Vor einiger Zeit, bin ich durch eine Leseprobe aus „Todesblues" auf die Autorin und ihre Krimireihe mit Tamara Hayle aufmerksam geworden. Die Leseprobe beinhaltete die ersten Seiten dieses Krimis: Die farbige Privatdetektivin aus Newark verläßt nach Feierabend ihr Büro und geht über den Parkplatz zu ihrem Auto. Plötzlich wird sie von einem Heranwachsenden mit einer Waffe bedroht, der die Herausgabe von Geld und Autoschlüssel fordert. Trotz seiner Pistole ist der Jugendliche sichtlich verunsichert und so hat Tamara die Gelegenheit, sich ihn genauer anzusehen. Dem Alter nach könnte der Junge ihr eigener Sohn sein und sein Gesicht kommt Tamara sofort bekannt vor. Enttäuscht darüber, daß Tamara nur wenig Bargeld und ein altes, unscheinbares Auto besitzt, macht sich der vermeintliche Räuber davon. Auf diesen ersten Seiten wird bereits angedeutet, worum es gehen wird: um das Leben der Farbigen in den USA, um Täter, die zugleich Opfer sind, um Haß, Verrat, Liebe und Verantwortung. Tamara bekommt von der Großmutter dieses Jungen, Rayshawn, den Auftrag, den Mord an seinem Vater aufzudecken. In dem Bewußtsein, unvernünftig zu handeln, nimmt Tamara den Auftrag an. Der Ermordete war einst Schulpatenkind von Tamaras Bruder. Der wiederum hat Selbstmord begangen und Tamara glaubt, seinem früheren Schützling etwas schuldig zu sein. Tamara sieht sich bald in vielfacher Weise in die Ereignisse verstrickt. Bevor sie ein Generationen überspannendes Geflecht aus Haß, Gewalt und Rivalität aufdecken kann, muß sie sich selbst fragen, inwiefern sie zum Tod eines Menschen beigetragen hat. Ich denke,dieser Krimi aus der Tamara Hayle Reihe ist besonders gelungen. Die Entwicklung der Story ist besonders vielschichtig, T.H. ermittelt mit Herz, Verstand und viel Einfühlungsvermögen.