obwohl der Gesamteindruck der Grafik sehr ordentlich ist, so gibt es leider einige schlecht aufgelöste Texturen und die Gesichtsmimik ist quasi nicht vorhanden. Dafür kann der Sound mit seinen treibenden Musikstücken überzeugen. Auch die deutsche Synchronisation passt gut und ist überwiegend lippensynchron. Dadurch kommen die charakterstarken Figuren in der spannend erzählten Geschichte besser zum Tragen.
Ein motivierender Multiplayerpart
Neben der guten Einzel- bzw. Koop Kampagne gibt es auch noch einen eigenen Multiplayermodus, mit den Modi Conflict, Saboteur, Siege und Decoy.
Genre-typisch dürft ihr im Multiplayer eure eigene Ausrüstung zusammenstellen. Dabei stehen drei Klassen zur Verfügung. Den Späher, Techniker und Schützen. Sie unterscheiden sich in ihren Fähigkeiten, sowie der Waffenverwendung. Für gespielte Runden sammelt ihr EP uns steigt so im Level auf, um dann neue Ausrüstung freizuschalten. Dies motiviert sehr, da 'Future Soldier' eine Vielzahl an Gegenständen bereithält.
In Conflict müsst ihr zufällig erscheinende Zielpunkte erobern, während man in Saboteur eine Bombe finden muss, welche im Feindlager dann gezündet wird, um zu gewinnen.
In Decoy gibt es drei Ziele, von denen zwei nur Attrappen sind. Wenn die Angreifer das richtige Ziel erobert haben, dann wird das entscheidende letzte Ziel angezeigt. Bei dem Spielmodus wissen weder die Angreifer, noch die Verteidiger wo sich das richtige Ziel befindet. Sehr spannende Angelegenheit.
Siege ist der Spielmodus für alle fortgeschrittenen Spieler, denn Respawnpunkte sind nicht vorhanden. Im Grunde ist es so ähnlich wie Conflict, nur mit der Tatsache, dass jeder Schritt dein letzter sein kann.
Fazit:
'Future Soldier' ist ein sehr gutes Ghost Recon geworden, welches sich schön vom Shooter-einheitsbrei abhebt. Allein die Gadgets machen dieses Spiel unverwechselbar. Trotz durchschnittlicher Technik ist dieses Spiel ein wahrer Spaßbringer, vor allem im Koop. Mal ehrlich: 'Wer kann sich schon von diesen extrem coolen Ghosts entziehen?'
8,6