Die in Paris lebenden Amerikanerin Chloe Underwood arbeitet mit ihrer Mitbewohnerin Sylvia bei einem kleinen Verlag und übersetzt Kinderbücher. Eines Morgens fleht Sylvia sie an, für sie einen Wochenend-Job zu übernehmen. Nichts dramatisches - nur ein bisschen übersetzen bei einem Treffen internationaler Lebensmittelimporteure.
Chloe sagt zu und merkt doch bereits Minuten nach ihrer Ankunft auf dem eleganten Anwesen ausserhalb Paris, dass diese "Lebensmittelimporteure" doch nicht so harmlos zu sein scheinen wie Sylvia es dachte. Vor allem Monsieur Hakim und der mehr als undurchsichtige Bastien Toussaint erwecken Cloe Verdacht.
In was für eine gefährliche Situation Chloe tatsächlich geraten ist, wird für den Leser schnell klar. "Bastien Toussaint" arbeitet als Undercover-Agent für eine etwas seltsame private Anti-Terror-Organisation und ist hier in seiner Rolle als Waffenschmuggler auf dem Anwesen, um gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Kartells die Territorien neu auszuhandeln. Chloe ist eine unbekannte Größe bei dieser Mission - ist sie wirklich unschuldig oder eine sehr raffiniert arbeitende Agentin? Und falls sie eine Agentin ist - ist sie hier um ihn zu töten oder hat sie einen anderen Auftrag? Bastiens Ziel ist klar - Antworten auf diese Fragen zu finden und seine Mission weiterführen. Und falls Chloe Underwood wirklich unschuldig sein sollte... nun, dann fällt sie eben in die Kategorie "Kollateralschaden".
Doch bald überschlagen sich die Ereignisse und Chloe und er sind auf der Flucht nicht nur vor den Waffenhändlern, sondern auch vor seiner eigenen Organisation. Und Bastien beginnt sich zu überlegen, ob seine moralischen Vorstellungen, nach denen er so lange lebte, wirklich noch die richtigen sind.
"Tod ist nur ein Wort" (der erste Teil der sogenannten ICE-Serie) ist der seit langem düsterste Anne Stuart. Mit "Bastien Toussaint" hat sie wieder einmal einen Antihelden geschaffen, der im klassischen Romance eigentlich nur in die Rolle des Bösewichtes passt. Seine Moral - auch wenn sie in sich konsistent ist - ist einfach nicht die eines Romancehelden. Auch wenn schnell klar wird, dass er sich durchaus zu Chloe hingezogen fühlt, handelt er nicht, wie der Leser es erwartet.
Chloe ist eine für Stuart-Verhältnisse zum einen sehr starke Persönlichkeit und keinesfalls emotional so belastet wie andere Heldinnen. Mit ihrem so erstaunlich normalen Background ist sie der perfekte Gegenpol zu 'Bastien". Chloe wird aus ihrer Kinderbücher-übersetzenden Realität in etwas hineingeworfen, was völlig ausserhalb ihrer Lebenswirklichkeit liegt - und dafür schlägt sie sich überwältigend gut.
"Tod ist nur ein Wort" beinhaltet einige Szenen, die mehr als kontrovers sind - doch passen sie meiner Meinung nach perfekt zu den Charakteren und zur Story.
Alles in allem sicher kein Buch, das jedem gefallen wird! Wer allerdings "Bei Einbruch der Nacht" (Nightfall) und (die leider nicht übersetzten Bücher) "Moonrise", "Ritual Sins" liebt wie ich, wird sich freuen, dass Anne Stuart wieder zu ihren Antihelden zurückgekehrt ist.