Die japanische Kultur ist Europäern ja in der Regel eher fremd - zwischen Murakami, Kurosawa, Araki und Lost in Translation liegen Welten, die zumindest ich nur erahnen kann. Z.B. die Affinität zu Geistern und Übersinnlichem oder (aus meiner Sicht) die Neigung zur kulturellen Übertreibung. Womit wir beim Thema sind, denn bei Tokyo Love geht es um sich überinszenierende junge Menschen, die quasi verkleidet rumlaufen (ich sage nur 'cosplay'...) - Subkulturen neigen dort ja schnell ins zumindest optisch Extreme. Wen das nicht schreckt oder sogar reizt, der sollte sich die Geschichte des japanischen Literaturstars einmal vornehmen und tiefer abtauchen in die schräge Story. Da ich selbst viel unterwegs bin empfehle ich gleich die Hörvariante; Sie ist auch über längere Hörphasen sehr gut zu hören, und die Sprecherin erzeugt mit ihrer leichten Kühle eine trefflich zum Thema passende Stimmung.