62 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Neinneinnein!, 23. März 2010
Sodele - nachdem ich die Freuden des Rezensierens wiederentdeckt habe, ist es mir in diesem Fall zwar kein Vergnügen, aber ein grosses Bedürfnis, meine Meinung zu "Yuma" erneut kundzutun, auch wenn ich damit auf ziemlich verlorenem Posten stehe.... .
Die Ausstattung ist gut, die schauspielerischen Leistungen, die musikalische Untermalung ebenso... eigentlich wäre alles gut, wenn nur die Handlung nicht so strunzblöd wäre, dass die alles andere zunichte macht.
Mir ein Rätsel, wieso dieser Film hier so hochgejubelt wird. Ich hab noch selten soviele Logiklöcher gesehen und da muss jemand ja schon übermässig viel guten Willen haben, um die zu übersehen oder eher schon fast oder ganz blind sein....
Was jetzt folgt beinhält Spoiler - weiterlesen also auf eigenes Risiko.
Wieso werden einem so hochgefährlichen Verbrecher wie Wade die Hände nicht auf den Rücken gefesselt? Spätestens nach dem ersten Toten hätte auch der grösste Dummkopf auf diese Idee kommen müssen. Aber nein, es muss ihm natürlich die Möglichkeit gegeben werden, auch noch den bösen Kopfgeldjäger zu erledigen. Macht der alles mit gefesselten Händen. Und dann erledigt er natürlich auch drei doofe Indianer, die es nicht fertig bringen, in der Nacht an ein Lagerfeuer zu schleichen und die Protagonisten, die da quasi auf dem Präsentierteller hocken zu erledigen. Nö. Sie treffen keinen einzigen, werden dafür wiederum von Wade, der natürlich immer noch die Hände in den Handschellen hat, innerhalb von Sekundenbruchteilen erledigt.
Wie geht das, dass jemand einen Bauchschuss erhält und 24 Stunden später schon wieder im Sattel hockt und Stuss von sich gibt?
Wieso schiessen die Guten nicht auf die Bösen, wenn sie diese vom Hotelzimmer aus auch schon wieder wie auf dem Präsentierteller vor sich haben?
Noch ein paar Logiklöcher mehr um noch mehr zu verdeutlichen, wieso mich dieser Quatsch so genervt hat und wieso es mich sooo nervt, dass dieser QUATSCH hier und überall so gut bewertet wird:
Der "Gefangenenaustausch" - um die doofe Bande hinters Licht zu führen, nimmt ein Freiwilliger den Platz von Wade in der Kutsche ein. Ein anderer Freiwilliger setzt sich auf die Kutsche und hottehü ziehen wir los. Logisch, ein gefährlicher Gefangener braucht keine Bewacher. Und die Bande ist natürlich genauso doof wie erwartet und reitet dieser Kutsche nach. Der "Ersatz-Wade" ist, wen wundert's, mit nur einem Colt ausgerüstet und der Einfachheit halber auch gleich noch in der Kutsche eingeschlossen (wohl, dass er unterwegs nicht verloren geht). Und so geschieht dann das, was wohl niemand erwartet hat: Welche Überraschung! Der Kutscher wird vom Bock geschossen und der Eingeschlossene bringt es fertig, den ersten doofen, in diesem Fall Charlie Prince, der ihm die Türe öffnen will, auf eine Distanz von ca. einem Meter NICHT zu erledigen. Dafür wird muss er dann natürlich den Flammentod sterben. Die Kutsche wird angezündet, er jammert kurz ein bisschen und fleht um sein Leben. Charlie Prince dreht ihm den Rücken zu und bequatscht mit seinen Mannen die weitere Strategie. Vom Eingeschlossenen, der verbrennt, hört man eigenartigerweise gar nix mehr. Bevor ihn die Flammen ankokeln, ist er wohl einem gnädigen Herzinfarkt erlegen....
Beim Showdown hab ich mich schon gar nicht mehr gefragt, wieso sich der böse Wade nicht einfach weigert, das Hotelzimmer zu verlassen. Nein, er springt und hüpft mit dem plötzlich sprinttüchtigen Einbeinigen über Dächer, Hecken... über alles was im Wege stehen kann. Die zwei werden beschossen aus mindestens 20 Gewehren, Kreuzfeuer, von oben, von links, von rechts, von hinten - KEINE Kugel ritzt auch nur ein Ohrläppchen.
Als Prince merkt, dass sein Chef in Gefahr sein könnte, knallt er plötzlich reihenweise die Schiesswütigen über den Haufen. Von denen kommt eigenartigerweise keiner auf die Idee, ihn über den Haufen zu schiessen.
Wer erklärt mir, wieso der ach soo bööööse Böse am Schluss seine ihn befreienden Kumpels alle über den Haufen schiesst, um sich selbst hinter Gitter zu begeben? Jaja, ich weiss - Christian Bales Farmer hat aus ihm, schwuppdiwupp, einen besseren Menschen gemacht! Eine unglaubwürdigere Wende hab ich noch nie in eine Film mitansehen müssen....
Der Zug trudelt ein. Wade hat erschossen, wen er erschiessen muss. Steigt in den Gefängniswagen ein, von einem Wärter keine Spur. Dafür steht, wie praktisch, die Zelle offen. In dieser Zelle hocken doch tatsächlich schon zwei Gefangene, die aber so behindert scheinen, dass sie den Fakt der offenen Zellentür nicht zur Kenntnis nahmen. Jaja, so stell ich mir den typische Gefangenentransport vor - Zellentür offen, keine Wächter in Sicht, wer in der Zelle sitzt bleibt drin und kommt nicht etwa auf die Idee auszubüchsen. Neinnein, im Wilden Westen Amerikas herrscht noch Recht und Ordnung und auch die Unartigen wissen sich zu benehmen. In diesem Wilden Westen war wohl einfach alles ein bisschen anders (also in diesem Film auf jeden Fall).
Der Zug dampft davon. Wade pfeift sein Pferd herbei welches auch gleich angetrabt kommt. Das hat wohl das Ende der Schiesserei im nächsten Saloon bei einem Whisky abgewartet. Tolles Pferd! Toller Wade! Toller Schwachsinn!
Spätestens ab der unglaubwürdigen "Bauchschuss-Heilung" hab ich den Film nur noch geschaut in der Erwartung des nächsten Nonsens. Und ich kriegte eine Überdosis desselben.
Wer erklärt mir, wieso in all den Rezensionen hier auf diese Punkte kaum oder gar nicht eingegangen wird? Und wer erklärt mir, wieso diese Gurke ein filmisches Meisterwerk sein soll?
Sorry - für mich war dieser Film die Enttäuschung des Jahres. Soviele klingende Namen haben hier viel versprochen - und gehalten wurde gar NIX!! Ich kann diese Schwarte nicht ernst nehmen. Da nützt die gute Inszenierung überhaupt nix, wenn die Handlung selbst so schwachsinnig daher kommt.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Toller, grandios gespielter Western, 2. Mai 2009
Nicht häufig kommt es vor, dass ein Remake tatsächlich genau so gut oder gar besser ist als das Original. Mit "Todeszug nach Yuma" (Originaltitel: "3:10 to Yuma") gelang es Regisseur James Mangold einen mindestens gleichwertigen, teilweise sogar besseren Film zu drehen.
Dies lässt sich zu einem großen Teil durch die Besetzung begründen. Während im Original, das in Deutschland unter dem Namen "Zähl bis drei und bete" bekannt ist, Glenn Ford und Van Heflin die Hauptrollen spielten, brillieren nun mit Russell Crowe als Outlaw Ben Wade und Christian Bale als armer Rancher Dan Evans zwei der begabtesten und aufregendsten Akteure der Gegenwart. Sie verleihen ihren Rollen eine Tiefe und Dimension, die es im Original so nicht gab. Jede Dialogzeile wird mit einer Schärfe und Ambivalenz vorgetragen, dass die beiden alleine den Film hochgradig sehenswert machen.
Doch abgesehen von diesen beiden schauspielerischen Schwergewichten sticht ein Darsteller in dem Ensemble besonders heraus: Ben Foster. Er spielt Charlie Prince, sozusagen die rechte Hand von Ben Wade, der diesem bedingungslos folgt und dafür über Leichen geht. Foster, der bereits in anderen Filmen wie "Hostage" oder "30 Days of Night" überzeugend den Psychopathen gespielt hat, präsentiert hier den bisherigen Höhepunkt seiner Schauspiellaufbahn. Sein Blick, sein diabolisches Grinsen und seine Stimme erzeugen eine Aura, die Gänsehaut erzeugt.
Auch der Rest der Besetzung ist durchweg stark und hat deutlich Spaß an der Sache. Da wäre zum Einen Logan Lerman, der den Sohn von Evans spielt, der zu Beginn den Glauben an und den Respekt vor seinem Vater verloren hat und sich zu dem Gangster Wade hingezogen fühlt, im Verlauf des Films aber mehr und mehr wieder zu ihm findet.
Darüber hinaus überzeugen noch Peter Fonda, Dallas Roberts, Alan Tudyk und Luke Wilson in einer kleinen Rolle.
Regisser James Mangold beweist, dass er sein Handwerk überragend beherrscht und inszeniert den Western rasant und mit vielen tollen Schauwerten. Die Action ist atemberaubend inszeniert und trotz vieler ruhiger Momente, in denen die Darsteller ihre Charaktere wunderbar entfalten können, bleibt der Film bis zum Schluss enorm spannend und aufregend.
Mangold ist der Mann hinter solch unterschiedlichen Filmen wie "Walk the Line", "Copland", "Durchgeknallt" oder "Identität". Auch bei diesen Streifen erwies er sich als besonders stark im Bezug auf seine Schauspielerregie: Er führte Angelina Jolie, Reese Witherspoon zu Oscar-Erfolgen und Joaquin Phoenix zu einer mehr als verdienten Nominierung.
Es gilt noch einmal das fein akzentuierte Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren zu betonen. Sie erfüllen ihre Charaktere mit viel Leben, sie transportieren ihr Wesen oft nur über Blicke und kleine andere Feinheiten ihres Spiels. Zudem ist die Entwicklung der Charaktere im Verlauf des Films höchst interessant und besonders im Falle der tragischen Figur Evans bewegend.
Viele Zuschauer bemängelten bestimmte Handlungsweisen von Crowes Figur und sicherlich lässt sich darüber streiten, ob alle Aktionen glaubwürdig sind. Auf jeden Fall ist es einfach eine Freude, den Darstellern zuzusehen. Das Finale scheint teilweise auch ein wenig übertrieben zu sein, jedoch stören diese Kleinigkeiten im Gesamteindruck kaum.
"Todeszug nach Yuma" ist eine handwerklich perfekte Wiedergeburt des Westerngenres, die besonders durch die Schauspieler besticht, die einer recht simplen Story überraschend viel Dynamik Tiefgang verleihen. Definitiv eine Empfehlung auch für Leute, die mit Western normalerweise nicht viel am Hut haben.
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31 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die 2-Mann-Show!!, 7. Mai 2008
Der Western ist tot!Diese Aussage hört und liest man seit Jahren immer wieder.Und das, obwohl regelmässig einmalige Verteter des Genres im Kino und auf DVD erscheinen.Siehe "Unforgiven", "Open Range", "The Proposition", "Die Ermordung des Jesse James.." und nun auch "3:10 to Yuma".
Zur Story:
Der verschuldete Farmer Evans und seine 2 Söhne werden zufällig Zeugen eines Postkutschenüberfalls.Dieser Überfall wird vom berüchtigten Ben Wade und seiner Gang begangen.Wade wird kurz darauf geschnappt und Evans hilft aufgrund einer verlockenden Bezahlung dabei, den Gangboss zum Todeszug nach Yuma zu bringen.Es ist eine anstrengende Reise, da sie durch Indianergebiet führt und die Ganoven Wades ihnen ständig auf den Fersen sind..
Der Film ist keine Revolution des Westerns.Auch kein melancholischer Abgesang.Es ist insgesamt eher klassisch gehalten.Viel Staub & Mittagssonne, jede Menge Schiessereien, Banditen und ein fulminanter Showdown.
Was dieses Machwerk aber so besonders macht, sind die Hauptcharaktere (Russel Crowe als charismatischer & durchtriebener Bandenchef und Christian Bale als einbeiniger, verarmter Farmer, der um die Anerkennung seines Sohnes kämpft.).Dieses physische und psychische Duell der 2 ist einmalig faszinierend gelungen.Die schauspielerischen Höchstleistungen von Crowe und Bale fallen stellen viele ,auch sehr gut aufspielende, Nebendarsteller (Stichwort Ben Forster als abgründig fieser Charlie Prince) erbarmungslos in den Schatten.
Es macht als Zuschauer einfach nur herrlichen Spass den Beiden zuzuhören und zuzusehen.
Kleines Manko sind ein paar Logiklöcher, über die man aber getrost hinwegsehen kann und sollte.
Mein Fazit:Wer Western-Fan ist, kommt an "Todeszug nach Yuma"nicht vorbei.
PS:Diese stilvolle Westernbox ist DAS Highlight auf jedem Saloon-Regal!
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