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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nur einer kommt hier lebend raus!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Todesmarsch (Taschenbuch)
"Todesmarsch" ist sicherlich das am besten ausgearbeitete, makaberste und erschütternste Buch Bachmans, die nicht selten wie leichte Fingerübungen gegen die üblichen Stephen King-Bücher wirken.Kennzeichen der Geschichte über 100 Jugendliche und junge Männer, die freiwillig einen Marsch quer durch die USA beginnen und im Falle des Stehenbleibens erschossen werden, so daß nur der Ausdauernste gewinnt, ist sein gar nicht mal so abwegiger Realismus. King erwähnt zwar eine Militärdiktatur in den USA, doch das spielt weniger eine Rolle als die Wirtschaftskrise, die sich offenbar über den Staat gespielt hat. Bachman konzentriert sich ausschließlich auf den Marsch (speziell auf "seinen" Gänger Garraty), beginnt kurz vor dem Start und endet mit dem Tod des Vorletzten, ein in sich geschlossener Kosmos aus Leben, Erkenntnis und Tod. Im Zeitalter von Extremsportarten und Mediengeilheit ist die Idee dann auch ganz originell, dass sich die Läufer auf eine 1:100-Chance einlassen, mag das auch zunächst eine unsinnige Idee zu sein. Die wahrhaft nötigen und wirklichen Gedankenprozesse erarbeitet das Buch dann nebenbei, im Kopf seines Protagonisten und dessen Mitstreiter. Die Läufer werden in ihrer Unterschiedlichkeit zu einem Querschnitt jeder modernen Gesellschaft, ihr Antrieb variiert von Gier, über den Wunsch nach Popularität, Zerstörungswut und blanker Not. Bachman (King) baut die Charaktere mit leichten Strichen auf, malt sie aus, gibt ihnen in ihrer Läuferqual Tiefe, um sie später allein durch ihrer aller Tod gnadenlos abzuservieren. Dabei muß er gar nicht so oft auf Gewaltdarstellungen zurückgreifen, allein die Situation ist dermaßen erschreckend, daß die Erschießungen kaum noch schrecken können. Trotzdem wirkt Kings Prosa, wenn etwa ein Wadenkrampf Garraty in absolute Todesnähe bringt oder sich die Läufer kurz vor ihrer Erschießung in Todesergebung voneinander verabschieden. Den Wert des Lebens erst in Todesnähe zu erfahren, ist dabei symptomatisch für eine meist gedankenlose Gesellschaft. "Todesmarsch" ist furchterregend und gerade deswegen unheimlich fesselnd, ein mörderisches Gedankenspiel, zwar schon vor einem Vierteljahrhundert geschrieben, aber immer aktueller werdend. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
sehr bedrückend und fast schon so irre, dass es bestimmt möglich ist,
Rezension bezieht sich auf: Todesmarsch (Taschenbuch)
Noch nie habe ich über ein Buch geschrieben aber dieses Buch hat mich gefesselt. Eine Gruppe junger Männer die das Leben noch vor sich haben, lassen sich auf ein selbstmörderischen Lauf ein der für 99 % der Tod bedeutet. Man erfährt von den Teilnehmer viele persönliche Dinge, Ihre Träume, Wünsche, Ideale, Ihre Zuversicht und Ihre Angst. Freundschaften bauen sich unter dieser Situation auf obwohl jeder gewinnen will und das nur durch den Tod des anderen Mitläufer möglich ist. Hier geht es nicht um Horror, der einen beim lesen überfällt. Hier geht es im viel mehr. Um eine kaputte Gesellschaft die sich selbst verloren hat. Schaulustige die am Strassenrand stehen die Läufern ansporen aber eigendlich hoffen, dass genau vor Ihnen ein Teilnehmer entfernt(erschossen) wird. Teilnehmer die bis zur völligen körperlichen und seelischen Erschöpfung anfänglich um den Preis und später um ihr nachtes Leben kämpfen.Ich habe dieses Buch in 2 Tagen gelesen und musste oft eine Zwangspause einlegen. Es entwickelte sich Trauer in mir, Wut auf die Gesellschaft die so etwas zulässt. Ohnmacht für meine Handlungsunfähigkeit um den einzelnen Läufer zu helfen. Und ehrlich, die Tränen waren oft ein Begleiter. Das Verrückte ist, dass so etwas auf der einen Seite so absurt klingt, dass es bestimmt auch möglich ist. Warum nicht mal statts Wetsaufen ein Lauf auf Leben und Tod und irgendwie schaut die Gesellschaft zu. Vielleicht ist die Story überzeichnet aber doch eigendlich ein Spiegel der heutigen Welt. Für mich eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
45 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hartes Buch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Todesmarsch (Taschenbuch)
Bei King bin ich mir mittlerweile aufgrund der zahlosen Veröffentlichungen nicht mehr sicher, ob hier nicht nur von ihm erdachte Grundideen an Ghostwriter gegeben werden, die diese dann in Buchform bringen. Das aber nur so nebenbei. Todesmarsch ist meiner Meinung nach eines der besten Bücher das er geschrieben hat. Hier gibt es Horror nicht in Form von gruseligen Monstern oder geheimnisvollen Mächten, der Schrecken findet in den Köpfen der Figuren statt. Wie schon in den anderen Rezensionen beschrieben, wird von einem totalitärem System, zur grossen Volksbelustigung ein Marsch ausgerichtet, bei dem nur der stärkste Teilnehemer überlebt, was man auch direkt auf die gesamte Gesellschaft übertragen kann. Zu diesem Selbstmordakt werden die Teilnehmer nicht etwa gezwungen, sie haben sich, total verblendet von den vorherrschenden Wertvorstellungen, selbst dafür beworben, um möglichst viel Ruhm und den grossen Preis zu gewinnen. Der Horror geschieht hier in den Köpfen der Teilnehmer, die einer nach dem anderen merken, worauf sie sich hier eingelassen haben. Obwohl die strukturen des Staates und seinem "Führer" nur angerissen werden, steht dieses Werk 1984 näher als den Schockbüchern von King. Es ist ja an einigen Stellen hier gesagt worden, die Geschichte sei sehr langweilig, da wurde glaube ich mit falscher Erwartungshaltung gelesen. Vielleicht hätte man auf den Bachman Büchern nicht aufdrucken sollen, dass es sich um King handelt, da er sich hier bewusst anderen Genres zugewandt hat. Ich habe das Buch jedenfalls seit meiner Jugend schon mehrfach gelesen und fand es jedesmal aufs neue spannend und schockierend. Im selben Atemzug kann man dann noch Menschenjagdt nennen, das in die gleiche Richtung geht. In beiden geht es um ein krankes System, in dem die Massen von den Medien so manipuliert sind, dass sie nichts mehr in Frage stellen. Das solche Visionen nicht total unrealistisch sind, hat die Vergangenheit ja schon öfters gezeigt und auch heute nimmt die Macht der Medien rapide zu und lenkt das Weltbild vieler Menschen in die gewünschte Richtung, ohne das diese sich der Manipulation direkt bewusst sind.
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