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Produktinformation
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Hunderte von Interviews hat Wright in den USA und auf seinen Reisen kreuz und quer durch den Nahen und Mittleren Osten geführt und dabei Dinge erfahren, die wir so noch nirgends gelesen haben. Osama Bin Laden etwa erscheint vor dem Hintergrund dessen, was Wright gut belegt über ihn zu berichten hat, weniger als geheimnisvoller Dämon, als vielmehr als gescheiterte Existenz mit massiven psycho-pathologischen Problemen. Auch die großen Führer in seiner Umgebung kommen kaum besser weg. Mancher scheinbar mit militärischer Finesse ausgetüftelter Terroranschlag erweist sich als mehr oder weniger zufälliges Produkt einer beinahe verzweifelten Improvisation.
Fast schon will sich bei der Lektüre eine freilich sehr trügerische Beruhigung einschleichen -- so gefährlich können solche Leute doch eigentlich gar nicht sein --, da drängt sich einem die Frage ins Bewusstsein, wie es denn dann eigentlich zum 11. September hat kommen können. Und die Antworten, die das Buch auf diese Frage bereit hält, sind denn auch alles andere als lustig. Denn auch die Protagonisten des amerikanischen Antiterrorkampfes, von denen Wright berichtet, geben, auch wenn man an manchen Stellen beinahe schon lachen muss, ein eher trauriges Bild ab -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
53 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Pulizer-Preis, zu Recht!,
Von Dr. Michael Blume (Filderstadt, Baden-Württemberg, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Tod wird euch finden: Al-Qaida und der Weg zum 11. September. Ein SPIEGEL-Buch (Gebundene Ausgabe)
Wissenschaftlich und beruflich hatte ich mich seit Jahren durch Berge von Literatur und Expertengesprächen rund um das Thema zu quälen - und gebe zu, skeptisch gegenüber einem biografischen Ansatz gewesen zu sein. Denn Lawrence Wright stellt die Geschichte Al-Qaidas und die Vorgeschichte des 11. September nicht abstrakt, sondern anhand der realen Entwicklung Bin Ladens, Al-Sawahiris, des saudischen Prinzen Turki und des FBI-Ermittlers und tragischen Warners O'Neill vor.Nach der Lektüre des Buches muss ich aber sagen: hervorragend gelungen, sicher auf Jahre hinaus DAS Referenzbuch, um die Entwicklung zu verstehen. Denn durch den Aufbau und auch einige neuere Erkenntnisse ordnet Wright die Fakten so an, dass sie schlüssig nachvollziehbar und auch spannend zu lesen sind. Dabei nimmt er sich durchaus die Zeit, etwa politische und soziale Faktoren auf dem Stand der Forschung einzuflechten und beispielsweise auch die Anhängerstruktur von Al-Qaida oder das tragische Scheitern der konkurrierenden US-Dienste zu beleuchten. Zuletzt merkt man dem Buch jahrelange Arabienerfahrung des Autors, seine Sprachkenntnisse und die hunderte von Interviews sowie eigene Recherchen an. Dieses Buch hat für die Verbindung wichtiger Information und das Verständnis sogar fördernder Spannung den Pulitzer-Preis zu Recht erhalten! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die Geburt al Qaidas und der Auftakt zu 9/11,
Von Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 50 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Der Tod wird euch finden: Al-Qaida und der Weg zum 11. September - (Taschenbuch)
Schon zum 5 Jahres-Jubiläum der 9/11 Anschläge veröffentliche Lawrence Wright 2006 "The Looming Tower. Al-Qaeda and the Road to 9/11" und gewann mit diesem Bestseller den renommierten Pulitzerpreis. Dadurch ist der Journalist und Autor als Mitglied des Council on Foreign Relations, der auch kurze Zeit an der American University in Kairo lehrte kein Unbekannter mehr. Was den Erfolg Wrights Buch ausmachte war es dass er als einer der ersten die Vorgeschichte 9/11 erfassen und den Aufstieg Bin Ladens nachzuzeichnen vermochte. Dabei standen ihm mit dem ehemaligen "counter-terrorism czar" Richard A. Clarke und dem zweifachen Pulitzerpreisträger Steve Coll (den ersten 2004 für 'Ghost Wars: The Secret History of the CIA, Afghanistan, and Bin Laden, from the Soviet Invasion to September 10, 2001', den zweiten 2008 für 'The Bin Ladens') wertvolle Quellen zur Verfügung, auf die er ebenso wie die erste große Welle von 9/11 Büchern elegant aufbauen konnte.Wright beginnt seine Reise zu den Wurzeln Al Qaidas zunächst mit einem denkwürdigen St. Patricks Day 1996 als es den Agenten der "Alec" Station der CIA (zuständig für die Ermittlung in der Finanzierung von Terrororganisationen) gelang die Strafverfolgung, des damals noch als Terror-Finanzier aktenkundigen Osama Bin Ladens einzuleiten, nachdem dieser eine Fatwa gegen die USA veröffentlicht hatte. Doch noch stand die Jagd auf Bin Laden auf tönernen Füßen, der Mann erschien eher unbedeutend angesichts größerer Bedrohungen und auch die rechtliche Grundlage der Strafverfolgung des späteren Staatsfeinds Nr. 1 ruhte noch auf einem Gesetz aus der Bürgerkriegsära. Der Weg nach 9/11 begann jedoch schon weit früher, man kann ihn gar, wie Lawrence Wright auf die Radikalisierung des Chefideologen der Muslimbrüder zurückführen, Sajid Qutb. Entsprechend beginnt Wright nach dem Prolog sein erstes Kapitel mit der USA-Reise des "Märtyrers" Qutb im November 1948. Der sich bereits in seinen 40ern befindende Beamte des ägyptischen Bildungsministeriums und ausgebildete Lehrer hatte gewissermaßen aus seiner Heimat fliehen müssen, da seine Schriften ihn beim ungeliebten König in Ungnade haben fallen lassen. Mit der Unterstützung von Freunden sollte Qutb auf "Studienreise" in die USA gehen, wohl auch in der Hoffnung der zornig-flammende Autor möge dort etwas abkühlen und liberaler werden. Doch genau das Gegenteil sollte eintreten. Zwischen Kairo und New York lagen Welten, der Kulturschock und Affronte wie der Kinsey-Report (den Qutb aufmerksam studierte und auf den er sich in späteren Schriften bezog, um die moralische Verkommenheit der Amerikaner zu geißeln) sorgten dafür dass Qutb bei seiner Rückkehr am 20. August 1950 einen noch radikaleren Weg beschritt. Seine Unnachgiebigkeit sollte ihm nach einem islamistisch motivierten Anschlag auf Präsident Nasser jedoch den Strang einbringen, der Tod machte aus Qutb jedoch umso mehr einen Märtyrer. Das Erbe des Märtyrers Sajid Qutb sollte schließlich auch eine Generation von Männern beeinflussen, der auch Aiman al-Sawhiri angehörte. Osamas künftiger Stellvertreter nimmt die Hauptrolle in Kapitel 2 ein. Wright stellt seine "Protagonisten" also zunächst einmal getrennt vor. Sawahiri entstammte einer Ärztedynastie und wuchs in einer weltoffenen gutbürgerlichen Gegend auf, ähnlich wie Osama Bin Laden. Bin Laden und dessen Vater (womit Lawrence Wright ein wenig die gleiche Richtung einschlägt wie Steve Coll, der in seiner Familienbiografie 'The Bin Ladens' die Geschichte des Clans seit Mohammed Bin Ladens Ankunft im künftigen Saudi-Arabien aufarbeitete) gehörten zur Elite Saudi-Arabiens, doch zwischen den beiden Männer herrschte doch ein grober Unterschied, den Wright ausstellt. Während der Aufsteiger und erste Baumeister des Königs zwar auch bescheiden lebte und stark religiös geprägt schien, sein 17. Sohn sollte sich in Teenager-Jahren politisch und religiös schlichtweg radikalisieren. Wie dieser Prozess vonstatten ging ist das große Rätsel, dem auch Lawrence Wright nicht näher kommen kann. Dafür zeichnet er den weiteren Lebensweg Bin Landes nach. Wie sich die politische Lage in Osamas Heimat Saudi-Arabien gestaltete erforscht Wright anhand des Schicksals Prinz Turki bin Faisal Al Sauds, dem Sohn König Faisals und langjährigen Chef des saudischen Auslandsgeheimdienstes. Er sollte zu einer zentralen Figur in der saudisch-amerikanischen Kooperation im sowjetischen Afghanistankrieg werden und damit auch in Kontakt zum Afghanistan-Kämpfer Bin Laden treten. Nach seinem Afghanistanerlebnis fand der treue Untertan des Königshauses dann auch nichts daran Prinz Turki 1989 vorzuschlagen mit einer Gruppe arabischer Freischärler in den marxistischen Südjemen einzufallen. Noch ehe sich Bin Laden über die Ablehnung dieses Plans Gedanken machen konnte vereinigten sich Süd- und Nordjemen jedoch überraschend und Bin Laden erkannte in Saddam Hussein eine noch drängendere Bedrohung für das Königreich. Zwar befand sich Saudi-Arabien technisch auf dem Stand sich selbst zu verteidigen, doch dem Königreich fehlte ein entsprechend ausgebildetes Heer, um im Falle eines weiteren Vordringen Saddams etwas entgegenzusetzen. Schon von Beginn der expansionistischen Phase Saddams drängt Bin Laden darauf nicht die Amerikaner ins Land zu holen, sondern eine eigene Armee zu schaffen, die den säkularen Diktator in die Schranken weisen sollte. Bin Laden bat sich an mit einer Gruppe von Afghanistanveteranen aus arbeitslosen arabischen Jugendlichen in kürzester ein Heer 100.000 Mann starkes Heer aufstellen zu können, doch schlussendlich setzte das Königshaus auf eine internationale Koalition unter der Führung der USA. Und Bin Laden hatte in der letzten verbliebenen Weltmacht ein neues Objekt für seine Obsession gefunden. Bis wirklich die amerikanischen "Helden" Wrights Geschichtsexkurses in Erscheinung treten dauert es über die Hälfte des Buchs, doch dann sind es mit Richard A. Clarke in seiner Funktion als Chefkoordinator für Terrorismusbekämpfung im Weißen Haus und FBI Special Agent John O'Neill, dem Leiter der Abteilung für Terrorismusbekämpfung des Bureaus gleich die zwei "Lichtgestalten". Unterstützung erhalten beide durch einen "Supporting Cast" der neben Dan Coleman auch den Leiter der Alec Station Michael Scheuer umfasst. Bekannte Namen, wenn man sich mit einigen amerikanischen Werken über 9/11 und dem War on Terror bereits auseinandergesetzt. Vor allem O'Neill, der beim Einsturz der Twin Towers ums Leben kam und gewissermaßen den amerikanischen Märtyrer-Helden-Tod starb, nimmt in der zweiten Hälfte des Buchs neben Bin Laden die entscheidende Rolle ein, auch weil ihn Clarke sich nach Amtsantritt Bushs als Nachfolger gewünscht hätte. O'Neills präsente Rolle kommt auch daher, dass er als FBI-Agent die Ermittlung im Fall Al Qaida führte und damit die Anschläge in Al-Chubar und die USS Cole zu untersuchen hatte. Weil er beim FBI allerdings trotz seines Engagements nicht die Karriereleiter weiter hinaufsteigen und zum Leiter der bedeutenden New Yorker Außenstelle (womit er gar zum Assistant Director geworden wäre) trat er knapp vor 9/11 eine neue Arbeitsstelle als Sicherheitschef des World Trade Center an, welch bittere Ironie. - Resümee - Den Pulitzerpreis hat sich Lawrence Wrights Pulitzerpreis-gekröntes Werk vor allem verdient weil er es verstanden hat den First-Mover Advantage zu nutzen und sich eben als erster an eine durchgehende Geschichte über die Entwicklung Osama Bin Ladens, die Entstehung Al Qaidas und den Auftakt zu 9/11 zu verfassen. Dennoch liegt die große Stärke des Buchs darin welche Geschichte es da (gut aber nicht überragend) erzählt. Wright erzählt durchaus plastisch, bei den Beziehungsgeflechten und Charakterbildern bleibt er allerdings oft doch eher oberflächlich, allzu feinsinnig ist jedenfalls nicht unterwegs. Wrights Beschäftigung mit O'Neill wirkt zudem oft schon ein wenig zu sehr um Heroisierung bemüht, was vielleicht eine Geschmacksache sein mag, doch gerade Richard A. Clarke, der mit Against All Enemies eine Autobiografie über die Jagd nach Al Qaida verfasst hat tritt in den Hintergrund, ebenso wie auch Aiman al-Sawahiri auf die Rolle eines Nebendarstellers reduziert bleibt. Fazit: Unterm Strich ein durchaus lesenswertes Buch darüber wie Bin Laden die Al Qaida gründete und schon vor 9/11 von John O'Neill gejagt wurde, das aber auch seine Schwächen vorzuweisen hat und vor allem davon lebt dass erste und umfangreichste Buch über diese Geschichte gewesen zu sein. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Faktenorientierte Vorgeschichte von 9-11, packend erzählt,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Tod wird euch finden: Al-Qaida und der Weg zum 11. September. Ein SPIEGEL-Buch (Gebundene Ausgabe)
"Wo ihr auch sein möget, der Tod wird euch finden, und wäret ihr im hohen Turm." Dieses Zitat aus der vierten Sure des Korans gab Osama Bin Laden im Rahmen einer Video-Ansprache der Hamburger Terrorzelle um Mohammed Atta mit auf den Weg zu den Anschlägen des 11. September 2001.Die Vorgeschichte begann jedoch viel früher, nämlich 1948, als sich der islamistische Autor und Lehrer Sajid Qutb von Ägypten auf den Weg ins Exil in die Neue Welt begab und sich dort aufgrund der Enttäuschung der arabischen Welt über die amerikanische Unterstützung des Zionismus radikalisierte. Er trat angewidert von der Freizügigkeit und vom Rassismus in den USA zwei Jahre später die Heimreise an. Dort wurde er 1966 hingerichtet, nachdem er als Unterstützer der Moslembruderschaft in einen Staatsstreich und einer späteren Verschwörung gegen Nasser verwickelt war. Durch seinen Tod erlangte er Märtyrerstatus. Qutbs Gedankengut, dargelegt in seiner Schrift "Wegzeichen", gelangte über seinen Schüler und Anwalt Mahfous Assam direkt zu dessen Neffen Ajman al-Sawahiri, dem Gründer der Organisation al-Dschihad, späteren Chefideologen von al-Qaida und engen Vertrauten Osama Bin Ladens. Bereits 1981 - der von den USA unterstützte Kampf der Mudschahidin gegen die sowjetischen Besatzer in Afghanistan war in vollem Gange - rückte Sawahiri die USA ins Fadenkreuz. Den afghanischen Dschihad sah er nur als Trainingsgelände für den eigentlichen Kampf. Bis zur Gründung al-Qaidas sollten aber noch sieben Jahre vergehen. Selbstmordanschläge wurden ab 1993 zum Merkmal der Terrororganisation. Als Gegenspieler erscheinen der saudische Geheimdienstchef Prinz Turki al-Faisal, der erst die arabische Unterstützung gegen die Sowjets in Afghanistan koordinierte, dann aber, als sich die Islamisten immer stärker gegen das Regime der Saudis richteten, vergeblich versuchte die Auslieferung Bin Ladens von den Taliban zu erwirken und John O'Neill, der oberste Terroristenfahnder des FBI, der wenige Tage vor den Anschlägen des 11. September entnervt seinen Posten aufgab und dem klar war, dass in naher Zukunft etwas Schlimmes passieren würde. Er kam tragischerweise als neuer Chef des Sicherheitsdienstes des World Trade Centers während einer Rettungsaktion beim Einsturz des Südturmes ums Leben. Lawrence Wright erzählt die Lebensgeschichte dieser Männer mit all ihren privaten und menschlichen Facetten, die mit den Ereignissen, welche zum größten Terroranschlag auf die USA führten, eng verwoben waren und legt zugleich die geistigen Wurzeln der Terroristen dar. Dazu verwendete er umfangreiches Quellenmaterial, darunter auch einen großen Teil arabische Literatur, und interviewte hunderte von Beteiligten aus aller Welt. Zu den im Anhang aufgeführten ca. 550 Interviewpartnern kommen noch eine Reihe von Personen, die anonym bleiben wollten. Das Buch macht einmal mehr transparent, dass die Anschläge hätten verhindert werden können. Frühe Warnungen gab es bereits ab April 2001. Die unglaublichen Informationsblockaden der CIA gegenüber dem FBI sorgten dafür, dass die Agenten nicht im Vorfeld die vorhandenen Mosaiksteine nebeneinander legen konnten. Dazu kam die an diesem Thema absolut desinteressierte neue Regierung unter Präsident Bush. Eines wird dem Leser klar: eng verzahnte polizeiliche und geheimdienstliche Ermittlungen führen zu einer höheren Effektivität in der Bekämpfung des Terrors als das Führen sinnloser und kontraproduktiver Kriege. Wer sich umfassend zur Vorgeschichte des 11. September informieren möchte, ist mit diesem faktenreichen und dennoch spannend geschriebenen Buch bestens bedient. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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