New Model Army legen ein typisches NMA-Album vor und bleiben ihrem Stil treu. Entgegen der Vorgänger "High" und "Carnival" eröffnet das neue Album wieder ein breiteres Spektrum der Schaffensperiode der Band, das breiteste seit langem. Das Album ist stark gitarren-orientiert, einzig das von Sullivans Soloalbum und der DVD "Live 16 12 03" bekannte "Ocean Rising" und der Mittelteil der Ballade "God Save Me" ist von Keyboards getragen.
Der Eröffnungs- und zugleich Titeltrack "Today Is A Good Day" kommt gegenüber den übrigen Stücken eher belanglos daher, wird sich live aber sicherlich noch zu entfalten wissen. Erstes Highlight ist das zweite Stück namens "Autumn" mit einem eingängigen Chorus ("Everything is beautiful because everything is dying"), der sicherlich auf der Herbsttour das Publikum zum Mitsingen animieren wird - genialer Song! "Peace is only" - ein typischer New Model Army Song, der sehr zeitlos erscheint, locker auch auf "Thunder and Consolation" sich hätte einreihen können. Sehr grooviger Basslauf. "States Radio" ist ein ebensolcher Song - zeitlos, endet mit einem gezupften Mandolinen(?)-Outro. "God Save Me" ("...from everything I really want, God save me from everything I really feel, God save me from everything I should have said..."), wie oben bereits angedeutet, eine Ballade, aber ohne Akkustikgitarren, die sich langsam zu einem von Keyboards mitgetragenen Mittelteil aufbaut, die Schlussminute des Songs klingt wieder so ruhig aus wie der Song begonnen hat. Zweites großes Highlight des Albums. "Disappeared" hätte ohne weiteres auf der "Carnival" versammelt sein können, stark rhytmusgetragen, Bass und Schlagzeug treiben den Song voran, Gitarren beim Refrain im Stil von "Here comes the war" plus dezente Keyboards. Die Version von "Ocean Rising" hört sich nicht wesentlich anders an als die vom Soloalbum bekannte. "Mambo Queen Of The Sandstone City" beginnt ruhig, der Refrain kommt rockig daher, wird durch eine ebenso geniale wie simple Einzeltonfolge mit E-Gitarre eingeleitet. Wiederum ein zeitloser Song, der auch auf einem der älteren Werke wie der "The Ghost of Cain" hätte Platz finden können. Das Lied endet mit dem nur schneller gespielten Refrain. "La Push", interessanter Einstieg mit Harmonica (mit Keyboard gespielt), erste Assoziation: "Untitled" von "The Cure", geht nach 10 Sekunden aber nahtlos in den soliden Gitarrensound des Albums über. Drittes Highlight auf dem Album. "Arm Yourselves And Run" ist wieder so ein gitarren-orientierter Track mit eingängiger Gesangslinie, wäre nicht falsch aufgehoben gewesen auf der "No Rest for the Wicked" oder der "B-Sides...". "Bad Harvest", insbesondere von der Snare bzw. vom Schlagzeugspiel an sich getragen, hat ein wenig was von "White Light", hätte auch gut auf der "Carnival" Platz gefunden. Der letzte Song namens "North Star" verfolgt eine schöne, melodiöse Bassfigur, sehr NMA-typisch, lustig ist das Gitarrensolo ab Minute 2:52 - klingt wie im Proberaum aufgenommen und erstreckt sich über gut anderthalb Minuten. Das Stück schließt mit Gitarrenrückkopplungen wie sie bereits im Refrain Anwendung finden, gut geeigneter Live-Song, um das Set zu schließen.
Insgesamt ein sehr solides, wesentlich kompakteres Album von NMA entgegen der Vorgänger "High" und "Carnival". Eine Werkschau, wenn man so will, abwechslungsreich, rockig, eingängig - eben New Model Army pur. Einzig den Titelsong und Eröffnungstrack finde ich etwas enttäuschend. Ansonsten wüßte ich nicht, was ich vermissen sollte. Für Fans uneingeschränkt ein Pflichtkauf, für Freunde gut und handgemachter Rockmusik sicherlich ein Probehören wert.