In dem Roman werden zwei brisante Themen behandelt. Zum einen die Angst vor biologischen Kampfstoffen, zum anderen die Auswirkung des 11. Septembers auf unmittelbar Betroffene und ihre Familien:
Während einer Live-Sendung des Senders KEY News hält einer der Reporter ein Fläschchen mit dem gefährlichen Milzbrandpulver in die Kamera. Der Redakteurin Annabelle Murphy stockt der Atem, ist sie doch mitverantwortlich für diese Sendung und diese Vorgehensweise ihres Kollegen absolut unverantworlich. Nach diesem Beitrag herrscht Chaos im Senders, besonders nachdem ein Mitarbeiter an eben diesen Erregern erkrant und stirbt.
Privat leiden Annabelle und ihre Familie noch unter den Auswirkungen des 11. Septembers, da ihr Mann als Feuerwehrmann bei den schrecklichen Ereignissen vor Ort war und viele seiner Kollegen und Freunde ums Leben kamen und er seitdem unter starken Depressionen leidet.
Dies ist der erste Roman, den ich gelesen habe, in dem das Thema 11. September aufgegriffen wurde und ich war sehr gespannt, wie die Autorin damit umgeht. Leider ist das Thema nur oberflächlich angeschnitten worden, ihm fehlt der erhoffte Tiefgang.
An manchen Stellen des Buches erscheint der Sprachstil etwas holprig und schwerfällig (was natürlich auch an dem Übersetzer liegen kann), im Großen und Ganzen kann man das Buch dennoch gut lesen.
Das Ende des Plots ist leider vorhersehbar, da zwischendurch sehr eindeutige Hinweise gestreut werden. Schade!
Wer ein wirklich gutes Buch von Mary Jane Clark lesen möchte, sollte sich „Tödliche Nähe" kaufen.