Mit dieser Gedichtzeile lässt sich Arnaldur Indridasons Roman -Todesrosen- fast in einer Zeile präsentieren. Wer den Ermittler der Mordkommission Reykjavik kennt, der weiß, dass dieser Umstand mit seiner gescheiterten Ehe, seinem alkoholabhängigen Sohn und seiner drogensüchtigen Tochter Eva Lind zu tun hat. Als eines Nachts die Leiche einer jungen Frau auf dem Grab des isländischen Nationalhelden Jon Sigurdur abgelegt wird, muss Erlendur auch dienstlich ganz tief in den Sumpf aus Prostitution und Drogenszene hineintauchen. Denn sehr schnell finden er und seine Kollegen Elinborg und Oli heraus, dass die junge Frau aus der Fixerszene stammt. Bis ihre komplette Identität ermittelt wird, dauert es noch ein wenig. Dabei ist es fast schon makaber, dass ausgerechnet Eva Lind ihrem Vater helfen kann.
Nach und nach wird aus der unbekannten Toten das Mädchen Birta, dass vom Land in die Stadt zog. Dort kreuzten sich ihre Wege mit dem Zuhälter und Dealer Herbert. Als Erlendur den unter die Lupe nimmt, tun sich unvermittelt Kontakte in die besten Kreise der isländischen Gesellschaft auf. Aber Erlendur ahnt noch lange nicht, wer tatsächlich für den Mord an Birta verantwortlich ist...
Er ist und bleibt; jedenfalls wenn sie mich fragen, der Autor, der die realitätsnahesten Krimis abliefert. Es mag gut sein, dass manchem Leser Arnaldur Indridason nicht mysteriös, blutig oder spannend genug ist. Aber eines kann ich ihnen versichern: Besser und authentischer wird in literarischen Kreisen nicht ermittelt. Was Erlendur anpackt, ist in der Praxis der polizeilichen Arbeit exakt so vorhanden. Gerade diese extreme Realitätsnähe macht Indridasons Stoffe so glaubhaft.
Mit dem Ermittler Erlendur und seinen Kollegen Elinborg und Oli hat Indridason ein Ermittlergespann geschaffen, dass sich seit einigen Romanen einer festen Leserschaft erfreuen kann. Dabei ist keine der Figuren einzigartig oder absolut neu, aber sie haben Charakter, sind alles andere als zweidimensional und überzeugen durch ihre Stärken und Schwächen.
Das Hörbuch wird von Frank Glaubrecht gelesen. Der Mann, der seine Stimme im Film Al Pacino oder Richard Gere leiht, ist dabei über jeden Zweifel erhaben. Ihm zuzuhören, ist ein Genuss. Auch die Kürzung des Romanstoffs schadet dem Hörbuch nicht. -Todesrosen- ist eine Menge Krimihörbuch für einen fairen Preis.