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Tollhaus der Möglichkeiten
 
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Tollhaus der Möglichkeiten [Gebundene Ausgabe]

Kurt Andersen , Ulrike Wasel
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Blessing (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896671278
  • ISBN-13: 978-3896671271
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.020.544 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kurt Andersen
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Jeder wird Kurt Andersens schneidend-komischen Erstlingsroman mit Tom Wolfes Romandebüt Fegefeuer der Eitelkeiten vergleichen. Wie auch Wolfe ist Andersen ein fröhlicher Terrorist, ein statusbewusster Attentäter mit flüssigem Stickstoff in den Adern, einem Schreibstil mit dem kühlen Schnurren einer Uzi und der gesamten Gesellschaft im Visier. Und wie Wolfes Protagonist Sherman McCoy ist Andersens George Mactier ein "Master of the Universe" -- nicht nur von Manhattan, sondern auch des dekadenten, Post-Fin-de-siècle-Hollywood, der weltverschlingenden, Infotainment-verseuchten Nachrichtenmedien und des Cyberspace von Seattle über Silicon Valley bis Silicon Alley.

Tollhaus der Möglichkeiten beginnt im Februar 2000 in einer bizarren Welt mit nur einer Spur futuristischer Extrapolation. George hat sich von einer Stelle als Schreiber bei Newsweek zu einem PBS-Dokumentarfilmer und schließlich zu einem $ 16.575-pro-Woche-Job als Produzent beim finsteren Sender MBC hochgearbeitet. NARCS, seine Serie, ist der reinste Mischmasch aus Dichtung und Wahrheit, in der die Schauspieler an echten Drogenrazzien teilnehmen dürfen und die besten Stellen bekommen, da sie mit Drehbuch arbeiten. In der berüchtigsten Folge stellt sich der verhaftete Drogenhändler als ein Mitglied der Schauspielergewerkschaft heraus. Daraufhin bekommt er eine ständige Rolle in der Serie und wird nach Gewerkschaftstarif bezahlt. Während George in eine Wolfesche Katastrophenspirale gerät, gewinnt seine Frau, Lizzie Zimbalist, an Macht. Lizzie ist eine brillante Software-Unternehmerin: Ihr Alternativgeschichte-Spiel mit "Zwangs-Feedback-Technologie" kann die Angst der Spieler wahrnehmen. "Wenn Sie zum Beispiel ins Paris des Jahres 1792 reisen, werden Sie zu einem betrunkenen Bauern, einem erschrockenen Aristokraten oder einem zornigen Sansculotten -- je nach Puls, Blutdruck und Leitfähigkeit Ihrer Haut. Zuviele Zuckungen oder das falsche Zittern, und Sie sind ein Marquis (oder eine Marquise) auf dem Weg zum Schafott."

Überflüssig zu sagen, dass Lizzies Verständnis für das Jahr 2000 ihr großes Interesse von Seiten des Chefs ihres Mannes wie auch von Microsoft einbringt. Lizzie ist als Figur mindestens so lebendig wie George, und ihr hektisches Familienleben ist scharf beobachtet und weit davon entfernt, übermäßig sentimental zu sein. Andersens Handlung (die auch den potenziellen Tod von Bill Gates beinhaltet) hat schärfere Kurven als der Hana-Highway -- bleiben Sie beim Lesen aufmerksam, sonst kommen Sie von der Straße ab. Eine wilde Fahrt mit faszinierenden Figuren ist aber allemal garantiert: ein durch James Cramer inspirierter, respektloser Investor; Timothy Featherstone, ein urkomischer Speichellecker bei MBC -- der Tony Curtis in The Sweet Smell of Success in nichts nachsteht -- und eine ganze Welt von gesellschaftlichen Karikaturen. Kurt Andersen hat ein geradezu übernatürliches Gehör für die Art, wie wir heute reden. Tollhaus der Möglichkeiten ist scharfsinnig, wissend und subversiv. Hoffen wir, dass es nicht auch vorausblickend ist. --Tim Appelo

Kurzbeschreibung

Was Tom Wolfe mit seinem "Fegefeuer der Eitelkeiten" für die achtziger Jahre war, ist Kurt Andersen für das beginnende 21. Jahrhundert. Sein grandioser Milleniumsroman schildert ein Jahr im Leben einer New Yorker Familie und zeigt uns dabei Amerika, wie es in nächster Zukunft sein könnte. Eine gelungene Satire aus der Welt der Medien und des Big Business.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Indianer
Format:Gebundene Ausgabe
Der Roman des New Yorker Journalisten spielt sich im Milieu der amerikanischen Oberschicht ab. Er handelt von Börsenspekulanten, Medienunternehmern, Fernsehproduzenten, Computerfirmenbesitzern u.ä. Gezielt, manchmal boshaft, nimmt der Autor in seinem sehr breit angelegten Werk das Leben dieser sehr speziellen Klientel unter die Lupe. Und er weiß offenbar ziemlich genau, wovon er da schreibt. Als Leser wundere ich mich allerdings selbst manchmal, wie amerikanisiert ich offenbar schon bin, denn Vieles von dem, was man da liest, kommt einem aus den diversen Filmen und amerikanischen Medien sehr bekannt vor. Trotz dieser unbestreitbaren Nähe zu seinen Objekten, gelingt es dem Autor nicht, wirkliche Tiefe zu gewinnen. Der Roman ist zwar unterhaltsam, die Geschichte gewann für mich aber erst nach ungefähr 500 der über 700 Seiten an Schwung und wurde wenigstends etwas spannend. Dem Autor ist für mein Gefühl kein wirklich großes Werk gelungen, an vielen Stellen bleibt er zu seicht und die Charaktere vermitteln zu wenig Tiefgang und Persönlichkeit. Daher bleibt die Frage offen, ob sich die Investition an Zeit, die es kostet, diesen Wälzer durchzukauen, wirklich lohnt, oder ob es nicht besser wäre, diese Zeit z.B. in die Bibel, Solschenizyn, Tolkien o.ä. zu investieren. Ich tendiere nach der Lektüre eher zu Letzterem und empfehle daher dieses Buch nicht unbedingt weiter.
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Format:Taschenbuch
Jetzt lese ich das Buch zum 2. Mal - und verstehe die anderen Kommentare wirklich nicht. Es ist ein geistreiches Buch über die USA der Jahrtausendwende - und wer über Medien, Wirtschaft und Computer lesen mag, hat seinen grossen Spass daran. Ich würde das Buch eindeutig über das "Fegefeuer" stellen - auch wenn ich keine grosse Ähnlichkeit sehe und auch wenn ich Fan von Tom Wolfe bin.
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... anything goes ... 27. Dezember 2003
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
George Mactier und seine Frau Lizzie Zimbalist gehören zu denen, die es geschafft haben. Er leitet eine TV-Produktionsfirma, deren im Drogenmilieu angesiedelte Soap „NARCS" äußerst erfolgreich läuft. Das Gleiche gilt für Lizzies Internet-Firma Fine Technologies, auf die sogar Microsoft ein Auge geworfen hat und kaufen will. Während Lizzie also den Deal ihres Lebens vorbereitet, tüftelt George an einem noch nie da gewesenen Sendeformat namens „Reality", von dem er hofft, dass es sich wie „NARCS" zu einem Zugpferd des Senders MBC entwickelt. Nebenbei führt das Vorzeige-Pärchen eine harmonische Ehe.
Lizzies Erfolg lässt Harold Mose, den Chef des MBC, aufmerken. Er bittet um ihren Rat, was seinen Online-Dienst betrifft. Die geschmeichelte Lizzie kommt der Bitte nur allzu gern nach. In George keimt daraufhin der Verdacht, dass da mehr zwischen seinem TV-Boss und seiner Gattin läuft, zumal sich Harold desöfteren nach Lizzie erkundigt. Sind die häufiger werdenden Kontakte lediglich rein geschäftlicher Natur? Oder betrügt Lizzie ihn? Georges Eifersucht steigt und verleitet ihn zu Handlungen, deren Auswirkungen er sich nicht bewusst ist. Das Einzige, was klar ist: Georges Leben gerät allmählich aus der Bahn.

So sieht also das Jahr 2000 in New York aus, zumindest in Kurt Andersens Augen. Er siedelt die Story in der schnelllebigen Welt der new economy an. Aktienrausch, das schnelle Geld, das Pokern, hire and fire und dazwischen Menschen, die versuchen, dabei einigermaßen normal und menschlich zu bleiben, eine Ehe zu führen und drei Kinder zu erziehen.

Andersen hat mit „Tollhaus der Möglichkeiten" einen beißenden Gesellschaftsroman geschaffen, in dem es von abgedrehten Typen wimmelt - Lizzie scheint die mit Abstand noch normalste Person zu sein. George ist neurotisch, die gemeinsame Tochter Louisa auf morbide Art vom Tod fasziniert; Lizzies Vater will sich eine Schweineleber transplantieren lassen und Georges Freunde eröffnen entweder in Las Vegas „BarbieWorld" oder suchen zeitweise nach neuen Namen für Lammfleisch. Zu diesen Figuren gesellen sich unter anderem Hacker, Hundetherapeuten und Forscher, die eine Art „Katzentelepathie" für möglich halten. Kurzum: In „Tollhaus der Möglichkeiten" ist nichts zu absurd, als dass es nicht real werden könnte - oder bereits ist.

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