Mit "Alina Fox" wagt sich Comic-Culture an eine Hörspielversion des gleichnamigen Comics. Die Aufmachung lässt dabei schon erahnen, wohin die Reise gehen könnte: eine triviale, vielleicht sogar trashige Abenteuer-Geschichte.
Es beginnt mit bewährten Elementen, ein bisschen "Top Kapi" hier, ein bisschen "Indiana Jones" da - der Rahmen und auch einzelne Sequenzen des Plots sind per se wenig originell. Dennoch gelingt es, daraus eine recht unterhaltsame Geschichte zu konstruieren. Viel hinterfragen sollte man hierbei zwar nicht, das ist aber eher genretypisch - hier steht ja das Spektakel deutlich im Vordergrund.
Bei der Umsetzung der Comic-Vorlage ins Hörspiel bleibt man zu sehr dem alten Medium verhaftet. Nicht nur, dass das Stück sehr erzählerlastig daherkommt, diese Parts sind oft zu statisch auf die Bild- und Szenenbeschreibungen ausgelegt. Man transportiert hier viele Informationen, um dem Hörer ein sehr klares Bild zu vermitteln. Der Phantasie des Hörers überlässt man da einfach zu wenig.
Dadurch kommt auch die Geschichte selbst nicht gut ins Rollen, da die Dialoge sich nicht wirklich entwickeln können. Man hat zwar sehr viele gute Sprecher mit an Bord geholt, die aber kaum richtig glänzen können. Dafür sind die Figuren oft zu stereotyp bleiben in den weitreichenden Erzählerpassagen zu beschränkt. Hier ist die Nähe zum Comic zu deutlich, als dass diese Umsetzung im Medium Hörspiel gut funktionieren kann.
Den solideste Punkt bildet die Untermalung mit Musik und Geräuschen. Hier wird zwar auch das Rad nicht neu erfunden, man agiert aber hier auf einem soliden Niveau, dass bei vergleichbaren Produktionen Standard ist und sowohl dem Genre, als auch dieser Geschichte durchaus genügt.
Leider ist der erste Einsatz von "Alina Fox" nicht ganz auf dem Niveau, das man heute von einer Produktion erwarten darf. Die Wurzel allen Übels liegt hier meines Erachtens im Skript, dass dem Medium Hörspiel zu wenig Rechnung trägt. Daraus können dann auch selbst erstklassige Sprecher kein Hörgold formen. Der Geschichte an sich kann man den, wenn auch trashigen, Unterhaltungswert nicht absprechen, mit dieser Umsetzung hilft das aber dem Hörer auch nicht wirklich weiter.