Wieder einmal hat James Patterson, einer der bekanntesten und besten Thrillerautoren Amerikas, eine Skriptidee von einem Gastautor umsetzen lassen. In "Todesahnung" ist es ein bisher unbekannter Co-Autor mit dem Namen Howard Roughan, der seine Sache im Sinne des "Meisters" durchaus gut macht und einen fulminanten, hochspannenden und mysteriösen Thriller abgeliefert hat. Aber - und nun kommt ein dickes ABER: Das Ende ist irgendwie völlig enttäuschend und letztendlich der billige Abklatsch der Pointe eines megabekannten Kinohits, dessen Namen ich jetzt leider nicht nennen kann, weil sonst jeder weiß, worum es letztendlich geht.
Kristin Burns, eine passionierte, aber erfolglose Fotografin, arbeitet als Kindermädchen einer wohlhabenden Familie in New York. Sie liebt die beiden Kinder der Familie abgöttisch und arrangiert sich mehr schlecht als recht mit deren Mutter, die in ihren Augen keine gute Mutter ist und sich dem Hauspersonal gegenüber unausgeglichen und herrisch verhält und Kristin den Job nicht gerade leicht macht. Verstärkend kommt noch hinzu, dass Kristin eine Affäre mit dem Hausherrn, Michael, hat.
Eines Tages sieht sie auf dem Nachhauseweg vor dem Falcon Hotel eine Menschenmenge und sie erkennt, dass sich dort ein Drama mit vier Toten abgespielt hat. Instinktiv fotografiert sie, was ihr vor die Linse kommt - bis sie feststellt, dass sich einer der Leichensäcke bewegt und eine weibliche Hand hervorkommt und winkt. Doch sonst hat niemand etwas davon gemerkt und auch ein Polizist, den sie darauf anspricht, verhält sich merkwürdig. Noch merkwürdiger ist, dass in keiner Nachrichtensendung das Drama erwähnt wird und richtig mysteriös und unheimlich wird es, als Kristin beim Entwickeln der Fotos feststellen muss, dass diese an bestimmten Stellen eigenartige Lichteffekte aufweisen, die die Bilder nahezu unkenntlich machen. Bald weiß Kristin nicht mehr, was real ist und was sie zu träumen scheint und so versucht sie alles, hinter das seltsame Rätsel um die Toten aus dem Falcon Hotel zu kommen.
"Todesahnung" beginnt furios und zieht den Leser sofort in seinen Bann. Es entsteht eine beklemmende Spannung, die sich den gesamten Roman hindurch zieht und schnell verwischt die Story die Grenzen zwischen Thriller und Mystik. Alles dreht sich um die Frage "Was ist da passiert?" und "Was hat das alles mit Kristin zu tun?". Bis fast zum Schluß sehnt man förmlich die Auflösung herbei, möchte verstehen, welches Rädchen die einzelnen Personen im gesamten Handlungsstrang wirklich eingenommen haben und erwartet ein ebenso fulminantes Finale.
Und genau das macht die letzten 15 Seiten von "Todesahnung" zum Fiasko, denn das Ende ist schlichtweg enttäuschend und hinterlässt den schalen Beigeschmack, irgendwie von den Autoren im Stich gelassen zu sein und mit einer letztendlich in anderer Version erzählten Story abgespeist zu werden.
Und genau diese Differenz zwischen fulminantem Thriller und schriftstellerischem Fiasko am Ende hinterlässt große Enttäuschung und einen schalen Beigeschmack.
Und von daher reicht es letztendlich nur für 3 Sterne!