Als 'Entenflüsterer' habe ich "Tod im Anflug - ein Gänsekrimi" neugierig zur Hand genommen. Ich muß zugeben, daß ich mir - anstatt eines Gänserichs - oft einen Erpel vorgestellt habe, aber das soll hier nur am Rande erwähnt sein.
Zu Beginn wird der Leser Zeuge eines Vogeltodes. Klar ist, daß hier Mord im Spiel war. Aber wer war der Mörder? Gänserich Tom ermittelt. Dabei holt er sich Hilfe von einem Kormoran und einem Raben. Die zwei sind allerdings keine einfachen Assistenten, da sie ihre eigenen Willen haben.
Gänserich Tom hat noch einen weiteren Freund: Ede, so etwas wie ein inoffizieller Campingwart. Er ist der einzige Mensch, dem er vertraut - ein "Flügelloser". Dieser erwartet Tom jeden Abend zu den Fernsehnachrichten - mit Weißbrot. Die beiden gucken danach 'Magnum', werden dabei aber regelmäßig von den Campern gestört.
Tom beobachtet das Geschehen auf und um dem Campingplatz herum und zieht dabei seine Schlüsse. Dabei vergißt man manchmal, daß hier eine Gans ermittelt - man muß wissen: Alle Vögel unterhalten sich untereinander wie Menschen, also mit 'gesprochenen' Worten, werden aber von den Menschen nicht verstanden, während die Vögel wiederum der Konversation der Menschen 'federleicht' folgen können!
Das tut dem Krimi jedoch keinen Abbruch, weil die Autorin ihre Schilderungen immer wieder mit Wortspielereien würzt und damit geschickt auf die gefiederten Ermittler hinweist ("Zeitungsenten..., Tom war schnatterlos..., Weltsprache Gänsisch" usw.).
Und dann ist ja Tom auch noch verliebt ...
In der Mitte fällt die Spannung etwas ab, weil es eine Teilauflösung gibt. Aber schon bald darauf gewinnt die Geschichte wieder an Schwung, da mehr menschliche Opfer vorkommen und Tom den Kommissaren auf Schritt und Tritt watschelnd folgt. Zum Schluß erlebt man ein atemberaubendes Finale (was dann noch von einer für Tom und auch für den Leser überraschenden Nachricht von Ede übertrumpft wird).
Der Krimi ist angenehm zu lesen, hat streckenweise nur eine gedämpfte Spannung und ist für Vogelliebhaber ein Muß!
Was die Zeichnungen angeht, so haben die Gänse für mein Verständnis zu große Augen. Darüber hinaus möchte ich Karin Bergrath noch empfehlen, nicht so viel Weißbrot zu "verfüttern"...
Per Saldo kann ich dieses Buch aber sehr empfehlen und hoffe, daß die angekündigte Fortsetzung an das bisherige Niveau anknüpft.