An Ihren Kindle oder ein anderes Gerät senden

 
 
 

Kostenlos testen

Jetzt kostenlos reinlesen

An Ihren Kindle oder ein anderes Gerät senden

Todeshunger: Roman
 
Größeres Bild
 

Todeshunger: Roman [Kindle Edition]

David Moody , Joachim Körber
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)

Kindle-Preis: EUR 3,99 Inkl. MwSt. und kostenloser drahtloser Lieferung über Amazon Whispernet

Kostenlose Kindle-Leseanwendung Jeder kann Kindle Bücher lesen  selbst ohne ein Kindle-Gerät  mit der KOSTENFREIEN Kindle App für Smartphones, Tablets und Computer.

Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Mobiltelefonnummer ein, um die kostenfreie App zu beziehen.

‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein tödlicher Virus bedroht die Menscheit. Fast scheint es schon zu spät, sie noch zu retten. Fast ...


Ein Virus hat von der Erde Besitz ergriffen und die Menschheit entzweit. Man ist entweder infiziert oder nicht, Killer oder Opfer, ein Hasser oder nicht. Verzweifelt kämpfen die zwei Lager gegeneinander um die Vorherrschaft und letztlich darum, die anderen endgültig auszurotten. Danny McCoyne ist einer von ihnen. Er ist auf der Suche nach seiner Tochter Ellis. Doch bald muss er feststellen, dass er nicht der Einzige ist …


Gnadenlos, schockierend, genial.


Über den Autor und weitere Mitwirkende

David Moody wurde 1970 in der Nähe von Birmingham, Großbritannien, geboren. 2006 hat Moody „Im Wahn“ im Eigenverlag veröffentlicht und es auf Anhieb geschafft, Guillermo del Toro für seinen Roman zu begeistern und die Filmrechte zu verkaufen.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Die Ursachen für den Hass (wie er auf beiden Seiten der ungeraden Frontverlaufslinie genannt wird) waren irrelevant. Ganz am Anfang, als die Zweifler gezwungenermaßen einsehen mussten, dass tatsächlich etwas passierte und die Probleme sich nicht nur auf eine Handvoll von den Medien aufgewiegelte Nachahmungstäter zurückführen ließen, ging man mit den üblichen haltlosen Erklärungen an die Öffentlichkeit: Wissenschaftler hatten in einem Labor etwas vermasselt, es handelte sich um eine Laune der Evolution, einen Virus, einen terroristischen Angriff, Außerirdische oder Schlimmeres Das Wesentliche war, wie die Leute schnell einsehen mussten: Es spielte keine Rolle. Man konnte so viel Quatsch und Hypothesen verbreiten, wie man wollte - es schadete nicht, aber es nützte auch nichts. Binnen weniger Tage sah der wohlmeinende Teil der Bevölkerung schließlich ein, dass die Kacke tatsächlich am Dampfen war, und zwar so richtig, und da redete niemand mehr über die Ursache für den Hass. Kaum jemand verschwendete auch nur noch einen Gedanken daran. Für den nicht-hassenden Teil der Bevölkerung ging es nur noch ums nackte Überleben. Und die so genannten Hasser? Das eine Drittel der Bevölkerung, das sich tatsächlich verwandelt hatte? Diese bislang »normalen«, die unvermittelt und ohne Vorwarnung zu brutalen und gnadenlosen Killern geworden waren? Deren einziges Sinnen und Trachten war es, jeden einzelnen der Unveränderten (wie sie den Feind bezeichneten) zu vernichten, bis keiner mehr am Leben war.
Bevor es tatsächlich geschah, hatte man, wie in den meisten apokalyptischen Filmen und Büchern zu sehen oder nachzulesen, gemeinhin angenommen, dass die Bevölkerung als Ganzes sich entweder erheben und zusammenstehen oder aber in Deckung gehen würde, wenn deutlich wurde, dass etwas von Armageddon-ähnlichen Dimensionen am Horizont heraufzog. Doch es kam anders. Ob es daran lag, dass die meisten schlicht und einfach beschlossen, aus Angst oder Blindheit die Köpfe in den Sand zu stecken, bis es zu spät war, oder ob es nur die störrische Weigerung war, das eigene Heim mit seinem materiellen Besitz und der täglichen Routine zu verlassen, wusste niemand. Und niemand scherte sich darum. Ein Zyniker hätte davon ausgehen können, dass die Auswirkungen des Hasses durch eine an sich übellaunige, misstrauische, egoistische und durch und durch habgierige Gesellschaft maskiert worden wären, doch die exakten Gründe für die ausbleibende Reaktion der Gesellschaft waren weder klar noch wichtig. Wesentlich ist, dass Ausmaß und Bedeutung der Ereignisse erst erkannt wurden, als es längst zu spät und die Folgen verheerend waren. Es handelte sich, wie schmerzhaft deutlich wurde, um keinen gewöhnlichen Krieg.
In vielerlei Hinsicht sahen sich die Unveränderten in einer aussichtslosen Position. Bei diesem Konflikt kämpften nicht Fraktionen gegen Fraktionen oder Armeen gegen Armeen, sondern Individuen gegen Individuen; mehr als sechs Milliarden Ein-Mann-Armeen. Und dem Hass schien es gleichgültig zu sein, wer, wo oder was man war. Man gehörte einfach entweder zur einen oder zur anderen Seite, und die eigene Position in dieser neuen, aus den Fugen geratenen und verkorksten Welt wurde durch unbekannte Variablen und Faktoren bestimmt, auf die man keinerlei Einfluss hatte. Binnen weniger Wochen brachen Befehlshierarchien auf jeder Ebene zusammen. Organisationen zerfielen. Familien wurden zerstört. Die Hasser waren überall, es konnte jeden treffen; die ganze Welt wurde von innen heraus umgekrempelt.
Man ging davon aus, dass sich das Verhältnis zwischen Unveränderten und Hassern irgendwo zwischen 2:1 und 3:1 einpendelte. Obwohl die Feinde von ungeheurer Wildheit und offenbar unersättlicher Blutgier erfüllt waren, hatten die Unveränderten durch ihre überlegene Anzahl und bisherige Existenz zunächst einen Vorteil, der jedoch schnell dahin war. Ohne Zeit oder Willen, nach einem Heilmittel zu suchen (ließ sich der Zustand wieder umkehren?), wurden Absonderung und Vernichtung schon bald zur einzigen Überlebenschance. Da man die Lektionen der gesamten Menschheitsgeschichte ebenso missachtete wie moralische Argumente, scheiterte ein halbherziger Versuch, die Hasser zu besänftigen, auf dramatische Weise. Fast über Nacht wurde der Angriffsplan der Unveränderten gezwungenermaßen zu einem Verteidigungsplan; die Bevölkerung verteidigungsfähig zu machen hatte fortan oberste Priorität. Man trieb die Zivilisten zusammen, aus den großen Städten wurden im Handumdrehen aufgeblähte, überfüllte, schlecht versorgte und personell unterbesetzte Flüchtlingslager. Wenn wir »uns« erst einmal erfolgreich von »denen« abgesondert hatten, so die Theorie der Unveränderten, könnten wir in die Wildnis hinausziehen und die Wichser zur Strecke bringen.
Vor nicht einmal vier Monaten, als der letzte Frost des Winters endlich weggetaut war und die ersten grünen Knospen des neuen Wachstums zaghaft sprossen, war dieser öffentliche Park eine Oase üppigen Grüns tief im trostlosen grauen Betonherzen der Stadt gewesen. Eine Zuflucht für Büroangestellte in der Mittagspause, eine Abkürzung auf dem Weg von oder zur Arbeit. Ein Ort, wo Jugendliche, die die Schule schwänzten, sich verkrochen, verbotenen Alkohol tranken, Kippen wegrauchten und ihre Namen in Parkbänke und Baumstämme einritzten. Ein Ort, wo alte Leute mit zu viel Zeit und zu vielen Erinnerungen nach dem Einkaufen saßen und mit jedem redeten, der sich anhören wollte, wie das ganze Land vor die Hunde gegangen und zu ihrer Zeit alles viel besser gewesen war Und man musste zugeben, dass sie recht hatten.
In den langen Schatten von Bürogebäuden, Einkaufszentren, Tagungsstätten und Multiplex-Kinos lag ein ehemals breiter, ausgedehnter Grünstreifen, wo sich inzwischen reihenweise Zelte voller Flüchtlinge drängten. Zwei Footballfelder hatte man zu Helikopterlandeplätzen umfunktioniert, die unablässig frequentiert wurden. Auf dem weichen Asphalt, wo einst Schaukeln, Karussells und Rutschen für Kinder gestanden hatten, befanden sich jetzt auf höchsten Befehl hin streng bewachte und zunehmend schwindende Lager mit militärischer Ausrüstung und Vorräten. Aus den Umkleidekabinen auf der anderen Seite des Parks war ein hoffnungslos unzureichendes Feldlazarett geworden. Entlang des kleinen Gebäudes aus roten Backsteinen verlief jetzt ein hoher Zaun aus Holz um die vier Tennisplätze des Parks herum. Bis vor drei Wochen hatten sie noch als provisorische Leichenhalle gedient, doch dann hatten die Stapel der Leichen, die auf den Abtransport warteten, ein Ausmaß erreicht, dass das abgeschottete Areal zu einem ununterbrochen brennenden Scheiterhaufen geworden war. Es gab längst keine andere Möglichkeit mehr, die Toten auf eine einigermaßen hygienische Art und Weise zu entsorgen.
Bevor seine Mutter versucht hatte, ihn zu töten, und er brüllend in einen Krieg hineingezogen wurde, von dem er sich bis dahin unbedingt fernhalten wollte, hatte Mark Tillotsen in einem Call-Center Versicherungen verkauft. Er hatte hart gearbeitet und Freude an dem Job gehabt (soweit man eben Freude daran haben konnte, in einem Call-Center Versicherungen zu verkaufen). Die Anonymität seiner Rolle gefiel ihm, während ihm die tägliche Routine, das Prozedere, die Vorschriften, hinter denen er sich versteckte, und die Ziele, auf die er hinarbeitete, Trost spendeten. In seiner letzten Beurteilung, rund einen Monat bevor der Hass ausbrach, hatte sein Abteilungsleiter ihm noch eine glänzende Zukunft bescheinigt. Als er heute langsam in der nachmittäglichen Hitze zu einem Konvoi von drei ramponierten Lastwagen stapfte, die von schwer bewaffneten Militärfahrzeugen flankiert wurden, fragte er sich, ob er, oder sonst jemand, überhaupt noch irgendeine Form von Zukunft vor sich hatte.
Mark schwang sich in die Kabine des mittleren Lastwagens und begrüßte den Fahrer. Der hieß Marshall, und sie hatten in den vergangenen Wochen zusammen schon mehrere Ausflüge ins Umland der Stadt unternommen. Marshall war...
‹  Zurück zur Artikelübersicht