Als überzeugter Tolkien-Fan freute ich mich natürlich sehr über dieses Buch. Ich erhoffte mir, mehr über die tiefe Freundschaft der beiden zu erfahren, zumal das auch im Klappentext versprochen wurde. Aber ich wurde enttäuscht, die Infos zu Tolkien kannte ich bereits, da gab es nichts Neues zu entdecken. Zu Lewis habe ich natürlich manches Neue erfahren, da ich mich bisher für ihn nicht wirklich interessierte. Insgesamt finde ich die Doppelbiographie unausgewogen, gefühlte 1/3 Tolkien und 2/3 Lewis. Das kann aber auch daran liegen, dass Lewis wesentlich mehr publizierte als Tolkien. Es war mir schon zuvor bekannt, dass Lewis ein bekehrter Christ war und seine Schriften sehr religös sind und, dass Tolkien bei der Bekehrung seines Freundes eine große Rolle spielte. Aber, dass die Freundschaft der Beiden hauptsächlich auf ihrem christlichen Glauben und ihrem starken Interesse an dessen Verbreitung beruht, wie Duriez nicht müde wird zu betonen, kann ich mir nicht vorstellen. Zumal Tolkien Lewis Laientheologie immer wieder kritisiert hat, wie auch Duriez ganz richtig schreibt. Lewis christliche Werke sind ohne Tolkien nicht denkbar, aber hätte es ohne Lewis wirklich den HdR nicht gegeben? Tolkien selbst sagt ohne die Ermutigung von Lewis wäre er nicht fertig geworden d.h. nicht veröffentlicht worden, aber das Universum Mittelerdes gab es bereits bevor beide sich trafen. Insofern hat Lewis inhaltlich nichts zu Tolkiens Zweitschöpfung beigetragen. Um diese Info zu erhalten braucht man diese Buch nicht! Tom Shippey und Humphrey Carpenter haben darüber bereits ausführlich berichtet. Jedem, der wirklich wissen will, wo Tolkiens Inspiration zu suchen ist, der sollte deren Werke lesen, da hat man wesentlich mehr von. Was Lewis betrifft, so vermute ich mal, dass es auch zu ihm bessere Bücher gibt.
Fazit: als Einstieg geeignet, aber für Fans nichts Neues. Schade!