Habe gerade Sharon Bolton als Autorin neu entdeckt und zwei ihrer Bücher gelesen.
Hier geht es um TODESOPFER, ein abenteuerlich-spannender Krimi, der auf den zu Schottland gehörenden Shetland-Inseln spielt. Dort, denkt man, ist es ruhig und idyllisch; es leben nur relativ wenige Menschen dort, hauptsächlich Papageientaucher, Lummen und Basstölpel. Und doch geschieht auf den Inseln Unvorstellbares. Die Ärztin Tora, erst kürzlich mit ihrem Mann auf die Inseln gezogen, findet, als sie ihr Pferd begraben will, eine Frauenleiche ohne Herz. Und das ist nicht die einzige! Nach und nach und immer wieder in Lebensgefahr geratend, entdeckt Tora das grausige Geheimnis der Shetlands!
Was mir gefiel: fast alles.
- Die Einstiegsszene ist schon großartig, da ist Drama drin und Originalität.
- Die Idee, Sagen und Legenden der Shetland Inseln als Grundlage für eine spannende Story zu nutzen.
- Die Hauptfigur Tora, eine couragierte, wenngleich oft auch an sich selbst zweifelnde junge Ärztin. Sie ist sympathisch, menschlich, man kann sich gut mit ihr identifizieren.
- Obwohl die Kapitel meist ohne Cliffhanger enden und es im nächsten Kapitel nahtlos weitergeht, ist der Roman äußerst spannend, man kann ihn kaum aus der Hand legen!
- Die Geschichte ist nicht vorhersehbar, es gibt viele Wendungen, der Leser wird immer wieder überrascht.
- Der Schreibstil ist einfach und schnörkellos und gut zu lesen, die Übersetzung adäquat.
- Der Roman hat viel Atmosphäre und Lokalkolorit.
Was mir nicht gefiel:
Manchmal tut die Autorin etwas zu viel des Guten. Obwohl Tora Angst hat, ihr Leben wurde schon mehrmals bedroht, lässt sie sich nicht davon abhalten, unvernünftige Dinge zu tun, die gar nicht gut ausgehen können. Das ist etwas ärgerlich, denn es geht zu Lasten der Glaubwürdigkeit.
Insgesamt ist es aber ein rasantes, äußerst gelungenes Erstlingswerk, das Lust macht auf mehr.