Wenn man sich für Japan interessiert, stößt man früher oder später, auch auf das Thema Yakuza. Obwohl man natürlich weiß, dass es sich dabei um eine Verbrecher Organisation handelt, fängt man vielleicht an, ihre Existenz zu verklären. Yakuza, das sind mutige Kämpfer, Männer die noch wissen was Loyalität, Ehre und Pflichtbewusstsein ist. Man spielt Yakuza auf der Playstation oder guckt Filme wie Crows Zero. Und vielleicht stellt man für sich fest, Yakuza, das sind eigentlich ziemlich coole Typen. Okay ... und dann habe ich Tokio Vice gelesen.
Jake Adelstein, arbeitet bei einer Japanischen Zeitung, als Polizeireporter. Dabei findet er etwas heraus, dass der Boss einer Yakuza Gruppe, unter allem Umständen, geheim halten will. Von dem Zeitpunkt an ist Jack Adelstein, seine Familie und Freunde, in Lebensgefahr.
Tokio Vice ist kein Krimi, das Buch ist ein Tatsachenbericht, und schildert um die 16 Jahre aus dem Leben und der Arbeit von Herr Adelstein. Dabei rechnet er nicht nur mit der Yakuza ab, sondern auch mit der Japanischen Regierung. Und, was unglaublich mutig von ihm ist, und was ich sehr traurig fand, am Ende sogar mit sich selbst. Vor allem aber erfährt man, was Yakuza wirklich bedeutet ...
Während man also im ersten drittel des Buches, noch dass ein oder andere mal schmunzeln muss, bekommt man ab der Hälfte, einen Schlag nach dem anderen in die Magengrube.
Ich fand das Buch sehr gut geschrieben, Jake Adelstein ist vielleicht kein zweiter Ôe oder Yoshikawa, aber für mich kam es darauf auch nicht an. Ich fand das Buch von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Todtraurig und schockierend. Und sehr informativ.
Für wen ist das Buch interessant? Ich denke, hauptsächlich für Menschen, die sich für die Japanische Kultur interessieren, und denen die Wahrheit wichtiger ist, als ein heiles und naives Weltbild.