...geschieht uns erst Unrecht, dann geschiehts uns recht...
So ungefähr heisst es im "neuen" Track "Saft und Kraft". Passend, zumindest was "Tohuvabohu" angeht.
Die Scheibe ist zwar nicht schlecht, aber von Alben wie "Nihil" (welches meiner Meinung nach das beste Album der Band war) meilenweit entfernt.
Egal, zurück zu "Tohuvabohu": durchweg gute Sounds, u.a. werden altbekannte Samples verwendet. Nach dem ersten Hören sticht für mich vor allem der Song "Spit or Swallow" heraus, hämmernd und wachrüttelnd.
"Saft und Kraft" ist wohl das schnellste Stück mit Texten wie "mach kaputt, was dich kaputt macht..." , eine Phrase, die einem nicht erst seit dem Song "DIY" (dort allerdings auf Englisch) bekannt sein sollte.
Dazu kommt ein gelungenes Cover vom Song "Los Ninos del parque" von Liaisons Dangereuses mit auf die Scheibe. Viel Bekanntes also!
Der Rest des Albums ist ebenfalls bekannt, zumindest wirkt es so, obwohl der Opener "Superpower" durchaus Experimentelles bietet, so beginnt der Track "Basslastig", womit nicht Bum-Bum, sondern ein "H-Blockx-gleicher"
Bass gemeint ist. Dennoch beschränken sich KMFDM im weiteren Verlauf des Albums auf bereits durchgeführte Experimente, da ändert auch das Brechen von bisherigen Sprachbarrieren (Latein in "Tohuvabohu", Spanisch in "Los Ninos del Parque") nicht viel.
Die Formation rund um "Käptn K." ist seit geraumer Zeit die gleiche,
was man den Songs textlich wie musikalisch anhört.
So gut wie Lucia und Sascha sich bei den Vocals auch abwechseln, vermisse zumindest ich eine Stimme wie die von Watts.
Fazit:
Kein schwaches Album, aber auch keine 5 Sterne... .
Wer die Alben seit "Attak" mag, der wird nicht enttäuscht sein von "Tohuvabohu". Die Fans früherer Zeiten, als noch ein En Esch, ein Watts oder ein Skold mitgewirkt haben, sowie die Fans von abwechslungsreichen KMFDM-Alben mit wechselnden Gastmusikern werden "Tohuvabohu" schon mehrfach anhören müssen, um daran gefallen zu finden.