Ich bin in Ostdeutschland in der Nähe von Halle/Saale geboren und ich habe nach der Wende als Fernspäher in der Bundeswehr gedient (FSK200 Weingarten,FSK300 Fritzlar). Ich denke also, von mir behaupten zu können, mich sowohl mit DDR-Gegebenheiten, als auch mit Taktik, Strategie und Bewaffnung bundesdeutscher Spezialeinheiten auszukennen. Und ich muss sagen, dieses Buch ist für Insider oder militärisch interessierte Laien schlicht ein Witz, auch angesichts des Preises. Einige Beispiele für Ungereimtheiten: der MH-53 wurde erst 1981 von Sikorsky an die USAF ausgeliefert, konnte also nicht schon '75 für den Sprungdienst verwendet werden. Es gab 1980 in der gesamten DDR (und wahrscheinlich auch BRD)ganz sicher keinen Fotokopierer, bei dem fehlendes Kopierpapier auffallen könnte (man war ja schon froh, genug Kohlepapier zu haben), in der DDR gab es wohl kaum Putzfrauen aus dem "Ostblock", maximal Austauschstudenten oder Erntehelfer. Das wär ungefähr so, wie wenn eine westdeutsche Frau nach Frankreich zum Putzen gegangen wär. Es widersprach einfach der Mentalität, Leute aus den "sozialistischen Bruderstaaten" zum Putzen zu holen. Von Helmstedt nach Halle fährt man heutzutage im günstigsten Fall 2 Stunden. Jeder der das DDR Strassennetz kannte, muss sich fragen, wie es damals in "knapp 2 Stunden" gegangen sein soll. Man zeige mir den Sprengstoffexperten, der versucht, mit (aussen angebrachten)5kg Semtex ein tennisplatzgrosses Gebäude mit 50cm Stahlbetonwänden "wegzublasen". Wie schon mein Vorgänger bemerkte, DDR-Gefängnisse wurden nicht von der NVA bewacht, ebenso Raffinerien, dafür gab es den Werkschutz. Das Buch ist nicht nur erlogen (das wäre noch zu verkraften)sondern auch sehr schlecht recherchiert und reicht in keiner Weise an die Authentizität eines Andy McNab oder Chris Ryan heran. Das Geld kann man getrost sparen.