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Todesinstinkt
 
 
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Todesinstinkt [Gebundene Ausgabe]

Jed Rubenfeld , Friedrich Mader
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (25. April 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453267036
  • ISBN-13: 978-3453267039
  • Originaltitel: The Death Instinct
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 411.092 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Die Parallelen zu den Attentaten vom 11. September 2001 sind augenfällig, werden von Rubenfeld aber nicht überstrapaziert." (Spiegel Online über "Todesinstinkt" )

"Der Spezialist für amerikanischer Verfassungsrecht nutzt die offensichtlichen Parallelen zum 11. September 2001 zu einem höchst intelligenten und scharfsinnigen Diskurs über die Anfänge des Terrorismus und zeigt auf, wie unvorbereitet dieser die jungen Demokratien des 20. Jahrhunderts treffen musste. Todesinstinkt ist ein außergewöhnlich intelligenter, temporeicher Kriminalroman, der ganz nebenbei zahlreiche überraschend aktuelle Einsichten und hochinteressante historische Fakten vermittelt." (Jüdische Zeitung )

„Geschickt vermischt Krimiautor Jed Rubenfeld historische Realität und einen fiktiven Plot. Ein Krimi über die amerikanische Gesellschaft nach dem ersten Weltkrieg – voller Intrige, Lüge und Korruption.“ (3SAT Kulturzeit über "Todesinstinkt" )

Kurzbeschreibung

Der Tag, an dem die Wall Street brannte

Die Panik am 16. September 1920 ist groß: Ein gewaltiges Bombenattentat vor dem Bankierhaus J.P. Morgan erschüttert die Wall Street und fordert eine Vielzahl von Toten und Verletzten. Wer steckt hinter dem Anschlag? Jimmy Littlemore, Detective der New Yorker Polizei, nimmt die Ermittlungen auf. Noch ehe er dem ersten Hinweis folgen kann, stellt sich ihm das übermächtige FBI in den Weg. Doch Littlemore ermittelt unbeirrt weiter und kommt bald einer ungeheuren Intrige auf die Spur.

Am 16. September 1920 wird Amerika zum ersten Mal in der Geschichte des Landes zur Zielscheibe des Terrors. Es ist ein strahlender Herbsttag, als Unbekannte mehrere Sprengsätze auf der New Yorker Wall Street deponieren. Während Dutzende Menschen in der Mittagspause aus ihren Büros strömen, detonieren um exakt 12.01 Uhr die Bomben. Unzählige Menschen finden den Tod. Jimmy Littlemore, Hauptermittler der New Yorker Polizei, sieht sich einem schwierigen Fall gegenüber. Nicht nur pfuscht ihm von Anfang an das FBI in seine Ermittlungen, sondern auch die Regierung in Washington legt ein besonderes Interesse an den Tag. Littlemore lässt sich jedoch nicht beirren. Mit dem befreundeten Arzt Stratham Younger an der Seite, stößt er bald auf eine erste Spur. Doch die Umstände des Anschlags werden immer rätselhafter, bis Littlemore und Younger die erschreckende Wahrheit aufdecken.


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Isabelle Klein TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Kurz vorneweg: mir hat Morddeutung ausgesprochen gut gefallen. So musste ich auch diesen Roman direkt nach Erscheinen haben und verschlingen.

16.9.1920- die Wall Street wird zum Schauplatz des ersten Terroranschlages in der Geschichte der USA. Mittendrin Stratham Younger und Colette Rousseau, die sich gerade mit Captain Littlemore treffen. NY versinkt im Chaos, Polizei und FBI ermitteln.
Hintergrund für das Treffen: die Französin Rousseau, eine Schülerin Marie Curies, hat am Vorabend eine merkwürdige Botschaft von einer Frau namens Amelia bekommen- anbei ein Backenzahn; sie und Younger suchen Littlemores Hilfe. Kurz drauf wird Colette von einem finsteren Gangster namens Drobac entführt... So viel zu den aktuellen Geschehnissen.
Doch auch in der Vergangenheit liegen weitere Geheimnisse: warum weigert sich Colettes Bruder Luc beharrlich zu reden? Younger, der im Großen Krieg als Arzt in Frankreich weilte bringt die Rousseaus zu Freud ... Und was hat es mit Colettes mysteriösem Verlobten Hans Gruber auf sich? Es gibt viel zu entwirren ...

Es fällt mir schwer meine Eindrücke kurz zu fassen: Zunächst war ich verwirrt- viele Handlungsstränge in NY, in Wien und Prag. Desweiteren Rückblenden zu Kriegsschauplätzen und nach Wien um Youngers & Colettes Geschichte zu erklären. Auch viele Charaktere machen es am Anfang etwas schwierig. Aber bekanntlich mag ich so was- also für mich genau das Richtige ... und mit der Zeit wird es auch recht spannend!

Gelungen fand ich v.a. die Entwicklung Stratham Youngers, der sich als Figur mit Kanten und Ecken und recht eigenwilligen Ansichten zur Psychoanalyse entpuppt- (ja er ist nun etwas kritischer zu Freuds Theorie eingestellt und praktiziert auch nicht mehr). Man erfährt auch wie sich die Beziehung zu NORAH (uns allen aus dem ersten Roman bekannt) gestaltet hat.
Auch die anderen Charaktere sind interessant und vielschichtig gezeichnet, teils auch überzogen und skurril wie z.B. der Industrielle Brighton, der medial veranlagte("Spinner") Fischer, der FBI-Chef Flynn (wunderbar in seiner Inkompetenz und amüsante Schlagabtäusche mit Littlenore) und ein österreichischer Graf (insgesamt sehr amüsant).
Eine weitere große Stärke des Romans: Gekonnt hat Rubenfeld Fiktion und Realität verwoben- ist der Anschlag des 16.9.1920 doch Fakt- wurde allerdings nie aufgeklärt... Interessant dazu auch die Anmerkungen des Autors am Ende!
Weiterhin atmosphärisch mal wieder sehr dicht und gelungen lässt er die Zeit während und nach dem 1. WK in Frankreich und dem zur Bedeutungslosigkeit verkommenen Wien wieder auferstehen. Auch die Ängste und Sorgen der US-Amerikaner, die Prohibition, die aufkommende bolschewistische Bewegung, die Situation Mexikos ... werden hautnah und überzeugend dargestellt.
Das Ganze wird mit jeder Menge informativer Fakten unterlegt. Man erfährt Einiges über: W. Wilsons Geisteszustand, den nahenden Wahlkampf (und dem Ränkespiel der Senatoren), über Freuds Niedergeschlagenheit nach dem Tod seiner Tochter; über die Erklärung von Kriegskrankheiten wie "Granatenschock" und dessen Behandlung via Elektroschock... über Marie Curies Entdeckung der Radioaktivität und ihr skandalöses Verhalten usw ...

INSOFERN ein ungemein unterhaltsames, amüsantes, informatives und kurzweiliges Buch, dem man kleine Schwächen wohlwollend nachsieht ...
Die da wären: zum Teil unlogisches bis abstruses Verhalten einiger Charaktere- was will Colette wirklich von Hans (etwas vorhersehbar von Anfang an)? Warum macht Younger sich für sie stets zum Affen ... Weiterhin die teilweise zu ausladenden Nebenhandlungsstränge, die v.a. zu Beginn die Lektüre etwas schwierig anließen und ein recht häufiger Szenewechsel (sehr gut für eine Verfilmung geeignet, aber nicht das Beste für den Erzählfluss)... Man muss stets sehr konzentriert und aufmerksam lesen, um die kleinen Details auch mitzubekommen und wenn sie wieder aufgegriffen werden auch zu verstehen. Das ist mitunter etwas anstrengend.
Das sind in meinen Augen aber "kleine" Fehler, die mich nicht wirklich gestört haben. Denn ansonsten ein wirklicher Pageturner. Insgesamt besser noch als der Erstling!

Zurückversetzt in die Zeit der 20er erahnt man die aufkommenden Roaring Twenties (eine Epoche, die ich sehr interessant finde). Zudem interessante und vom Schicksal gebeutelte Charaktere, die um so echter wirken. Atmosphärisch sehr dicht in der Beschreibung und Darstellung der Schauplätze, sei es das gebeutelte Wien, das verwinkelte Prag oder die Wall Street. Darin liegen die Stärken dieses historischen Thrillers- wer nur nach Spannung sucht ist hier fehl!

Ganz wunderbar fand ich, dass Rubenfeld auch Handlungsstränge aus dem ersten Roman zu Ende führt- sehr interessant für alle, denen das erste Buch und die Figur Norahs gefallen hat.

Alles in allem: absolut empfehlenswert-bedingt lesen, wenn einem er erste Teil gefallen hat! Andererseits: wem Morddeutung zu verworren und langatmig war und das dortige Halbwissen und die ausladenden Handlungsstränge als nervig abgetan hat- sicher nicht empfehlenswert!

Noch ein Tipp: erst Morddeutung lesen, nicht gleich mit Todesinstinkt einsteigen, denn v.a. die Entwicklung Youngers nimmt oft Bezug auf ersteren!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wer meint, der internationale Terrorismus sei eine Erscheinung ab Mitte des letzten Jahrhunderts, der wird von Jed Rubenfeld in seinem historischen Roman "Todesinstinkt" eines Besseren belehrt: Am 16. September 1920 um 12.01 Uhr fliegt auf Höhe der J.P.Morgan-Bank die Wall Street in die Luft, Amerika wird zum ersten Mal Zielscheibe internationalen Terrors. Geschickt flicht Autor Jed Rubenfeld historische Ereignisse ein, die uns die damalige Zeit mit ihrem naiven Technikglauben und ihrem Schrecken nahebringen und uns in den politischen Intrigen des 21. Jahrhunderts so bekannt vorkommen. Was weiß wer genau? Und wie viel will er überhaupt, dass andere wissen?

Da gibt es die heimgekehrten und schwer geschädigten Veteranen des 1. Weltkriegs. Sie können, soforn sie Glück haben, ihre Traumata von Granatenschocks bis hin zu Vergewaltigungen noch von Sigmund Freud persönlich behandeln oder sich Elektroschocks unterziehen lassen. Der ehemalige Militärarzt Stratham Younger ist ein Schüler Freuds, unterstützt James Littlemore - und bezahlt das am Ende fast mit seinem Leben. Colette Rousseau, die ehemalige Assistentin der französischen Nobelpreisträgerin sowohl für Chemie als auch für Physik, Marie Curie, vermutet inzwischen eine Verbindung zu Radium-Minen in Mexiko.

Dort wiederum gibt es genügend Leute, die sauer sind auf die USA, weil die hinter mexikanischem Öl und Gold her sind. Und schließlich gibt es da noch die Bolschewiken, die den kapitalistischen USA zusetzen möchten. Also: Genügend Feinde und wirtschaftliche Interessen für ein explosives Paket - ganz so wie heute. Freud in Wien kommt ein bisschen naseweis daher, aber selbst in dieser Fiktion verzeiht man dem Entdecker des Unbewussten, dass er ein wenig über allem steht. Der Roman mit dem Titel "Todesinstinkt" wurde Freud gewissermaßen gewidmet, auch wenn der eher von Todestrieb sprach.

Jed Rubenfeld klärt das Attentat in seinem historischen Roman nicht auf. Daran war auch im richtigen Leben bisher niemand Offizielles wirklich interessiert. Und so weiß man am Ende nur bedingt, wer die Guten oder die Bösen sind, aber auf beiden Seiten gibt es viele davon. Rubenfeld ist eine Zusammenstellung von großen Ereignissen aus dem frühen 20. Jahrhundert in einer spannenden Geschichte gelungen, die in dem einen oder anderen damaligen Schicksal durchaus so miteinander verwoben gewesen sein könnten.
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Format:Gebundene Ausgabe
Der Arzt Stratham Younger, gerade aus dem Krieg zurückgekehrt, kommt mit seiner Bekannten, der Radiumforscherin Colette, und deren jüngerem Bruder nach New York. Dort trifft er sich mit dem Kriminalbeamten Littlemore, just als in der Wall Street der erste Terroranschlag in der Geschichte der USA ausgeführt wird.
Während Littlemore sich daranmacht, im Meer unterschiedlicher politischer Interessen die Hintermänner zu finden, sorgt sich Younger um Colette, auf die unerklärliche Anschläge verübt werden. Zudem zieht es beide zurück nach Europa - Colette, um ihren angeblichen Verlobten wiederzufinden, und Younger, um den seit dem Krieg verstummten kleinen Bruder Colettes von Freud behandeln zu lassen.

Das Buch ist tatsächlich so verschachtelt, daß sich hier gar nicht alle Handlungsstränge aufzählen lassen: Eine wirklich rätselhafte Geschichte, die den Leser neugierig macht, und die am Ende erfreulicherweise komplett aufgelöst wird. Einziger bitterer Nachgeschmack ist der Verweis auf Freuds unglücklich und wenig überzeugend postulierten "Todesdrang", wobei dies in der ansonsten guten Geschichte zum Glück keine größere Rolle spielt. Dennoch hätte, wie im ersten Band, die (authentische) Psychoanalyse hier ein überzeugenderes Mittel der Heilung des kleinen Jungen sein können, während die Heilung hier eben leider irgendwie vom Himmel fällt und natürlich durch den "Todesdrang" nicht wirklich erklärt werden kann.

Glücklicherweise wird dies größtenteils wieder wettgemacht durch die lebendige Schilderung des historischen Zeitrahmens, wodurch sich der Leser immer mittendrin fühlt in dieser bewegten Zeit der Kommunistenhatz, Verbreitung des Radiums und Kriegsvorbereitungen gegen Mexiko.

Fazit: Absolut lesenswert.
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