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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tolldreist anno 1850 heißt: voll das Leben!, 14. Mai 2009
Zugegeben, der Titel mag einigermaßen antiquiert erscheinen, auch gewisse terminologische Feinheiten im Text selbst sind heutzutage nur mehr schwer verständlich ("sintemalen" für "weil")... Dessen ungeachtet: tolldreist sind diese Gschichten wirklich: allesamt lustvoll verbrämt, mit einem (moralischen) Augenzwinkern vorgetragen, werden Geschehnisse präsentiert, die dazumals tatsächlich tolldreist erschienen sein mussten: Mönche auf Abwegen, "Jungfrauen", eitle Gecken, alte Molche udgl. Heiter, beschwingt, mitteilsam - Balzac ungewohnt verschmitzt, der sonst gewohnte erhobene Zeigefinger fehlt. Fein zu lesen, kurzweilige Unterhaltung. Für Freunde gehobener Nachtlektüre pures Vergnügen.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Feuerwerk voll überschäumender Lebenslust, 23. November 2007
Der 1709 in Tours geborene und 1850 in Paris gestorbene Honoré Balzac zählt neben Molière und Victor Hugo eigentlich zu der Generation der Romantiker, obgleich er mit diesen dreißig "Tolldreisten Geschichten" auch belegt, dass er mit dem 22 Jahre jüngeren Flaubert und dem 18 Jahre älteren Stendhal fraglos doch auch zu den drei exponierten französischen Realisten gehört. Natürlich muss er auch zu den ganz großen Humoristen zugerechnet werden und das spürt man in nahezu allen Geschichten dieses Buches. In einer vollendeten Meisterschaft kommt seine ganze Lebenslust, in den gegenüber dem "Spießertum" gestalteten Geschichten, zum Ausdruck. Balzac brauchte diese kurzen Geschichten,um Erholung und Atempause nach seinen großen Romanen zu finden. Die Protagonisten im Ersten Zehent, Zweiten Zehent und Dritten Zehent sind durchweg alles Menschen, die nicht den Durchschnittstypen, aber immer ungeschminkt die Realität verkörpern. Dieses Buch muss verdaut werden, denn die urtümliche Lust des Autors am Wort lebt in vielen Geschichten ebenso mit,wie seine Intention ein umfassendes Sittengemälde seiner Epoche zu schaffen. Ich empfehle dieses Buch mit Nachdruck und Leidenschaft.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wirklich tolldreiste Geschichten, 21. Dezember 2008
Von ihnen mag wohl fast jeder schon einmal gehört haben, von den dreißig vor Phantasie und Wonne schier überbordenden Episoden voll französischer Leichtigkeit und stachelndem Humor, die Honoré de Balzac zwischen seinen großen Romanen geschrieben und unter dem Titel "Tolldreiste Geschichten" als Buch veröffentlicht hat. Beim Diogenes Verlag ist die Sammlung jetzt in der mehr als 50 Jahre alten Leipziger Übersetzung von Herbert Kühn als Taschenbuch neu aufgelegt worden und den Reiz der schmuck anzuschauenden Ausgabe machen -natürlich neben den von menschlichem Humor mit einem Schuss Frivolität getragenen Geschichten - die vielen Originalillustrationen von Gustav Doré aus, der mit seinen phantasievollen Stichen ganz wesentlich zum Erfolg des Buches beigetragen hat. Wer also einen Klassiker der Weltliteratur (wieder)entdecken möchte, der mag getrost zu Balzac und seinen tolldreisten Eskapaden in Prosaform greifen. Eine respektable Wiederveröffentlichung!
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