Ich bin kein großer Fan von Western-Filmen, aber von Crowe und Bale und da die beiden Herren mit zum Besten gehören was Hollywood zu bieten hat, dachte ich mir ein Blindkauf würde nicht schaden. Überwiegend hab ich auch nur gutes gelesen und im Nachhinein betrachtet stellt sich mir nur eine Frage und zwar, wie man diesen Streifen gut bewerten kann denn es fehlt ihm in meinen Augen einfach an allem.
STORY...STORY...HIER NICH:
Angefangen bei der Story welche so trocken wie der Sand in Arizona ist in der der Film spielt. Keine Liebe zum Detail, keine Spannung oder ergreifenden Momente, nichts...aber wirklich garnichts. Der Titel >Totdeszug nach Yuma< (im Original übrigens >3:10 to Yuma<) hat hier soviel Bedeutung wie ein Reissack in China, nämlich gar keine. Das gleiche gilt für die Uhrzeit welche ein oder zweimal mal kurz erwähnt wird. Es geht im Kern einfach nur darum den "brüchtigten Verbrecher" Ben Wade (Russel Crowe) in diesen Zug zu setzen...das wars. Das ist der Kern dieses Films.
ZEITVERSCHWENDUNG:
Das einzige was funktioniert ist das Zusammenspiel zwischen Bale und Crowe welche zwar eine gewohnt gute Leistung abliefern,, aber dieses Zusammenspiel eben auch nur wenige Male über die gesammten, nie enden wollenden 123 Minuten richtig zur Geltung kommt. Das war es, mehr hat dieser Film einfach nicht zu bieten. Die Feuergefechte sind lau und absolut unspektakulär. Das gleiche gilt übrigens für den "Totdeszug" nach Yuma welcher so spektakulär wie Russel Crowes-Nasenloch ist und in dem die Gefangenen wohl selbst entscheiden können ob sie ein-oder aussteigen möchten. Die Gespräche rund um das Oscar-Duo sind um es auf den Punkt zu bringen, absolut unwichtig und zum sterben lahm. Man könnte den Film quasi stumm schauen und würde trotzdem der flachen Handlung folgen können. Die berühmte Vater-Sohn Beziehung welche auch hier Verwendung findet, kann hier auch nicht wirklich punkten und weiß zu keiner Zeit glauhaft zu überzeugen. Hier mal ein paar Worte, da mal ein wenig Sturheit, das wars mit der Beziehung. Alles in allem ist das also einer der wenigen Filme wo ich im Nachhinein betrachtet von "Zeitverschwendung" sprechen würde, denn er bietet einfach nichts was 123 Minuten rechtfertigt.
ÄHHH WASN DAS:
Von den Logikfehlern will ich garnicht erst reden denn das würde jeglichen Rahmen sprengen. Ich meine sicher gibt es Diese in nahezu jedem Film und ein Film ist und bleibt nunmal auch immer ein Film aber um nur ein Besipiel zu nennen: Ein Einbeiniger mit Holzbein der über Hausdächer sprintet(!) und springt(!) ist im 19.Jahrhundert für meinen Geschmack dann doch zuviel des Guten - Ich meine kein Mensch würde darauf kommen das der Typ ein Holzbein hat. Ein weiterer großer Scherz ist die musikalische Untermalung, welche eigentlich garnicht vorhanden ist. Hier mal ein wenig Western-Gedudel, da ein paar unspannende Klänge, fertig. Nichts berührt oder unterstreicht die wenig spannenden Geschehnisse zusätzlich um dem Ganzen wenigstens ein wenig Pepp zu verleihen.
BLU-RAY:
Die Blu-ray spricht dagegen eine ganz andere Sprache. Das Bild ist knackscharf, nur der Ton ist an manchen Stellen etwas zu leise abgemischt. Auf die Specials etc. bin ich allerdings nicht weiter eingegangen denn ich persönlich muss nicht auch noch sehen wie dieser öde Streifen entstanden ist (obwohl, vielleicht wurden ja die Bestechungsversuche von Crowe und Bale zufällig gefilmt). Das Steelbook ist absolut gelungen und eigentlich viel zu ansehnlich für diesen Western-Streifen. Das Siegel ist nur aufgeklebt und lässt sich problemlos entfernen. Das alles beschert dem Ganzen dann auch den zweiten Stern.
FAZIT:
Eigentlich ist es schon Zeitverschwendung überhaupt noch ein Fazit zu schreiben und es fällt mir schwer auch nur ein gutes Wort zu verlieren denn es ist einfach unheimlich enttäuschend. Die Charaktere, das Skript, ach, einfach das gesammte Projekt wird diesen Schauspielern absolut nicht gerecht denn hier treffen einfach mal Oscar-Preisträger aufeinander die Blockbuster am laufenden Band drehen und dann steht plötzlich so etwas in den Regalen. >Todeszug nach Yuma< fehlt es einfach an so vielem, da kann selbst ein Russel Crowe oder Christian Bale nichts mehr retten. Mir ist es sowieso schleierhaft wieso hier so hochkarätige Schauspieler mit wirkten. Selbst der Gang zur Videothek ist in meinen Augen rausgeschmissenes Geld. Lasst euch also nicht von der ansprechenden Hülle und dem interessanten Rückentext täuschen.