Ich habe den Roman als Episodenroman gesehen, da fast jede Szene um Erotik aufgebaut ist. Da sich das aber schnell (!) abnutzt, kann ich empfehlen, längere Pausen zwischen den Szenen zu machen. Es ist kein Buch, das man in einem runterlesen kann.
Die Handlung ist wie erwartet mau, aber ganz nett. Das Sprachniveau ist hoch, daher gut zu lesen. Allerdings gibt es viele Tippfehler.
Im Gegensatz zu vielen Romanen, die sich um einen Erotik-Club drehen, aber seltsamerweise nur eine Szene darin stattfindet, spielt dieser sehr oft in diesem Etablissement, bzw. er ist die Basis.
Es gibt Sex in allen Variationen, wobei ich die Fesselungen und Kampf(training)szenen ab und zu zweimal lesen musste, um die Situation zu verstehen, da winzige Sprünge im Erzählstil sind. Kämpfe lesen sich eh langweilig (er schlug, sie blockte ab, er trat, sie rollte sich ab... gähn)
James Burke ist entgegen der Inhaltsangabe nicht der einzige Protagonist. Da ist auch noch Dan Tanner, aus dessen Perspektive manche Szenen geschrieben sind. Am Anfang fand ich's blöd, da ich mich lieber an eine Person hefte, aber am Ende hat es die Geschichte vielschichtiger gemacht hat. Über den Hintergrund der Charaktere erfährt man leider viel zu wenig.
Dass Burke nur die Hand auflegen muss, um jemanden durch reinen Energiefluss Lust oder Leid zuzufügen, finde ich viel zu abstrakt und einfach. Er ist nicht einmal erschöpft oder muss sich anstrengen. Da hatte ich mir mehr vorgestellt.
Die angedeuteten echten Folterungen (nix mit Lust) haben mich gestört. So etwas gehört nicht in einen Erotikroman.
Wenn ich den Roman mit anderen Erotikromanen vergleiche, bin ich trotz kleiner Abstriche positiv überrascht. Nur die letzten Seiten habe ich vorgeblättert, da die Geschichte längst zu Ende war und nur noch 08/15-Sex vorkam, der immer phantasieloser beschrieben wurde.