Die Alben der New Pornographers sind für mich wie alte Bekannte, denen man gerne zuhört, mit denen man aber auch schon einmal in Streit gerät und man sie dann nicht mehr sehen will. Das Debüt "Mass Romantic" war irgendwie toll, aber dann doch wieder nicht, "Electric Version" hat mich dann nicht interessiert, "Twin Cinema" war stellenweise richtig groß (besonders "These Are the Fables"), "Challengers" hat mich dann wieder nicht interessiert - und nun "Together", Album Nummer fünf.
Gefühlt würde ich sagen: "Twin Cinema" ist das bessere Album, betrachtet man die einzelnen Songs jedoch für sich, liegt "Together" ganz weit vorne. Ich gehe sogar so weit und behaupte: "Together" ist nah an dem, was man so gerne perfekten Pop nennt. Radiotaugliche Hits wie "Crash Years" und "Silver Jenny Dollar" wechseln sich ab mit diesen schrägen Hymnen, die so nur die New Pornographers schreiben können. Der Opener "Moves" ist so ein Fall. Den Riff, der bei anderen Bands mit E-Gitarren gespielt wird, vollbringt hier ein Streicher-Ensemble, dazu gibt es stotternden Gesang. "Your Hands (Together)") hat einen der mitreißendsten Wall-of-Sound-Refrains der letzten Zeit. Mein persönliches Highlight ist "Valkyrie in the Roller Disco". Mit einem Banjo werden ein paar Melodiefetzen hingeworfen, dazu kommt der unfassbar tolle Gesang von Neko Case und A.C. Newman. Das ist wirklich wundervoll! Ansonsten findet man viele kleine Momente, die aus "Together" ein großes Album machen. Das Pfeifen in "Crash Years", das E-Gitarren-Fill-In in "Sweet Talk, Sweet Talk", das Ende von "We End Up Together".
Nun ja, ganz selten übertreibt es die Band dann aber auch ein wenig mit ihrem Independent-Sein. "A Bite Out of My Bed" ist irgendwie zu viel von allem und dabei zu wenig Song. "Daughters of Sorrow" hat schon mit den ersten Tönen verloren, am Ende ist es dann eine schräge Blues-Ballade mit weirden Gitarren-Effekt-Spielereien. Aber es kann ja nicht jeder Song perfekter Pop sein.