Dass der Tod und alles um dieses Thema herum für viele Menschen als Tabuthema angesehen wird ist wohl allgemein bekannt, dass der Umgang mit dem Tod auch keine angenehme Sache ist wohl auch, und dass nicht jeder, der sich seriös nennt, auch seriös ist, sollte wohl schon aus dem alltäglichen Leben bekannt sein.
So viel mal als kleine Vergleichseinleitung zum Buch. Grundsätzlich hat sich das Buch zur Aufgabe gemacht, verschiedene Missstände dieser Branche aufzuzeigen, die Hintergründe zu erläutern und somit die Machenschaften dubioser Anbieter, Bestatter, Versicherungen etc. zu erklären. Teilweise ist das recht gut gelungen und in vielerlei Hinsicht kann ich durch eigene Praktika und Berufserfahrungen sogar zustimmen, so z.B. die zu hohen Kosten bei Sargumbettungen, verschiedenen Zusatzleistungen etc. Es mag zwar schön sein, wie viel Mühe sich der Autor gemacht hat, dies auch noch mit verschiedenen durch die Presse gewanderten Beispielen zu untermalen, es mag auch sehr gut viele Missstände aufzeigen und somit zum Nachdenken anregen, Tatsache jedoch ist, dass teilweise der Gedanke der Diffamierung dieses Berufsstandes aufkommt. Zwar macht der Autor ausdrücklich darauf aufmerksam, dass er weiß, dass jeder arbeitet um zu verdienen und es auch seriöse Anbieter gibt, Tatsache an dem Buch ist aber auch, dass es im Ganzen um nichts anderes geht als nur das Negative zu berichten. Ob man dies jetzt als Negativpunkt ansehen will sollte jedem selbst einzuschätzen sein, ich sehe es nicht als zu schlimm an, aber was in diesem Buch dementsprechend fehlt ist eindeutig das Aufzeigen guter Alternativen und somit auch das Untermalen der seriösen Zweige. Auch fehlt an einigen Stellen eine eigene Meinung, welche doch recht wünschenswert wäre, da das eigentliche Fazit am Ende etwas zu kurz geraten ist. Das Buch mag ja sehr informativ sein, mag auch verschiedene Gedanken über den eigenen Exitus anregen und mag auch aufzeigen, wie oftmals mit den Toten und der Würde umgegangen wird, aber Fakt ist einfach, dass viele der hier genannten Probleme durch die Presse schon bekannt sind und somit für die, die sich mit dem Thema informieren nichts neues bietet.
Trotzdem aber gebe ich dem Buch 4 Sterne und eine Kaufempfehlung, was verschiedene Gründe hat.
Zum einen muss man sagen, dass dieses Buch dem allgemeinen Volk, was sich mit der Thematik nicht auseinandersetzt, verschiedene Punkte zeigt, die man am liebsten nicht sehen möchte. Auch werden viele Meinungen zitiert, Quellen benutzt und dargelegt, eigene Erfahrungen eingebracht und auch die Meinungen verschiedener Kunden hinzugezogen, um somit einen weiteren Eindruck zu hinterlassen. Ebenfalls gut gestaltet wurde am Ende die Checkliste für das Ableben eines Angehörigen. Auch sehr gut geworden sind die verschiedenen Aberglauben und Märchen, die bestehen und somit eindrucksvoll auch für den normalen Verbraucher hinfreich sein könnten und gut gemacht sind auch die Darlegungen, wie die Menschen mit dem Tod von Verstorbenen umgehen können und wie man ihnen einen wirklichen, würdevollen Abschied geben kann.
Das Buch mag nicht perfekt sein und auch einiges diffamieren, Tatsache jedoch ist auch, dass das Buch den normalen Bürgern aufzeigen kann, wie sie selbst in solch einer Situation handeln könnten.
Kaufempfehlung? Ja, kann man aussprechen, man sollte jedoch einige Stellen des Buches kritisch betrachten.